Kelleigh Bannen interpretiert ihre Songs neu und profitiert davon auf ihrer neuen EP "The Live Sessions"
Auf der EP "The Live Sessions" haucht Kelleigh Bannen ihrem eigenen Repertoire neues Leben ein und öffnet gleichzeitig die Tür für gewagte Neuinterpretationen, darunter eine beeindruckende neue Version von "Nothin' On”, in der Charles Kelley durch Drake White als Duett-Partner ersetzt wird, was der Darbietung eine rohe, gefühlvolle Note verleiht. Daneben wagt sie sich selbstbewusst an Cover-Versionen heran und bietet verspielte, aber kraftvolle Interpretationen von Eric Churchs "Smoke a Little Smoke" und "Wondering Why" von The Red Clay Strays, die sie beide durch eine deutlich weibliche Perspektive filtert. Aufgenommen mit einem Schwerpunkt auf Zusammenarbeit und gemeinsamer Energie, fängt "The Live Sessions" eine Künstlerin ein, die bereit ist, sich selbst herauszufordern, sich ihrer Verletzlichkeit zu stellen und Kraft aus den Stimmen um sie herum zu schöpfen – eine kreative Wiedergeburt, die ebenso heilsam wie elektrisierend wirkt.
Kelleigh Bannen entfernt sich vom Mainstream-Country und bewegt sich hin zu einem bluesigeren, souligen Alabama-Sound
Auf "The Live Sessions" greift Kelleigh Bannen nicht einfach altbekanntes Material wieder auf – sie gestaltet es neu und nutzt die Live-Situation, um ihr Songwriting durch eine reichhaltigere, gefühlvollere Sichtweise neu zu definieren. Die vier Titel umfassende EP interpretiert zwei ihrer eigenen Songs neu und kombiniert sie mit zwei sorgfältig ausgewählten Cover-Versionen, die alle durch einen einheitlichen, an Muscle Shoals angelehnten Sound verbunden sind, der Emotionen, Textur und stimmliche Tiefe in den Vordergrund stellt. Es ist ein Projekt, das eher bewusst als nostalgisch wirkt und nicht zeigen soll, wo Bannen gewesen ist, sondern wohin sie sich bewegt.
Die auffälligste Veränderung findet sich bei "Nothin' On", das ursprünglich letztes Jahr als Duett mit Charles Kelley von Lady A veröffentlicht wurde. Hier wird Kelley durch Drake White ersetzt, und die Veränderung ist sofort spürbar. Der Song behält seine dunkle, qualvolle Sehnsucht, während zwei Menschen darum kämpfen, weiterzumachen, aber Whites rauerer Gesang bringt eine Rohheit mit sich, die den Track näher an den Alabama-Blues als an den polierten Country-Radio-Sound rückt. Es gibt ein vages Gefühl von Muscle-Shoals-Soul, das sich durch das Arrangement zieht, verstärkt durch kraftvolle, gospelartige Backing-Vocals, die den Schmerz vertiefen und das emotionale Gewicht des Songs erhöhen.
"Happy Birthday", neu interpretiert aus Bannens Album "Favorite Colors" von 2019, verfolgt einen weitaus subtileren Ansatz. Anstatt den Song dramatisch zu verändern, lässt Bannen ihm Raum zum Atmen und präsentiert eine Version, die eher wie eine ruhige Neuauflage als wie eine Neuerfindung wirkt. Es bleibt eine zurückhaltende, nachdenkliche Meditation über den Verlust – eine SMS an einen Ex an seinem 30. Geburtstag nach einem Glas Wein, in der sie sich an die Party erinnert, die sie letztes Jahr für ihn geschmissen hat –, getragen von einer einfachen, sich wiederholenden Gitarrenmelodie. Die Intimität steht hier im Vordergrund, wobei die Texte und die zurückhaltende Melodie die Hauptarbeit leisten.
"The Live Sessions" geht einen üppigen, musikalisch fundierten Weg
Kelleigh Bannens Cover von Eric Churchs "Smoke a Little Smoke” zeigt ihre Fähigkeit, die Perspektive zu wechseln, ohne die Kernidentität eines Songs zu verlieren. Ohne die offensichtliche Rebellion des Südens à la "Don't Tread on Me" ist ihre Version leichter und funkiger, angetrieben von einem unerwarteten 80er-Jahre-Groove. Sie entfernt den Track subtil, aber effektiv von seinen Wurzeln in Carolina und nähert ihn einem Muscle-Shoals-Hybrid aus Gospel, Blues und Pop an, was beweist, dass eine Neuinterpretation nicht laut sein muss, um transformativ zu sein.
Die zweite Coverversion auf der EP ist "Wondering Why" von The Red Clay Strays, vielleicht der eindringlichste Moment des Albums. Bannen behält das bluesige Gitarrenriff bei, das das Original prägt, umgibt es jedoch mit üppigen, gospelartigen Backing Vocals, die vor Emotionen nur so strotzen. Das Ergebnis ist klanglich voller, reichhaltiger und runder, da sie sich ganz auf den souligen Muscle-Shoals-Sound einlässt und den Song in etwas verwandelt, das in seiner Intensität und Entfaltung fast kirchlich anmutet.
Fazit: Insgesamt signalisiert "The Live Sessions" eine bewusste Neupositionierung für Kelleigh Bannen.
| 1 | Smoke a Little Smoke (Live) |
| 2 | Happy Birthday (Live) |
| 3 | Wondering Why (Live) |
| 4 | Nothin On (feat. Drake White) (Live) |










