Lisa Marie Fischer - Sugar & Salt

CD Cover: Lisa Marie Fischer - Sugar & Salt
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Redaktionswertung Bewertung: 5 Sterne = Meisterwerk
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Im Frühjahr 2011 präsentierte die aus Marburg stammende Sängerin Lisa Marie Fischer ihr gleichnamiges Debüt. An dieser Stelle wurde der blonden Sängerin und Songschreiberin aus dem hessischen Marburg nicht nur großes Talent und eine erstaunliche künstlerische Reife attestiert - der Autor (OK, meine Wenigkeit) orakelte auch über einen irgendwann anstehenden Wohnortwechsel des Country- und Folk-Talents. Ob die nunmehr mit Engelslocken und Schmollmund posierende Sängerin bereits in ihrer eigentlichen musikalischen Heimat USA wohnt, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass Lisa Marie Fischer ihren zweiten Wurf in Nashville eingespielt hat.

Völlig zu Recht. Da gehört sie hin. Da findet sie die Musiker, die für ihre Songs und ihre Stimme die authentische Umgebung schaffen. Schon ab den ersten Tönen des - gut, textlich etwas naiven - Openers "Cowboy" wird klar, dass es sich hier um keine inländische Produktion handeln kann. Warum? Schwer zu sagen. Nicht dass es in Deutschland nicht genügend erstklassige Musiker geben würde. Aber diese Leichtigkeit und Lässigkeit, dieses Luftige und dabei dennoch so Kompetente haben einfach fast ausschließlich die Studio-Hasen der Music Row drauf.

Wobei das Budget offenbar nicht für die erste Garnitur und auch nicht für ein Studio des Kalibers Ocean Way oder Blackbird gereicht hat. Völlig egal. Die Herren an Drums, Gitarre, Keyboards und so weiter - Musiker wie Clint Wells, Nick Budo, Billy Nobel - machen ihre Sache nicht weniger gut.

Im Vergleich zum doch sehr bodenständig-traditionellen Debüt spannt Lisa Marie Fischer bei dieser CD musikalisch einen weiteren Bogen. In den ersten Songs des von Mark Evitts produzierten Tonträgers nimmt sie indes noch den rustikalen, aus Folk, Country und Bluegrass gesponnenen Faden auf. Tracks wie "Done Is Done", "Sugar And Salt" oder "That Girl" erinnern in ihrer Professionalität an eine reduzierte Taylor Swift - oder an eine flotter aufgelegte Alison Krauss. Damit wird schon mal klar, dass Lisa Marie Fischer gesanglich keinerlei Vergleiche zu scheuen braucht. Die gerade mal 20-jährige brilliert in jedem einzelnen Song. Sie phrasiert mit Geschmack und Können, sie erreicht schwindelerregende Höhen ("Boulder") und singt ohne jeden Wink auf ihre deutsche Herkunft. Man kann nur hören und staunen.

Auch, weil es ihr in einigen Tracks gelingt, Anspruch mit kommerziellem Potential zu versöhnen. Man nehme nur das sehr rockige (E-Gitarre!) und vielschichtige "I Just Don’t Like You". Oder noch besser: das mit hymnischen Folk-Melodien versehene "Break My Heart Instead" - Glanzlicht einer ohnehin makellosen CD. Wer weiß was passiert, wenn dieser Song jemandem wirklich Wichtigen in Nashville zu Ohren kommt...

Fazit: Gemeinsam mit einem amerikanischen Songwriter-Team entwarf das derzeit vermutlich größte Country- und Folk-Talent ein Dutzend Song-Volltreffer. Über ihre kunstvolle Interpretation muss man kein Wort mehr verlieren: das hat zu jedem Ton internationales Top-Format.

Label: Stevja Records VÖ: 6. Oktober 2012

  • Titelliste

01 Cowboy 08 I Just Don't Like You
02 Done Is Done 09 Bolder
03 Sugar and Salt 10 Lucky Streak
04 Little Bird 11 Santa Fe
05 That Girl 12 You've Got a Way With That
06 Break My Heart Instead 13 Little Joe's Song
07 Hurry Up


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