Casey James - Casey James

CD Cover: Casey James - Casey James
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Und wieder einer dieser Casting-Stars: Casey James, Baujahr 1982, aus Fort Worth, Texas, Drittplatzierter der neunten American Idol-Staffel. Optisch erinnert er entfernt an den verstorbenen INXS-Sänger Michael Hutchence - geht also als Mädchenschwarm durch. Musikalisch ist der blonde Wuschelkopf aber anders gepolt: er steht auf Country, Rock und Blues, seine Idole sind nach eigenen Angaben die Blues-Heroen Doyle Bramhall II und Stevie Ray Vaughan. Kurz: keine schlechten Voraussetzungen für eine Karriere im Musikbusiness.

Vor allem, da der smarte Kerl über eine erstklassige, soulige, leicht angeraute Stimme verfügt. Ein Organ, das sich prima für rockige, bluesige, countrylastige Songs eignet, wie er mit den elf Tracks seines gleichnamigen Debüt-Albums unter Beweis stellt. Dass der Knabe über einen soliden musikalischen Background verfügt - er leitete in Fort Worth sein eigenes Blues-Rock-Trio - wird in den Credits deutlich: bei neun Tracks war er als Co-Autor mit von der Partie, überdies produzierte er die CD gemeinsam mit Chris Lindsey. Er hats also drauf ...
Wobei der CD-Einstieg nicht gerade optimal ausfällt. Mit "The Good Life" präsentiert er eine absolute Nummer-Sicher-Nummer. Ein Song von der Stange, wie ihn so gut wie jeder aktuelle Nashville-Act

im Repertoire hat und deshalb schneller vergessen als gehört ist. Dem lauen Auftakt folgen eine ganze Reihe von starken, leidenschaftlichen Songs. Titel, in denen er seine Stärken als Sänger und Gitarrist ausspielt.

Nicht selten erinnert er an Tim McGraw, während dessen "A Place In The Sun"-, "Set This Circus Down"-Phase zur Jahrtausendwende. Also: solider, recht schnörkelloser, oft auch schwerblütiger Country-Blues-Rock. Die beiden melodiös blitzsauber entworfenen Titel "Crying On A Suitcase", "Love The Way You Miss Me" und "Tough Love" zielen in diese Richtung. Dass in seiner schmalen Brust das große Herz eines Bluesers pocht, wird in "Drive" deutlich. Das Intro erinnert ganz an "Mudcat Moan" von Travis Tritts "The Storm"-Album. Bei dem Country-Rocker "So Sweet" könnte, allerdings auch nur im Intro, David Bowie mit seinem legendären "Space Oddity" Pate stehen.

Das Album ist clever produziert: Wenn es einem Song mal an der zwingenden Hookline oder an kreativen Harmonieverbindungen fehlt, dürfen die Musiker ran und Highlights setzen. Bei dem ganz auf einem Gitarrenriff basierendem "She's Money" zum Beispiel. Der soulige Titel würde nicht weiter auffallen, wenn da nicht - neben den erwähnten Riffs - Drummer Shannon Forrest mit intelligenten Grooves und Casey James mit schönem Slide-Solo den Song hörbar bereichern würden. Das gilt auch für "Workin' On It", dem härtesten Titel der CD.

Ruhige, akustische Momente bietet der Newcomer natürlich auch an: In den braven Liebesliedern "Undone" und dem finalen "Miss Your Fire". Auch wenn nicht jeder Song ein Volltreffer ist - alle elf Titel liegen deutlich über dem Durchschnitt heutiger Nashville-Konfektionsware. Zum Großteil geht das auf das Konto von Casey James, doch auch die beteiligten Session-Musikern und Songwriter-Größen wie Brett Warren, Brett James und Dallas Davidson tragen ihr Scherflein zum guten Gelingen bei.

Fazit: Der Casting-Star gibt eine gute Figur bei seinem Solo-Debüt ab: soulige Stimme, bluesige Gitarre und beherztes Country-Rock-Feeling.

Label: 19 / BNA (Sony) VÖ: 23. März 2012

  • Titelliste

01 The Good Life 07 So Sweet
02 Crying On a Suitcase 08 She's Money
03 Let's Don't Call It a Night 09 Tough Love
04 Drive 10 Workin' On It
05 Love the Way You Miss Me 11 Miss Your Fire
06 Undone

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