The Little Willies - The Little Willies

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The Little Willies nennen sich ganz frech "die größte kleine Bar-Band New Yorks". Man merkt: So ganz ernst gemeint ist das alles nicht. Und das weiß man spätestens, nachdem man sich das 13 Titel starke Debüt des fünfköfigen Ensembles zu Gemüte geführt hat. Zum schrulligen Musik-Kabarett artet die Musik der kleinen Willies dennoch nicht aus. Dafür ist die "Spaß-Band" einfach mit viel zu hochwertigen Musikern besetzt. Mit dabei - Überraschung! - die achtfache Grammy-Gewinnerin Norah Jones, ihr Lebenspartner Lee Alexander am Bass, Schlagzeuger Dan Rieser (Marcy Playground), Singer/Songwriter Richard Julian (Smash Palace, Good Life) und der hervorragende Gitarrist Jim Campilongo (American Hips).

Die Legende besagt, dass sich diese illustren Musiker und Musikerinnen vor drei Jahren gemeinsam einen Übungsraum in New Yorker Lower East Side anmieteten. Die Chemie stimmte, also fand man sich gerne zu regelmäßigen Sessions ein. Dabei wurden angeblich bevorzugt Klassiker aus dem amerikanischen Liedgut - sprich: Countrysongs - angestimmt. Die Ergebnisse der lässigen Proben präsentierten Norah Jones & Co. gelegentlich bei intimen Auftritten in kleinen New Yorker Clubs. Nun, so kam eines zum anderen...

Wie prächtig sich das Gruppenbild mit Dame versteht, wird schon nach wenigen Takten des Openers "Roly Poly" klar. Mit Elan und musikalischem Witz entstauben sie Fred Roses Western Swing, bis Antiquität aus der Country-Schatzkammer wie ein junges Fohlen durch die Harmonien galoppiert. Auch der nächste Song stammt ursprünglich aus der Feder von Fred Rose - in Coproduktion mit Legende Hank Williams: "I'll Never Get Out Of This World Alive". Daraus macht der verwegene Fünfer eine echte Folk-Gaudi, absolut kabarettreif. Gleiches gilt auch für den nachfolgenden Song - "Love Me", von Leiber/Stoller einst für King Elvis auf den Leib geschrieben. Das legendäre Komponisten-Gespann wäre unter Garantie stolz auf diese großartige, von Norah Jones mit erstaunlichem 50-Jahre-Tremolo gesungene Interpretation des zeitlosen Schmusesongs.

Auch bei den restlichen Songs stehen Coverversionen im Vordergrund. Darunter finden sich Kris Kristoffersons "Best Of All Possible Worlds", aus dem sie eine forsche Honkytonk-Nummer machen; Willie Nelsons Ode an die Nachteulen der Welt - "Nightlife", bei dem Norah Jones ihr ganzes bluesiges Talent ausspielt; oder - als einer der stärksten Momente der CD - Townes Van Zandts "No Place To Fall", eine Ballade zu der man am liebsten gleich drauflos heulen möchte.

Vier Songs sind Eigengewächse. Und erstaunlicherweise fügen sich diese selbst geschriebenen Titel nahtlos an das klassische Material der Country-Literatur an. "Roll On" zum Beispiel, ein leiser, tief gehender Song, von Lee Alexander maßgeschneidert für Norah Jones' bluesiger Kehle. Oder "Lou Reed" - eine kesse Folk-Persiflage auf den sagenumwobenen Berufs-New Yorker und Rocksänger.

Die behutsame Produktion von Lee Alexander, die feinen Musikerleistungen und die exzellenten Gesangs-Performance von Norah Jones und Richard Julian garantieren bei dem Spaß-Album absolutes Hörvergnügen. Ganz im ernst!

Fazit: Eine Spaß-Band um Blues- und Jazz-Lady Norah Jones macht sich an Country- und Folk-Klassiker zu schaffen. Mit Erfolg! Ein extrem relaxtes, traditionell gehaltenes Album von ausgezeichneten Musikern.

Label: Milking Bull (EMI) VÖ: 3. März 2006

  • Titelliste

  • Links

01 Roly-Poly 08 I Gotta Get Drunk
02 I'll Never Get Out of This World Alive 09 Streets of Baltimore
03 Love Me 10 Easy as the Rain
04 It's Not You, It's Me 11 Tenessee Stud
05 Best of All Possible Worlds 12 Nightlife
06 No Place to Fall 13 Lou Reed
07 Roll On


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