Was Alex Miller mit seinem dritten Album "More Country Than You" abliefert, macht dem Titel alle Ehre
Alex Miller brachte es zum Opener von Größen, wie Rhonda Vincent, Jamey Johnson, Mo Pitney, Josh Turner, Tracy Byrd, Brooks & Dunn oder Hank Williams, Jr. Von letzterem bekam er in dieser Zeit einen Ratschlag, den er sich bis heute gemerkt habe: Nimm' niemals Kritik von jemandem an, von dem Du nicht auch einen Ratschlag annehmen würdest. Danach würde er bis heute leben.
Mehr Country geht eigentlich nicht
Für den Titelsong "More Country Than You" holte sich Alex Miller Emily Ann Roberts für ein klassisches Country-Duett. Als würde es einen überraschen, beide waren bei The Voice gestartet, sind einfach frisch und strahlen die Freude glaubhaft aus. Nichts wirkt einstudiert und heruntergespult, sie singen, als wären sie unter sich und die Klarheit überzeugt.
Mit "Too Much Fun" ehrt Alex Miller den 2018 mit nur 46 Jahren viel zu früh verstorbenen Daryle Singletary. Dieses war von 1995 auf dessen Debüt-Album erschienen. Wer kann schon zu viel Spaß haben, vor allem nicht beim Hören eines Albums wie diesem.
Eine andere Ikone der 90er Jahre erhält verdiente Ehre in "Byrd". Wie der Name verrät – Tracy Byrd. Auch, wenn es um ihn zwischendurch mal stiller geworden war, waren seine zeitlosen Kult-Hits, wie "Watermelon Crawl" oder "I'm From The Country" immer präsent. Mit dem Aufleben der New Country Welle erlebte auch er ein Revival, nicht zuletzt durch seine Zusammenarbeit mit Alex Miller Anfang 2025. In ihrem Duett "The Byrd" empfiehlt Alex Miller verschiedenen Menschen, doch einfach Tracy Byrd zu hören. Der rasante Song ist mit allem gespickt, was ein "fetter" Country Song braucht. Überhaupt sind die klassischen Instrumente, wie Fiddle und Pedal Steel selbstverständlich auf allen Stücken von "More Country Than You" vertreten und dürfen dominieren. Produziert wurde das komplette Album vom erfahrenen Jerry Salley, der auch Harmonie- und Backgroundgesang beisteuerte, für Billy Jam Records und aufgenommen in Ashland City, Tennesse.
Während sich die Welt noch immer im "Choosin' Texas"-Modus befindet, völlig zurecht, denn der Song ist einfach nur ein Traum, kommt hier jedoch die gute Nachricht. Denn im ähnlichen Sound und mindestens genauso wundervoll darf man direkt bei Alex Millers "Momories And Gin" weiterträumen. Der Song könnte die direkte Antwort darauf sein und mit hoffentlich ebensolchem Erfolg.
Kurz und gut, Alex Miller steht dazu, den Traditionalisten nachzufolgen, selbst einer zu sein und Musik zu machen, die wirklich klingt, als käme sie original aus den späten 80er oder frühen 90er Jahren. Gefeierte Nachfolger, wie ein Zach Top, dürften mit Alex Miller jedenfalls harte Konkurrenz bekommen.
Fazit: Sagen wir es, wie es ist. Unser Bewertungssystem lässt nur eine Vergabe von bis zu 5 Sternen zu. Für dieses Album jedoch müsste man es öffnen, um mindestens sechs vergeben zu können.











