Jimmie Allen covert auf "Wild Dreams" seine Lieblingssongs
Jimmie Allen, der Mitte Juni 2026 seinen 40. Geburtstag feiert, hat in der Country-Gemeinde schon mehrfach für Aufmerksamkeit gesorgt. Obwohl er bei den gängigen TV-Casting-Formaten kaum punkten konnte, knüpfte er dort immerhin eine Freundschaft mit Scotty McCreery – der den aus Delaware stammenden Sänger schnurstracks mit auf Tournee nahm. Das blieb nicht ohne Folgen: Allen baute sich eine Fanbase auf, erhielt zunächst einen Songschreiber-Vertrag und später einen Plattenvertrag. Bereits mit seinem Debüt-Album "Mercury Lane" (2017) gelang dem Mann mit der so rauchigen, zugleich einfühlsamen Stimme der Durchbruch.
Jimmie Allen schrieb Country-Geschichte
So richtig Fahrt nahm seine Karriere allerdings ein paar Jahre später auf: Für sein zweites Album "Bettie James " (2020) wurde Allen sowohl von der ACM als auch von der CMA als "Newcomer des Jahres" ausgezeichnet – und das als erster afroamerikanischen Künstler. Ein historischer Moment für die Country Music.
Nun fügt der Grammy-nominierte Sänger seiner Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzu: mit dem neuen Album "Wild Dreams – The Cover Collection". Wie der Titel bereits verrät, widmet sich Allen hier Cover-Versionen, Songs, die ihn geprägt haben oder ihm, wie er selbst sagt, "wilde Träume" bescheren. Die Auswahl der elf Tracks ist dabei ebenso spannend wie unkonventionell: Allen greift zu ikonischen Klassikern, Evergreens und einigen überraschenden Songperlen – und interpretiert sie mit hörbarer Leidenschaft.
Den Auftakt macht ein Song, der in der Country-Gemeinde sofort für Aufmerksamkeit sorgt: "Should Have Been a Cowboy", den der unvergessene Toby Keith 1993 in die Charts brachte. Allen bleibt in seiner Version nah am Original doch seine R&B-gefärbte Stimme verleiht dem Klassiker zusätzliche Soul-Vibes.
Für eine erste stilistische Überraschung sorgt anschließend "Hold On Loosely" von der Southern- und Country-Rock-Band 38 Special. Der 1981 erschienene Track verbindet Power-Pop-Harmonien mit Hardrock-Energie und wirkt auch 45 Jahre später noch erstaunlich frisch. Allen interpretiert den Song mit Hingabe und er macht eine erstaunlich gute Figur als Rock-Shouter. Kurz: Eine rundum gelungene Neuinterpretation.
Fokus auf die 80er Jahre: "Wild Dreams – The Cover Collection"
Viele der "wilden Träume", die dieses Album inspiriert haben, speisen sich aus dem Schallarchiv der 1980er Jahre. Allen greift etwa zu John Mellencamps Heartland-Rock-Klassiker "Small Town", zu REO Speedwagons-Signature-Song "Keep On Loving You" oder zu "I Only Wanna Be With You" von Hootie & The Blowfish – jener Band, aus der später Country-Star Darius Rucker hervorging. Allesamt Songs mit starken Melodien und zeitloser Ausstrahlung. Das gilt sogar für den Track "Home Sweet Home" von den Hardrock-Rabauken Mötley Crüe. Man hat fast vergessen: Die Band um Skandal-Drummer Tommy Lee war durchaus zu gefühlvollen Songs fähig, wie Jimmie Allen mit seiner Interpretation dieser herrlichen Ballade Jahrgang 1985 beweist.
Zwischendrin macht sich der soulige Country-Sänger auch an epochale Song-Meilensteine: An "Here Comes The Sun", von George Harrison meisterhaft komponiert und von den Beatles unsterblich gemacht, sowie "Free Falling" von Tom Petty & The Heartbreakers. Beiden Songs begegnet Allen mit großem Respekt. Statt sie zu kopieren, verleiht er ihnen einen eigenen Charakter: reduziert, oft nur vom Klavier begleitet und mit viel Gefühl gesungen. Fast vorsichtig nähert er sich diesen ikonischen Titeln und formt daraus dennoch etwas Eigenständiges. Man darf vermuten, dass Harrison und Petty dieses musikalische Tribut aus dem Musikerhimmel wohlwollend betrachten würden.
Fazit: "Wild Dreams – The Cover Collection” ist ein abwechslungsreiches Cover-Album, das Jimmie Allens musikalische Einflüsse offenlegt und zeigt, wie souverän er sich zwischen Country, Rock und Pop bewegen kann.











