Various Artists - Stoned Cold Country - A 60th Anniversary Tribute Album to The Rolling Stones

CD Cover: Various Artists - Stoned Cold Country - A 60th Anniversary Tribute Album to The Rolling Stones

Die Stones feiern 60. Geburtstag und die Country-Gemeinde feiert mit: Bei "Stone Cold Country" singt die Country-Elite Mick, Keith & Co. ein Ständchen

Die Rolling Stones. Das war schon immer mehr als eine Rockband. Da war schon immer Blues im Sound, es wurde auch mal soulig und vielleicht sogar auch mal ein kleines bisschen jazzig. Aber auch für den Country-Sound schlug seit jeher das Herz dieser Rock-Monolithen. Nicht umsonst verband Keith Richards und Gram Parsons eine enge Freundschaft, was sich auf dem Stones-Meisterwerk "Exile On Mainstream" musikalisch betörend zeigte. Oder nehmen wir nur die Stones-Klassiker "Wild Horses" oder "Honky Tonk Woman" - astreine Country-Tracks, nur eben im R&B-Outfit arrangiert.

Wenn sich aber Country-Größen wie Brooks & Dunn, die Brothers Olson, Ashley McBryde und Konsorten an diesen Song-Rohstoff machen, tja, dann kommt so etwas heraus wie die 14 Titel von "Stoned Cold Country".

Ein Konzept, das aufgehen muss: Stoned Cold Country

Muss man jetzt erwähnen, dass das Album Spaß macht? Wohl kaum. Denn dieses Konzept muss einfach aufgehen. Da führt kein Weg daran vorbei. Dieses Tandem - Stones & Nashville - funktioniert tadellos. Ab dem ersten Ton vom Opener, dem unverwüstlichen "(I Can't Get No) Satisfaction" in der Version von Ashley McBryde. Die rauhkelige Country-Überfliegerin ist für diesen Titel die perfekte Besetzung, wie sich schnell zeigt. Sie schmettert diesem eigentlich kaum mehr hörbaren - weil schon zu oft gehörten - Song neues Leben ein und ringt den paar simplen Blues-Rock-Harmonien völlig neue Töne ab. Ein Sonderlob gebührt der Backing-Band dieser Zusammenstellung. Der Drummer, bei allem Respekt dem seligen Charly Watts gegenüber, entfacht hier ein Viertelnoten-Gewitter auf der armen Snaredrum, wie man es nur selten zu hören bekommt. Volle Punktzahl gleich mal zu Beginn!

Mit einem Klassiker geht es weiter. Interpretiert ebenfalls von einem Klassiker: Brooks & Dunn, die Helden des 90er Jahre New Country, nehmen sich "Honky Tonk Women" zur Brust. Sie bleiben etwas näher am Original, versprühen aber wieder eine Lässigkeit, dass man sofort die alten CDs des Duos hervorkramen möchte. Nach so viel Adrenalin ist es Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Die beschert uns Maren Morris mit dem wehmütigen "Dead Flowers", aus dem sie flugs eine echte Country-Ballade macht. Weiter geht's mit den Brothers Osborne und "It's Only Rock 'n' Roll (But I Like It)". Für diese zeitlose, ewig gültige Hymne aller Rockjünger haben sich die beiden Brüder noch die Soulband The War And Treaty ins Studio geholt. Ergebnis: ein unwiderstehlicher Mix. Rock, Country und Soul finden den gemeinsamen Nenner.

14 Stones-Tracks im Country-Gewand: Stoned Cold Country

Man könnte jetzt über jeden Song ausführlich referieren: Über Jimmie Allens packende und ultracoole Version von "Miss You", wie sich Elle King an "Tumbling Dice" macht und was die Zac Brown Band alles mit "Paint It Black" anstellt. Das ist kreativ, überraschend und musikalisch auf extrem hohen Niveau - und das gilt für alle Titel von "Stoned Cold Country". Highlights herauspicken fällt also schwer. Dennoch setzen ein paar Titel vielleicht doch ein paar Ausrufezeichen zusätzlich. Subjektiv betrachtet ist das zum einen Steve Earle mit seiner wundervoll emotionalen Version des größten Engtanz-Songs der Stones, mit "Angie": Diese brüchige Stimme, diese so vertraute, ja, schon auch kitschige Melodie. Toll!

Gefälliger aber um keinen Deut weniger begeisternd fällt die Little Big Town-Adaption der wunderschönen Ballade "Wild Horses" aus. Man ist geneigt zu sagen: so stark hat man das Quartett schon länger nicht mehr erlebt. Das gilt vielleicht sogar auch für Eric Church, der sich "Gimme Shelter" annimmt. Er macht aus diesem eigentlich getragenen, sehnsüchtigen Titel einen treibenden Country-Soul mit feurigem Motown-Beat und Retro-Fender-Piano. Grandios!

Den Superlativ darf man getrost auch im Falle von Marcus King und "Can't You Hear Me Knocking" bemühen. Denn so wie das hier groovt, rockt und schiebt, muss dem geneigten Musikfan einfach das Herz aufgehen. Und das bleibt auf, wenn man Lainey Wilson bei "You Can't Always Get What You Want" hört. Spätestens beim Jahrhundert-Refrain ist die Gänsehaut unvermeidbar, jede Wette.

Fazit: Wenn sich die Country-Elite dem Rolling Stones-Katalog annimmt: "Stoned Cold Country" ist eine hochkarätige, packende und jederzeit Laune machende Würdigung der großen Rockband.

Label: BMG (Warner) VÖ: 17. März 2023
Disk 1
01 (I Can't Get No) Satisfaction (von Ashley McBryde)
02 Honky Tonk Women (von Brooks & Dunn)
03

Dead Flowers (von Maren Morris)

04 It's Only Rock 'N' Roll (But I Like It) (von Brothers Osborne & The War and Treaty)
05 Miss You (von Jimmie Allen)
06 Tumbling Dice (von Elle King)
07 Can't You Hear Me Knocking (von Marcus King)
08 Wild Horses (von Little Big Town)
09 Paint It Black (von Zac Brown Band)
10 You Can't Always Get What You Want (von Lainey Wilson)
11 Sympathy for the Devil (von Elvie Shane)
12 Angie (von Steve Earle)
13 Gimme Shelter (von Eric Church)
14 Shine a Light (von Koe Wetzel)
vgw
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