Früher klopften ehrgeizige Youngster an die Türen der Music Row oder versuchten Kontakte in den umliegenden Bars zu knüpfen, um in der Musikbranche in Nashville Fuß zu fassen.

Einige verfolgen diesen Ansatz immer noch, aber die smarteren unter ihnen haben festgestellt, dass man seine Chancen durch ein Musikbusiness-Studium deutlich verbessern kann, insbesondere wenn der Abschluss an einer örtlichen Universität gemacht wurde, wo es einen ständigen Austausch zwischen Universität und Musikbranche gibt.

Es gibt eine ganze Reihe von Erfolggeschichten prominenter Künstler, die diesen Punkt untermauern. Brad Paisley, Josh Turner und Trisha Yearwood haben alle ein Musikbusiness-Studium an der Belmont University absolviert. Der Manager von Grand Ole Opry, Pete Fisher, hat an der Middle Tennessee State University studiert, genauso wie Erin Enderlin, die Co-Songschreiberin des Top 5-Hits von Alan Jackson "Monday Morning Church". Die virtuose Country-Geigerin Andrea Zonn, die lange Zeit Mitglied der Band von Vince Gill war, machte ihren Abschluss an der Blair School of Music der Vanderbilt University. Die Trevecca Nazarene University spielt erst seit kurzem eine Rolle für das Musikgeschäft und ist dabei, sich unter der Leitung von Jim Foglesong, dem früheren Präsidenten der Country-Abteilung von MCA Nashville und Capitol Nashville und Mitglied der Country Music Hall of Fame, einen Namen zu machen.

"An jedem Album, das in Nashville produziert wird, war mindestens einer unserer Studenten beteiligt", behauptete Nathan Adam, Associate Chairman des MTSU Department of Recording Industry.

Belmont, das oberhalb der Music Row liegt sowie MTSU, das sich etwa 30 Meilen entfernt in Murfreesboro befindet, sind die wichtigsten akademischen Institute für die Musikbranche. In Belmont studieren derzeit ungefähr 1.300 Studenten, deren Hauptfach das Musikbusiness ist. Die Blair School of Music bietet keinen Musikbusiness an, jedoch leitet Foglesong jedes Semester eine Lehrveranstaltung über die Musikbranche. Diese Veranstaltung wird von etwa 100 Studenten der Blair School of Music und der Vanderbilt-Universität besucht. Des Weiteren verfügt die Universität über ein florierendes Folkinstrument-Programm mit starken Country-Anklängen.

MTSU teilt stolz mit, dass es über das größte vierjährige Studienprogramm für Musikaufnahmen im Land verfügt. Die Anzahl der Studenten ist inzwischen auf 1.700 angestiegen. Angesichts der begrenzten Kapazitäten der derzeitigen Einrichtungen liegt die optimale Studentenzahl jedoch bei etwa 1.400, so Adam.

Foto: Michael Krouskop
Studenten an der Mike Curb School of Entertainment and Music Business in Belmont können das Musikbusiness, das Studium der Unterhaltungsbranche oder Tonaufnahmetechnik als Hauptfach wählen. Zusätzlich zu den Lehrveranstaltungen ist Belmont auch Besitzer und Betreiber der Ocean Way-Aufnahmestudios, einer kommerziellen Einrichtung, die Wesley Bulla, der Dekan der Universität, mit einem Lehrkrankenhaus vergleicht, in dem erfahrene Ärzte und Neulinge Seite an Seite arbeiten.

Das Department of Recording Industry der MTSU vergibt Abschlüsse in den Fächern Musikbusiness, Produktion und Musiktechnik. Im letzten Jahr hat die Universität einen Master of Fine Arts-Abschluss in Aufnahmemethoden und -technik eingeführt, der hauptsächlich für Lehrer in den Programmen für die Aufnahmebranche bestimmt ist, die landesweit in den Colleges wie Pilze aus dem Boden schießen. Trevecca bietet einen allgemeinen Musikbusiness-Abschluss an. Alle Abschlüsse bei Blair sind performance- oder lehrorientiert.

Zusätzlich zu ihren Vollzeitlehrkräften rekrutieren alle Universitäten eine ganze Reihe von Music Row-Professionals als Gastdozenten. Bulla erklärte, dass mehr als die Hälfe der Ausbilder für Musikbusiness in Belmont Gastdozenten sind. MTSU beschäftigt außerdem eine ganze Palette von Teilzeitkräften, einschließlich professionellen Studiotechnikern, auf die Unterhaltungsbranche spezialisierten Rechtsanwälten, Musikproduzenten und "Songpluggern", einer Art Handelsvertreter für Songs. Trevecca verfügt nur über zwei ordentliche Professoren, einschließlich Foglesong.

Erfahrene Lehrkräfte mit einem Standbein in der Praxis übernehmen den Rest des Lehrangebots.

Der Dekan der Blair School of Music, Mark Wait, startete das Folkinstrument-Programm 1994, nachdem ihn Freunde zu einem Konzert des Country- und Jazzgeigers Mark O´Connor im berühmten Station Inn in Nashville mitgenommen hatten. "Das hat mich einfach umgehauen", erklärte Wait. " Ich dachte, "Junge, wenn wir einen solchen Klassemann nicht als Lehrkraft für unsere Studenten verpflichten, verpassen wir den Zug´ ". Er schaffte es sehr schnell, O´Connor als Lehrkraft zu gewinnen, kurz danach verstärkt um den Hackbrett-Spieler David Schnaufer, den Mandolinenspieler Butch Baldassari sowie die Banjospielerin Alison Brown.

Praktika werden in Belmont und MTSU nur als Option angeboten, sind aber in der Praxis absolut üblich. Beide Universitäten unterstützen ihre Studenten dabei, Teilzeitanstellungen in der Musikbranche zu finden, die für das Studium angerechnet werden können. In Trevecca ist ein Praktikum eine Voraussetzung für einen Abschluss. Die Studenten von Trevecca beginnen ihr Praktikum im zweiten Semester, in dem sie insgesamt 40 Stunden absolvieren müssen. Diese Auflage steigt auf 100 Stunden pro Semester im dritten und vierten Studienjahr an.

"Grundsätzlich wollen alle unsere Studenten ein Praktikum absolvieren", erklärte Adam. "Wir warten jedoch, bis sie im Abschlussjahr sind, d.h. bis sie die wichtigsten Kurse [für ihren Abschluss] beendet haben... damit wir sicher sind, dass wir keine Studenten in die Praxis schicken, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Wir schicken vielmehr Leute in die Praxis, die über eine solide Wissensgrundlage verfügen."

Trotz der Umwälzungen in der Musikbranche durch Zusammenschlüsse von Record Labels und neue Internettechnologien sind die Aussichten, dort einen Job zu finden, immer noch gut, war die Schlussfolgerung von Adam. Mehr Absatzmöglichkeiten im Musikgeschäft bedeuten, dass mehr Content geschaffen, produziert, vermarktet und lizenziert werden muss, lautete die Argumentation.

"Wir passen unseren Lehrplan jedes Semester und jedes Jahr auf der Grundlage der aktuellen Entwicklungen an", erklärte Bulla. "Es gibt allerdings auch eine Reihe von grundlegenden Fakten, die immer gleich bleiben. Man verkauft immer noch einen Künstler. Man verkauft immer noch ein Image und einen Lifestyle. Man versucht immer noch, das Publikum dazu zu bewegen, sich mit dem zu identifizieren, was man ihm verkaufen möchte. Unabhängig davon, ob man den Verkauf über das Internet oder in einem Plattenladen abwickelt, ist ein Großteil dieser grundsätzlichen Dinge auf beide Ansätze anwendbar."

Bulla erklärte, dass er bei einem kürzlich erfolgten Ehemaligen-Treffen in New York eine Belmont-Absolventin getroffen habe, die für ein Independent-Label arbeitet und einem Team von Internet-Bloggern vorsteht.

"Vor fünf, vier oder sogar noch vor drei Jahren kamen Studenten auf die Universität, die kaum wussten, was Bloggen bedeutet. Heute hat sie eine Vollzeit-Stelle und Vollzeitpersonal. Das bedeutet, dass es einen Job gibt, der vor drei Jahren noch nicht einmal existierte. ... Es gibt mehr Jobs da draußen als jemals zuvor."

Foglesong beschrieb den Arbeitsmarkt in der Musikbranche als "hart und wettbewerbsorientiert", fügte jedoch hinzu, dass viele seiner Studenten bei der Suche nach einem Job, für den sie ausgebildet wurden, erfolgreich waren.

Photo courtesy of MTSU Photographic Services
Um ihren Wettbewerbsvorteil zu halten, richten die Universitäten neue Kurse und Programme ein und bauen neue Einrichtungen. Trevecca bietet jetzt zusätzlich Kurse für Marketing in der Musikbranche, Urheberrecht und Recht in der Unterhaltungsbranche an und ist dabei, Geldmittel für die Errichtung eines Gebäudes für bildende Kunst zu beschaffen.

MTSU hat vor kurzem das "Partners in Craft"-Songwriting-Programm in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Verwertungsgesellschaft für Musikprodukte ASCAP eingerichtet. Das Programm bringt aufstrebende Songwriter-Studenten mit erfolgreichen Komponisten zusammen und macht sie mit dem Geschäftsumfeld vertraut, in dem Songschreiben funktioniert.

Außerdem gibt es ein neues Programm, das es Absolventen eines Studiums in der Musikindustrie ermöglicht, ein zusätzliches Studienjahr anzuhängen, um einen Master in Business Administration (MBA) zu erhalten.

"Wir untersuchen auch die Möglichkeit, unsere Studioeinrichtungen um eine 5.1 Cinema Mix Suite zu erweitern", sagte Adam, "damit die Studenten auch an Filmtonaufnahmen arbeiten können. Bis zu einem gewissen Grad ist dies schon jetzt möglich, aber wir wollen jetzt einen ganzen Raum für Cinema Mixing einrichten."

"Eine Reihe dieser Fakultäten decken das Tonaufnahmegeschäft sehr gut ab", stellte Bulla fest. "Was sie dagegen eher stiefmütterlich behandeln, ist das Konzert- und Tourgeschäft.

Das betrachten wir als Wachstumsbereich für uns - und gleichzeitig als Wachstumsbereich für Studenten auf Arbeitssuche. Abgesehen von der [Belastung durch] Reisen sind die Jobs auf Tour regelmäßiger und besser bezahlt als in der Stadt.

Bulla erklärte außerdem, dass Belmont an einer Partnerschaft mit Clair Brothers Audio in Nashville für ein Praktikums- und Trainingsprogramm interessiert ist.

"Sie sind mit der Zeit zu dem Schluss gekommen, dass es bei Touring- und Tour-Support nicht länger darauf ankommt, nur die stärksten Hünen zu finden, um die ganzen Geräte herumzuschleppen. Man muss auch jemand haben, der sich mit Computern und Technik auskennt und weiß, wie man diese Hightechgeräte bedient.

Seit der Zeit vor 25 Jahren, als man einfach eine Band auf die Bühne stellte und den Ton aufdrehte, hat sich enorm viel verändert."

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