Chris Jansen - Real Friends

CD Cover: Chris Jansen - Real Friends

Chris Jansons "Real Friends" beinhaltet die im Frühjahr 2019 erschienene Hit-Single "Good Vibes".

"Good Vibes" wäre wohl ebenso ein geeigneter Titel für das Album gewesen, welches tatsächlich überwiegend gut aufgelegte Titel an Bord hat. Das sieht der Sänger offenbar ähnlich. "Ich bin froh, dass wir uns für diese erste Single entschieden haben, weil sie den Ton für den Rest des Albums angibt, der sehr positiv und erhebend ist", so der Sänger schon vor einigen Monaten. Wie beim vor vier Jahren veröffentlichten Debüt "Buy Me a Boat" war Chris Janson bei "Real Friends" wieder am Songwriting von allen Titeln beteiligt. Hilfe dabei gab es unter anderem von prominenten Hit-Experten wie Ashley Gorley, Zach Crowell, Craig Wiseman, Rhett Akins und Ben Hayslip.

Chris Janson hat auf "Real Friends" knackigen Stadion-Rock an Bord

Seinem etwas rockigeren Country-Sound bleibt der 33-Jährige auf "Real Friends" treu. Eins der härteren Beispiele dafür ist "Country USA". Ein typischer Stadion-Rocker, der direkt an Jason Aldean erinnert. Druckvolle Gitarren, eine in diesem Fall recht ähnliche Stimme und nicht zuletzt die altbekannten Inhalte über kernige Typen aus der Kleinstadt - das klingt nicht schlecht, ist aber alles schon mehrfach gehört worden.

Bei "Say About Me" lassen es und die Studiomusiker nochmals krachen. Hier beweist Chris Janson zudem seine humorvolle Ader, indem er sich selbst ein wenig auf die Schippe nimmt, indem er sich als Angeber bezeichnet, der Musik nur macht, weil er ja schon genügend Geld hat. Dennoch steckt eine Portion an Wahrheit in der teils nicht gesungenen, sondern gesprochenen Nummer, beispielsweise wenn es heißt: "I' m just a redneck boy in the hills of Tennessee. And I was raised not to care what people say about me." (Ich bin nur rein Hinterwäldler-Junge in den Hügeln von Tennessee. Und ich wurde erzogen nichts darauf zu geben, was andere Menschen über mich sagen.)

Einige Songs auf "Real Friends" erinnern an Blake Shelton

Ein größeren Teil der neuen Titel auf "Real Friends" nehmen Mittempo-Nummern ein. "Done" und das sommerliche "Good Vibes" klingen beide schon wie unveröffentlichte Songs von Blake Shelton. Beim überzeugenden "Mine Does", das mit einem Saxofon-Solo und wohl dosierten Bläser-Einsätzen veredelt wird, meint man auf jeden Fall, es hier mit einem Blake-Shelton-Song zu tun zu haben. Doch es ist nicht der Ex von Miranda Lambert, sondern Ben Caver, der hier mit dem stimmigen Background-Gesang für die perfekte Täuschung sorgt. Ben Caver war zuletzt unter anderem für Brett Young, Brooks & Dunn und Jake Owen als Sänger bzw. Komponist im Einsatz.

Beim rockigeren Titeltrack ist der Sänger aus Oklahoma dann aber ganz offiziell mit von der Partie. "Real Friends" klingt nicht gerade neu, sondern eher wie eine Cover-Version eines bereits erschienenen Duetts von Blake Shelton. Dennoch dürfte die Nummer allein aufgrund der Kombination zwischen aufstrebendem Rocker und etabliertem Star ein Erfolg werden. Klar im Partymodus ist der Sänger dazu bei "Normal People", "Beer Me" und dem besonders eingängigen "Waitin' on 5" unterwegs. Drei weitere Mainstream-Songs, die ebenso gut von Kollegen wie Luke Bryan und Cole Swindel stammen könnten.

Das Tempo drosselt Chris Janson bei "Real Friends" selten. Bei "Hawaii on Me" wird es einmal ruhiger und relaxter. Dabei denkt der Sänger laut darüber nach, wie seine Familie später einmal mit seinem Tod umgehen soll. Statt sein Geld zu verwenden, die Überreste in einer Holzkiste in der Erde zu begraben, soll der Anhang lieber eine gute Zeit auf Hawaii verbringen und dort seine Asche verteilen. Von den nachdenklicheren Songs des Mannes aus Missouri hätten es gern noch mehr sein dürfen.

Fazit: Das neue Album von Chris Janson klingt wie eine Zusammenstellung mit Songs von Größen des aktuellen Mainstream-Sounds mit etlichen Hits, die Originalität hält sich jedoch in Grenzen.

Label: Warner Bros. Nashville (Warner) VÖ: 18. Oktober 2019
01 Good Vibes
02 Check
03 Done
04 Normal People
05 Say About Me
06 Waitin' on 5
07 Hawaii on Me
08 Mine Does
09 God's Gotta Be a Good Ole Boy
10 Real Friends (mit Blake Shelton)
11 Everybody's Going Through Something
12 Beer Me
13 Country USA
14 Say About Me (mit Offset)

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