Cody Jinks - Lifers

CD Cover: Cody Jinks - Lifers

Wiederholt Cody Jinks mit "Lifers" die Qualität des ersten Albums?

Nicht immer wurden die Alben von Cody Jinks so sehnlichst erwartet, wie jetzt "Lifers". Denn Cody Jinks ist schon lange im Musikgeschäft, allerdings lange Zeit ziemlich erfolglos. Von 1998 bis 2003 tourte er als Leadsänger mit der Trash-Metal-Band "Unchecked Aggression" durch die USA, ohne sonderlich erfolgreich zu sein. In Los Angeles kam es 2003 zu einem folgenschweren Streit. Die Band löste sich auf und Jinks nahm zunächst Abstand von der Musikbranche. Erst zwei Jahre später versuchte es der 37-Jährige erneut. Diesmal mit Country Music. Auch hier war ihm vorerst nicht viel Erfolg beschieden. Seine ersten sechs Alben floppten ausnahmslos.

Während Cody Jinks sich in Deutschland bereits eine feste Fanbase erspielte, zum Beispiel durch seinen Auftritt bei Country Music Meeting, kam der internationale Durchbruch dann endlich mit seinem letzten Album "I'm Not the Devil" (2016). Das Album startete dafür dann aber direkt richtig durch und belegte Platz 4 der Billboard Country Album Charts und sogar Platz 39 der Billboard Top 200 Charts (alle Genres). Manchmal zahlt sich ein langer Atem eben doch aus. Und es beweist eines ganz deutlich: Cody Jinks besitzt Leidenschaft zur Country Music. Leidenschaft, die man auch auf dem neuen Album "Lifers" hört.

"Lifers" fühlt sich gut an

Schon beim ersten Lied "Holy Water" generiert "Lifers" eine Kraft, der man sich nur schwer entziehen kann. Die von Jinks gespielte Country Music klingt ehrlich und rockig. Flott gespielt, zeigt sich hier direkt die Qualität des 37-Jährigen. Der Mann lebt Country Music. Kein Wunder, ist er doch damit aufgewachsen.

Sein Verständnis von Country Music gibt Jinks in jedem seiner Lieder an den Hörer weiter. Egal ob rockig ("Can't Quit Enough") oder einfühlsam und leise ("Colorado"): Jeder Song fühlt sich echt und leidenschaftlich an. Das überträgt sich und man kann nicht anders, als alle elf Songs von "Lifers" allein aus Respekt gut zu finden.

Cody Jinks bietet alles

Textlich macht Cody Jinks alles richtig. Ob er über die Liebe singt ("Somewhere Between I Love You and I'm Leaving") oder ganz banale Dinge ("Must Be the Whiskey"), die Texte scheinen aus dem Leben gegriffen, als erzähle Jinks seine Geschichte. Auch wenn die Lyrics dabei nicht immer ein gleichbleibend hohes Niveau haben. Das kann man aber wirklich verzeihen.

Auch musikalisch deckt Cody Jinks alles ab. Und auch wenn hier der Begriff "rockig" fiel, bezieht sich das eher auf das Tempo seiner Lieder, denn die E-Gitarre wird nur selten an ihre Leistungsgrenze gebracht. Trotzdem sprühen viele Lieder vor Energie und zeigen eindrucksvoll, wie kraftvoll Country Music sein kann, ohne dabei seine Wurzeln zu verleugnen.

"Lifers" ist Country Music pur

Eigentlich dürfte es keinen Country Music-Fan geben, der "Lifers" nicht mag. Natürlich gibt es auch schwächere Lieder ("Stranger", "7th Floor") auf dem Album, doch enttäuschend ist keins. Das Pedal Steel kommt konstant bei jedem Lied zum Einsatz und Jinks' typische Country Music-Stimme tut ihr Übriges, um Fans direkt abzuholen.

In manchen Lieder spielt Cody Jinks etwas zu stark mit dem Klischees der Country Music. "Desert Wind" oder auch schon erwähntes "Colorado" sind keine schlechten Lieder, musikalisch treten sie allerdings ein bisschen auf der Stelle. Insgesamt bietet "Lifers" genau das, was man sich wünscht und ist damit ein Muss für jeden Fan.

Fazit: Was ein Streich! Mit "Lifers" liefert Cody Jinks das ab, was man sich als Fan wünscht: Ehrliche Country Music.

Label: Rounder (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 27. Juli 2018
01 Holy Water
02 Must Be the Whiskey
03 Somewhere Between I Love You and I'm Leavin'
04 Lifers
05 Big Last Name
06 Desert Wind
07 Colorado
08 Can't Quit Enough
09 7th Floor
10 Stranger
11 Head Case

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