CD Cover: Anderson East - Encore

Mit Encore führt Anderson East seinen Stil konsequent weiter.

Orchester, Chor und elektronische Klänge: Das sind nicht gerade die Zutaten, welche man bei Country Music erwartet. Tatsächlich hat "Encore" sehr wenig Anleihen an dieses US-amerikanische Genre. Trotzdem ist das neue Album das Reinhören wert, denn "Encore" bietet alles: Sanfte Balladen, mitreißende Crescendos und wahrhaft orchestrale Riffs.

Das erste Album "Delilah" konnte Kritiker und Fans gleichermaßen mit seinem sicheren Stilmix zwischen Blues, Soul, Rock, Country Music und Pop überzeugen. Das alles wurde mit einem Orchester aufgenommen und garantierte ein einzigartiges Klangerlebnis. "Encore" führt diesen Weg konsequent weiter. Stillstand gibt es allerdings nicht. Vielmehr handelt es sich bei dem neuen Album um eine Weiterentwicklung Anderson Easts Stärken.

Encore trägt seinen Namen zurecht

Über das neue Album sagen Anderson East und Produzent Dave Cobb, dass jeder Song das Zeug dazu haben muss, ein Live-Konzert abzuschließen. Die Ansprüche sind dabei sehr hoch. Atemberaubend sollen die Lieder sein. Ein Knall soll dem nächsten folgen. Daher der Name. "Encore" heißt auf Deutsch nämlich Zugabe und so sollen sich die Stücke auch anhören.

Zugegeben, dass ist Anderson East nicht ganz gelungen. Was aber nicht an der Qualität der Lieder liegt, sondern am immensen Anspruch. Manche Lieder, wie etwa "King for a Day" oder auch "Cabinet Door" sind wunderbare Songs, besitzen allerdings nicht die Kraft ein Konzert mit einem Knall abzuschließen. Zu streng sollte man allerdings nicht sein, denn das alles ist kritisieren auf höchstem Niveau!

Anderson East überzeugt mit fantastischem Stilmix

Schon das erste Album mischte die verschiedensten Genres. "Encore" ist in dieser Hinsicht eine Weiterführung des eingeschlagenen Weges. Easts Vorliebe zu Country-Blues und Southern Soul tritt auch hier besonders stark zum Vorschein. Songs wie "If You Keep Leaving Me" und "Sorry, You're Sick" bieten zudem einen starken Anteil an Gospel.

Überhaupt fallen einem zu den meisten Liedern zahlreiche Verweise ein. "Surrender" könnte direkt aus dem "Blues Brothers"-Film stammen und "All On My Mind" hört sich an wie der Titelsong eines James Bond-Films. Zudem weisen zahlreiche Lieder, wie beispielsweise "Somebody Pick Up My Pieces", "Girlfriend" oder "This Too Shall Last" Parallelen zu Joe Cocker auf. Und das liegt nicht nur an der sehr ähnlichen Stimme von Anderson East.

Anderson East bald in Deutschland

Doch egal welcher Stil, welches Genre und ob ruhige Ballade oder fetziger Gospel: Sämtliche Songs sind wirklich auf allerhöchstem Niveau und bieten nicht den geringsten Anlass zur Kritik. Auf "Encore" passt einfach alles. Einzig beinharte Country Music-Fans könnten enttäuscht sein, denn davon bietet das neue Album recht wenig (gerade einmal "King for a Day" hat spürbare Country Music-Elemente).

Wer Anderson East live sehen möchte, bekommt Ende Januar 2018 Gelegenheit dazu. Dann kommt der 29-Jährige nämlich für drei Besuche nach Deutschland

Fazit: Was für ein Kracher! "Encore" von Anderson East macht alles richtig. Musik auf höchstem Niveau.

Label: Low Country Sound / Elektra (Warner) VÖ: 12. Januar 2018
01 King for a Day
02 This Too Shall Last
03 House is a Building
04 Sorry You're Sick
05 If You Keep Leaving Me
06 Girlfriend
07 Surrender
08 All On My Mind
09 Without You
10 Somebody Pick Up My Pieces
11 Cabinet Door

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