CD Cover: Moon Taxi - Let The Record Play

Mit "Let The Record Play" präsentiert das in Nashville ansässige Quintett Moon Taxi ein Longplayer mit Hit-Potential in den Alternative-Rock- und Pop-Charts.

Nasvhille ist längst nicht mehr nur für Country-Acts das gelobte Land. Das zeigt sich eindrucksvoll für das junge Quintett Moon Taxi. Die Mitglieder stammen aus Alabama, Georgia und Kentucky, doch in Music City USA kreuzten sich 2002 ihre Wege. Zunächst bildeten sie die Backingband für ein Rap-Duo. Als sie später ihr eigenes Ding machten und Moon Taxi gründeten, ging es zunächst in die Jam-Rock-Richtung. Diesen Sound, der entfernt an die Tedeschi Trucks Band erinnerte, zeichnete auch das 2007 erschienene Debüt-Album "Melodica" aus.

"Let The Record Play" hat das Zeug zum großen Wurf

Wie bei vielen anderen Band, durchliefen auch Moon Taxi verschiedene Evolutions-Stadien, mit Umbesetzungen, Klang-Findungen und -Verwerfungen, Ups and Downs und der üblichen Tingel- und Vorband-Tour. Konzerte mit Schwergewichte wie Gov't Mule und das 2008 erschienene Live-Album "Live Ride" bilden die Glanzlichter dieser Epoche.

Jetzt, gut ein Dutzend-Jahre nach Bandgründung, wird es aber Zeit, ein echtes Karriere-Highlight zu setzen. Vielleicht gelingt es dem Nashville-Fünfer mit "Let The Record Play". Das Zeug zum großen Wurf hat das im Sputnik Sound, Nashville, aufgenommene und von Gitarrist Spencer Thomson produzierte Album jedenfalls. Ähnlich wie King Of Leon rühren Moon Taxi im Verlauf der zehn Eigenkompositionen einen dynamischen, teilweise energetisch aufgeladenen und mit höchst eingängigen Melodien versehenen Pop-Rock-Electro-Mix an.

Ein Sound, der etwas Eigenes hat. Der groovt, der im Ohr hängen bleibt, der mehrheitsfähig in den Charts zünden kann, der nicht selten mit pathetischen Uuuh- und Aaaah-Chören für sphärische Stimmung sorgt. Dummerweise - und das ist ein Manko der CD - verlassen sich Thomson, Sänger Terndrup & Co. etwas zu sehr auf diese Rezeptur. Deshalb sind sich viele Tracks in ihrer Ausrichtung sehr ähnlich - sowohl in Arrangement und Tempo, als auch in der Grundstimmung.

Haben den eigenen Sound gefunden: Moon Taxi

Mittendrin versucht sich das talentierte Ensemble aber auch in etwas anderen Gefilden. Oder besser: Sie erweitern ihren Trademark-Sound um weitere Zutaten. Beispielsweise bei dem gemütlichen, gefälligen, eingängigen "No More Worry" - ein Song, so voll gepackt mit positiver Energie, dass er sich als musikalische Begleitung für jedes Think-Pink-Seminar eignen würde.

Das nachgeschobene "Moving to the City" schlägt dagegen ganz andere Töne an. Hier knüpfen sie zunächst mit rabiaten Gitarren an ihre Jam-Rock-Band-Vergangenheit an um später schmucken Düster-Pop á la Duran Duran anzustimmen. Guter Song!

Das verdient sich auch "The Way", der letzte Track der nur etwas über 35 Minuten dauernden CD. Hier finden braver Folk, sansoweiche Ambient-Sounds, hymnische Chöre und ein straighter Groove einen gemeinsamen Nenner. Die frühen Genesis mit einem Schuss Country und Folk? So ähnliche könnte man das Resultat beschreiben.

Fazit: Anspruchsvoller Alternative-Rock und -Pop mit Folk-Anleihen: Moon Taxi aus Nashville präsentieren sich auf "Let The Record Play" mit hippen Sounds.

Label: RCA (Sony) VÖ: 19. Januar 2018
01 Let The Record Play
02 Not Too Late
03 Good As Gold
04 Two High
05 No More Worry
06 Moving to the City
07 Nothing Can Keep Us Apart
08 Keep Me Coming
09 Trouble
10 The Way

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