CD Cover: LenneBrothers Band - Choo Choo Billy Train

Die LenneBrothers Band lädt mit ihrem Debüt-Album "Choo Choo Billy Train" zu einer musikalischen Reise in die Vergangenheit ein.

Man wird ja nicht jünger. Selbst an gestandenen Musiker nagt unerbittlich der Zahn der Zeit. Sogar an so bühnenerprobten Herren, wie den Lennerockers - die nach rund 30 Band-Jahren Anfang 2016 ihre Instrumente in die Ecke stellten. Nur aber um - Aha! - eine neue Band zu gründen: die LenneBrothers Band.

Zumindest zwei Lennerockers sind wieder mit von der Partie: die, die Brüder Michael "Ele" Koch (Piano, Banjo, Lead Vocals) und Stefan "Teddy" Koch (Gitarre, Piano). Warum also das Ganze? Schließlich waren die Lennerockers ja prima im Geschäft? Nun, da wären wir wohl wieder beim Zahn der Zeit, denn: die LenneBrothers Band lässt es - verglichen mit der Vorgänger-Band - schon deutlich geruhsamer und entspannter angehen. Nicht so laut, nicht so druckvoll, nicht so aggressiv, aber immer noch ganz auf Rock 'n' Roll, Boogie, Blues und Country gepolt. Nur eben etwas lässiger und leiser. Ein Nachteil muss das nicht sein...

Auf 50ies Kurs: die LenneBrothers Band

Bei ihrem Debüt-Album "Choo Choo Billy Train" holen sich die Koch-Brüder sowie Claus Coxx (Slap Bass) und Andreas Kässens (Drums) ihre Inspirationen vorwiegend aus den Gründertagen des Rock 'n' Roll. Aus einer Zeit, als Sam Philips in den Sun-Studios in Memphis ein neues Genre erfand und in Elvis, Jerry Lee Lewis und Johnny Cash die dafür höchst geeigneten Interpreten.

Elvis, Lewis, Cash. Diese drei Ikonen der Musik sagen bei den 12 Eigenkompositionen natürlich immer wieder inspirativ "Hallo". Beim Auftakt der CD klingt die Lenne Brothers Band allerdings weniger nach Memphis, Nashville oder Muscle Shoals, sondern schon sehr nach Hagen-Hohenlimburg, wo zumindest die beiden Kochs herkommen. Jedenfalls fällt der Opener "Still Wild And Crazy" nicht sehr wild und verrückt aus. Im Gegenteil: Mit bravem Klavier-Geklimper erinnert er wahlweise nach gediegener Altherren-Combo oder Kindergeburtstag. Gut, dass sie schon beim nachfolgenden "Rocking and Trucking" die Zügel anziehen und richtig guten, authentischen Rock 'n' Roll abliefern.

Stimmlich ähnelt Leadsänger Ele Koch erstaunlich dem großen Johnny Cash. Am vielleicht schönsten wird das im Titeltrack deutlich, zumal der Song erfreulich an den großen Cash-Track "Folsom Prison Blues" denken lässt. Für eine andere Assoziation sorgt das stürmische, tatsächlich heiße "Some Like It Hot", für das kein Geringerer als Jerry Lee Lewis Pate stand. In dem rasanten Rock 'n' Roller zeigen die vier Musiker, was sie an ihren Instrumenten so drauf haben. Es ist: eine ganze Menge. Vor allem Stefan Koch überzeugt mit lupenreinem Gitarren-Solo.

Gelungenes Debüt der Retro-Cracks: "Choo Choo Billy Train"

Dass die Band aber auch herrlichen Retro-Country im Ärmel hat, zeigt sie in dem groovenden, swingenden "Rough, Tough (Doing What I Love)". Ein lässiger Track, mit luftigem Arrangement und flirrenden "Ghostriders In The Sky"-Gitarren-Sounds. Bei der Retro-Sause der LenneBrothers Band darf natürlich nicht Chuck Berry fehlen. Dem im März verstorbenen Gründungsvater des Rock 'n' Roll erweisen sie mit "Picking Berrys" eine wunderbare Referenz.

Fazit: Ein Trip in die Fifties - inklusive Rockabilly, Rock 'n' Roll und Retro-Country. Stilecht, authentisch und vollauf überzeugend dargeboten. Damit fällt das Debüt "Choo Choo Billy Train" von der LenneBrothers Band absolut gelungen aus. Das Aus der Lennerockers lässt sich so gut verschmerzen.

Label: AGR Television (Soulfood) VÖ: 29. September 2017
01 Still Wild and Crazy
02 Rockin' and Truckin'
03 Great to Be Alive
04 Choo Choo Billy Train
05 Some Like It Hot
06 Rough, Tough (Doing What I Love)
07 Nuggets
08 Turn Around
09 Picking Berrys
10 We're All Stuck
11 Like a Bee
12 You Never Know
13 Big Boss Man
14 No More One More Time
15 Guitar Slinger
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