Jahrelang hatten sie einträchtig zusammengearbeitet und jährlich die "Country Music Messe" veranstaltet. Doch 2006 trennten sich die beiden Partner und gerieten in Streit. So kam es, dass sich eine Kammer des Landgerichts Berlin mit der Frage befassen muss, wer für was genau das Kürzel CMM benutzen darf und ob eine Country Music Messe, die künftig "Meeting" statt Messe heißt, sich auch Messe nennen darf.

Von 1996 bis 2006 haben Kai Ulatowski und Frank Lange jährlich die "Country Music Messe" veranstaltet. Ende 2006 führen "persönliche Differenzen" zur Trennung der bisherigen Partner. Im Folgejahr 2007, so vereinbarten Beide, konnte Kai Ulatowski die bisher gemeinsam durchgeführte Messe alleine veranstalten. Frank Lange stimmte dem zu, aber nur für dieses eine Mal, wie er betont. Das geschah aus praktischen Gründen, schließlich hatte die gemeinsame GbR die Räumlichkeiten im Fontane-Haus im Berliner Bezirk Reinickendorf bereits angemietet. Lange richtete ein entsprechendes Schreiben an die Bezirksverwaltung Reinickendorf, damit sein früherer Partner Ulatowski die Räumlichkeiten im Fontane-Haus alleine nutzen konnte.

In der Folgezeit habe Ulatowski, ohne besondere Zustimmung Langes, eine Country Music Messe durchgeführt, allerdings in anderen Räumlichkeiten.

Seit 19. April 2007 ist die Seite "countrymusicmesse.de" auf den Namen von Kai Ulatowski bei Denic angemeldet. Jedoch nur in der Schreibweise als ein Wort. Den gleichen Namen, in der Schreibweise mit Bindestrich, hatte sich Ulatowski bei Denic nicht schützen lassen. Folglich konnte jeder, der wollte, sich bei Denic den gleichen Namen in anderer Schreibweise sichern. Frank Lange kam auf diesen Gedanken und ließ die freie Domain "country-music-messe.de" am 2. Juli 2008 völlig legal auf seinen Namen eintragen. Für die ab 2011 an ursprünglicher Stelle im Fontane-Haus in Reinickendorf geplante eigene Veranstaltung überlegte sich Lange einen neuen Namen, "Counrty Music Meeting" (wir berichteten). Am 10. März 2009 ließ er bei Denic die Bezeichnung "country-music-meeting.de" eintragen, ebenso ein dazu passendes Kürzel, "cmm-berlin.de".

Fast ein Jahr später, am 27. Januar 2010 (also rund 12 Tage nachdem Frank Lange seine Pressemitteilung über das neue "Country Music Meeting" verschickt hatte), meldete sein Kontrahent Kai Ulatowski bei Denic seinerseits eine neue Domain an: "cmmberlin.de". Die Verwendung des Kürzels "cmm" - ohne den Zusatz "Berlin" ist übrigens beiden verwehrt. Denn die Domain "cmm.de" gehört bereits seit 29. Juli 2005 einer Mediadesign-Firma mit Sitz in Wesel.

In den Folgemonaten beschäftigte Ulatowski Anwälte und schließlich ein Gericht mit dem Konflikt um Messe-Namen und Internet-Domains. Statt sich nun bei einem - oder auch mehreren Bieren oder einer Flasche guten Whiskys einvernehmlich zu einigen, beauftrage Kai Ulatowski einen Anwalt, der fortan mit Langes Anwalt juristendeutsche Schriftsätze austauschte und schließlich vor Gericht zog.

Beim Berliner Landgericht erwirkte Ulatowski am 12. März 2010 eine Einstweilige Verfügung, in der er Lange mit der Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu EUR 250.000,--, ersatzweise Ordnungshaft, untersagen ließ, im geschäftlichen Verkehr die Internetdomains "country-music-messe.de" und/oder "cmm-berlin.de" für einen Internetauftritt zu benutzen und/oder benutzen zu lassen, der eine Veranstaltung bewirbt, auf der sich Musiker der Musikrichtung "Country" mit Musikauftritten und weiteren Promotion-Maßnahmen, Konzertveranstaltern oder Verbrauchern vorstellen.

Gestern, am 14. April 2010, fand vor dem Landgericht Berlin die erste mündliche Verhandlung statt. Alle Versuche des Vorsitzenden Richters Markfort, das Verfahren in einem Vergleich zu beenden, schlugen fehl. Nicht einmal über die Frage, ob die gemeinsamen GbR rechtswirksam aufgelöst wurde, mochten sich Ulatowski und Lange einigen. Die Anwälte der Beiden formulierten ihre Maximalforderungen. Für den Prozessbeobachter war kaum eine Bereitschaft zu einem Kompromiss erkennbar. Die Verhandlung endete im Streit. Ulatowskis Anwalt verlangt die Aufrechterhaltung der Einstweiligen Verfügung und damit auch den Verzicht auf die Verwendung des Kürzels "cmm-berlin". Lange ist dazu nicht bereit und fordert einen finanziellen Ausgleich für seinen Verzicht auf den früher gemeinsam genutzten Veranstaltungsnamen, "Country Music Messe". Nun werden die Anwälte weiterhin Schriftsätze austauschen und irgendwann wird Richter Markfort ein Urteil fällen. In diesem Urteil kann er auch die bereits erlassene Einstweilige Verfügung aufheben.

Den Besuchern und insbesondere den Anhängern der Country Music wird es ziemlich schnurzpiepegal sein, ob die Veranstaltung "Country Music Messe" oder das "Country Music Meeting" heißen wird. Hauptsache, sie bekommen das von ihnen erwartete Programm geboten und das zu einem fairen Preis.


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