Della Mae - This World Oft Can Be

CD Cover: Della Mae - This World Oft Can Be
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Fünf adrette, junge Damen posieren in einem Wohnzimmer. Super entspannt wirkt das Quintett dabei allerdings nicht, doch sie versprühen immerhin Charme. Nun, die Ladies von Della Mae sind ja auch keine professionellen Fotomodels, sondern eine junge Bluegrass-Formation. "This World Oft Can Be" ist der Nachfolger des 2011 erschienenen gleichnamigen Debüts.

Der Erstling wurde mit guten Kritiken geradezu überhäuft. Dennoch zeigt sich die Damenriege von Della Mae auf Album Nummer zwei personell verändert: Bassistin Amanda Kowalski hat das Weite gesucht - dafür sind Courtney Hartman (Gitarre, Gesang) und Shelby Means (Bass, Gesang) neu in der Band. Musikalisch hat sich die Umbesetzung nur wenig ausgewirkt. Schließlich haben das harmonische Heft ohnehin die Front-Frauen Celia Woodsmith (Gitarre, Gesang) und Kimber Ludiker (Fiddle, Gesang) in der Hand. Wie schon bei der ersten CD führen die beiden das Ensemble an zu einem Streifzug durch die amerikanische Musiktradition: Bluegrass, Folk, Americana steht auf dem Plan - makellos, professionell und mit Hingabe und Können umgesetzt. Kein Wunder, dass die amerikanischen Traditionswächter schon wieder vom "next big thing" schwärmen.

Natürlich wäre der Musikindustrie so etwas wie die neuen Dixie Chicks recht. Eine konsensfähige Band. Eine Formation, die einerseits die Traditionen nicht verleugnet, andererseits aber cool und modern genug auftritt, um auch die Hipster der Metropolen zu begeistern. So cool und hip kommen Della Mae - trotz aller Versuche - aber nun doch nicht daher. Egal, die Musik überzeugt.

Sie ist aber deutlich bodenständiger und roots-orientierter angelegt, als das bei den Dixies der Fall war. Auch wenn Woodsmith, Ludiker & Co. ihre traditionellen Arrangements häufig mit eingängigen, fast schon an Pop denken lassende Melodien aufladen, bleibt es zu jeder Note Bluegrass, Folk und Americana. Das garantiert alleine schon das strikt akustische Line-Up. Und auch das dafür gebuchte Studio: das Cash Cabin Studio in Hendersonville, Tennessee. Also die legendäre Heimstätte vom großen Johnny Cash. Wenn das nicht inspiriert ...

"Die Vibes hier sind einfach sagenhaft", sagt Kimber Ludiker natürlich über die Sessions in dem Kult-Studio, "deshalb haben wir das meiste auch komplett live und zusammen aufgenommen." Das spricht Bände über das handwerkliche Format der Band. Im Gegensatz zu manch anderer fingerflinken Bluegrass-Band überziehen Della Mae aber nicht mit ihren virtuosen Fähigkeiten: alle Fiddle- , Mandolinen- und Gitarren-Soli verfolgen nie den Zweck einer Leistungsschau, sondern ordnen sich immer Musik und Song unter.

Mit Courtney Hartman im Boot, haben sich Della Mae zudem um eine starke Songwriterin verstärkt. Die Gitarristin und Sängerin ist als Co-Autorin (gemeinsam mit Celia Woodsmith) gleich für mehrere Songs verantwortlich: für das eingängige, muntere "Maybeline", das gut gelaunte "Turtle Dove" und auch für den Titeltrack - ein schneller, ganz auf keltischen Folk-Traditionen basierender Titel, und dazu ein Glanzlicht der CD. Weitere Highlights setzen der rasante Bluegrass-Titel "Empire" und die gefühlvollen Balladen "Pine Tree" und "Like Bones". Als Produzent konnten die fünf Musikerinnen Bryan Sutton gewinnen. Der Sideman von Ricky Skaggs, Jerry Douglas und, ähem, Dixie Chicks, hat ein maßgeschneidertes Soundkostüm entworfen. Es sitzt perfekt, vielleicht sogar etwas zu perfekt. Falten wirft es eigentlich nur in dem spröden, fast an Mary Chapin Carpenter erinnernden "Some Roads Lead On".

Fazit: Schicker Bluegrass und Folk von fünf genauso reizenden, wie talentierten Damen dargeboten. Für "die neuen Dixie Chicks" dürften sie aber zu brav und adrett sein.

Label: Rounder (Universal) VÖ: 24. Mai 2013

  • Titelliste

01 Letter From Down The Road and Other Things 07 Heaven's Gate
02 Maybeline 08 Turtle Dove
03 Paper Prince 09 Pine Tree
04 Empire 10 Like Bones
05 Hounds 11 This World Oft Can Be
06 Ain't No Ash Will Burn 12 Some Roads Lead On


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