Ryan Adams - Cardinology

CD Cover Ryan Adams - Cardinology
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
Userwertung
Eines ist klar: Ryan Adams ist ein Workaholic. Mit zehn Alben in acht Jahren (seit seinem Solo-Debüt "Heartbreaker") legt der bald 34-jährige Musiker ein beachtliches Tempo vor. Auch auf seine aktuelle Platte "Cardinology" ließ Adams seine Fans nicht allzu lange warten. Rund ein Jahr nach "Easy Tiger" sorgt der scheinbar rastlose Singer/Songwriter für gefälligen Nachschub. Mit vielen Midtempo-Nummern und einigen ruhigen Stücken, erfindet der in North Carolina geborene Wahl-New-Yorker sich auf diesem Album nicht gerade neu, doch das Niveau der Songs bleibt gewohnt hoch. Mit dem findigen CD-Titel (einer Kombination aus dem Namen seiner Band The Cardinals und "Kardiologie") macht Adams deutlich, dass ihm seine Musik noch immer am Herzen liegt.

Aufgenommen wurden die zwölf Songs des Albums in den Electric Lady Studios in New York, als Produzent fungierte Tom Schick. Begleitet von seiner Band The Cardinals (Neal Casal, Brad Pemberton, Jon Graboff und Chris Feinstein) kommt die Lost-Highway-Veröffentlichung beinahe ohne Gast-Musiker aus. Lediglich für die mitreißende Ballade "Stop" hat sich Adams Verstärkung von Musiker, Komponist, Autor und Schauspieler Michael Panes (Violine) geholt. Auch beim Songwriting benötigte Adams, der im März 2009 mit "Infinity Blues" sein erstes Buch heraus bringt, keine Unterstützung. Das Ergebnis ist ein ruhiges Album, das viele Highlights, aber keine Überraschungen zu bieten hat.

Mit dem Opener "Born into a Light" und dem Folgesong "Go Easy" steigt "Cardinology" leider eher etwas mau ein. Die sanften Titel sind nette, aber etwas belanglose Stücke, die somit für den Albumeinstieg schlecht gewählt sind. Die gefühlvolle und groovige erste Singleauskopplung "Fix it" entschädigt dagegen mit interessanten Rhythmen und traurig-schönen Gesangsmelodien. Zu den wenigen Uptempo-Nummern des Albums gehört das rockige "Magick" mit seinem abgehackten Sprech-Gesang und der von Justin Timberlake geklauten Textzeile ("what goes around comes around"). Im Übrigen sind die Midtempo-Stücke klar in der Überzahl - wie zum Beispiel das von einem wummernden Instrumentalintro eingeleitete "Cobwebs" mit seinem verzweifelten Unterton oder das emotionale "Let Us Down Easy".

Auch das folgende "Crossed out Name" kommt eher ruhig daher. Ein sehr flotter und gleichmäßiger Gitarrenrhythmus steht hier allerdings im Widerspruch zu Adams sanfter, sehr melodiösen Stimme. Die Akkordfolge wiederholt sich so regelmäßig, dass es schon fast so klingt, als wäre die Platte hängen geblieben. Einen etwas weniger kreativen Eindruck macht dagegen "Natural Ghost", das mit seinem mehrstimmigen und hohen Gesang im Refrain sehr jammernd klingt. Auf schaurig-schöne Weise klagend wiederum unterstreicht bei dem atmosphärischen "Sink Ships" eine Steel Guitar den traurigen Inhalt des Songs. Im Widerspruch zu dem deprimierenden Thema einer verlorenen Liebe steht das märchenhaft zarte "Evergreen". Sehr klar und mit Besen gespielt, besticht der Titel durch luftige Melodien und Adams wunderbar ausdrucksstarke und facettenreiche Stimme. Und auch das melancholische "Like Yesterday" lebt stark von Adams Gesang. Mit dem von einem gefühlvollen Piano begleiteten "Stop" klingt das Album auf sehr sanfte und zauberhafte Weise aus. Das letzte Wort der Platte ist passender Weise ebenfalls "stop" - doch eigentlich könnte man Adams noch ewig beim Singen zuhören.

Fazit: Ein solides und ruhiges Album mit schönen Highlights, das Fans mit Sicherheit zufrieden stellen wird - eine prägnante Mischung aus Melancholie und deftigem Rock 'n' Roll.

Label: Lost Highway (Universal) VÖ: 31 .Oktober 2008

  • Titelliste

  • Links

01 Born into a Light 07 Crossed out Name
02 Go Easy 08 Natural Ghost
03 Fix It 09 Sink Ships
04 Magick 10 Evergreen
05 Cobwebs 11 Like Yesterday
06 Let Us Down Easy 12 Stop

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