Jordan Davis entwickelt sich weiter und unterhält auf seinem neuen Album "Learn the Hard Way"
Der aus Shreveport, Louisiana, stammende Jordan Davis zog nach seinem Abschluss in Umweltwissenschaften an der LSU nach Nashville und feierte mit seiner Debütsingle "Singles You Up", die 2018 die Billboard Country Airplay Charts anführte, schnell Erfolge. Sein Debüt-Album "Home State" präsentierte ihn als scharfsinnigen Texter mit einem Gespür für Melodien, und er festigte seinen Ruf mit Hits wie "Take It From Me” und dem Multi-Platin-Duett "Buy Dirt" mit Luke Bryan, das 2022 die ACM Song des Jahres Auszeichnung gewann.
Im Laufe seiner Karriere hat sich Davis einen Platz geschaffen, der traditionelles Country-Storytelling mit moderner Produktion verbindet und oft Themen wie Glauben, Familie und persönliches Wachstum behandelt. Bekannt für seinen entspannten Gesangsstil und seine introspektiven Texte, entwickelt er sich mit jeder neuen Veröffentlichung künstlerisch weiter. Sein drittes Studioalbum "Learn the Hard Way" folgt auf das von der Kritik gefeierte "Bluebird Days", das einen reiferen Blick auf die Lektionen wirft, die ihn sowohl als Mensch als auch als Künstler geprägt haben.
"Learn the Hard Way" ist hält die Balance zu gleichen Teilen von kommerziellem Schliff und spielerischen Experimentieren
Auf "Learn the Hard Way" erweitert der mit mehreren Platin-Auszeichnungen, ACM- und CMA-Preisen geehrte Künstler sein kreatives Spektrum, ohne dabei seine charakteristischen Merkmale aufzugeben, die ihn zu einem der erfolgreichsten Hitmacher der modernen Country Music gemacht haben. Das Album verbindet sein Talent für mitreißende Hooks, mit denen er die Charts erobert hat, mit einer bewussten Prise Grit, Funk und rockigeren Texturen. Auf den siebzehn Tracks arbeitet Davis mit langjährigen Mitstreitern wie seinem Bruder Jacob Davis und den Songschreiber-Größen Luke Dick und Ashley Gorley zusammen, während er gleichzeitig gemeinsam mit Künstlern wie Carly Pearce und Marcus King neue klangliche Territorien erkundet. Es ist diese sorgfältige Balance - zu gleichen Teilen kommerzieller Schliff und spielerisches Experimentieren -, die "Learn the Hard Way" sowohl vertraut als auch frisch und unvorhersehbar macht.
Von dem Moment an, in dem "Her or the Highway" mit hämmernden Drums und lauten E-Gitarren einsetzt, macht Davis seine Absichten klar: Dieses Album scheut sich nicht davor, laut zu sein. Die flotte Kadenz und der ironische Text des Openers – "I guess she put her foot down and I put mine down too" – liefern eine befreiende Abschieds-Hymne, in der es ebenso sehr um Selbstbewusstsein wie um Flucht geht. Die Energie fließt weiter in "Bar None", einen funkigen, mit den Fingern schnippenden Trennungssong, in dem Davis versucht, seine Erinnerungen mit Alkohol zu ertränken, und erklärt: "Ich hatte noch nie Probleme, über jemanden hinwegzukommen." Es ist Pop-Country-Ohrenschmaus mit gerade genug Biss, damit er nicht ins Leere läuft.
Die sanftere, introspektivere Seite des Albums kommt schon früh mit "Mess with Missing You" zum Vorschein, einem Duett mit Carly Pearce, das vor melancholischer Zurückhaltung nur so trieft, bis es sich zu einem mitreißenden Gitarrensolo steigert. Die Harmonien des Duos - insbesondere in Zeilen wie "You're like whiskey, I can't even have one sip" - verleihen dem Track eine emotionale Tiefe, die es mit jedem der bisherigen Balladen-Erfolge von Davis aufnehmen kann. Ähnlich verhält es sich mit "In Case You Missed It", einem gemeinsamen Song der Davis-Brüder, der den funkigen, textorientierten Stil des Debütalbums "Home State" aufgreift und ihn mit einem hymnischen Refrain verbindet: "This heart of mine is right where you left it." Es ist eine Mischung aus Nostalgie und frischer Pop-Energie, die genau in Davis' Sweet Spot trifft.
Wenn "Learn the Hard Way" ein thematischer roter Faden hat, dann ist es Jordan Davis' Auseinandersetzung mit den verschiedenen Facetten des Herzschmerzes. In "Ain't Enough Road" misst er die Weite Amerikas an der Weite des Verlusts - "Du hast einen Herzschmerz hinterlassen, so groß wie Texas" -, während "Son of a Gun" die Stimmung mit grüblerischen Versen über das Familienerbe verdüstert, bevor es in einen vollwertigen hymnischen Refrain mündet. Selbst wenn Davis nachdenklich wird, wie in "Jesus Wouldn't Do", sind seine Texte sowohl selbstbewusst als auch nachvollziehbar: "Ich werde niemals auf Wasser laufen, aber ich werde etwas davon in meinen Bourbon gießen." Diese Tracks zeigen einen Songschreiber, der sich in Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein gleichermaßen zu Hause fühlt.
Jordan Davis bringt eine Southern-Rock-Gitarren-Attitüde in die Setlist
Dennoch möchte Jordan Davis nicht, dass "Learn the Hard Way” im Balladenbereich stecken bleibt. Songs wie "Good Gone Bad", "Louisiana Stick" (mit Marcus King) und "Turn This Truck Around" bringen eine gesunde Dosis Southern-Rock-Gitarren-Attitüde in die Setlist. Besonders "Louisiana Stick" ist ein Highlight - eine sumpfige, prahlerische Feier der Voodoo-Nächte und Samstags-Tanzveranstaltungen, die durch Kings bluesgetränkte Gitarrenarbeit noch verstärkt wird. In allen drei oben genannten Songs zeigt sich Davis von einer härteren, rockigeren Seite, die wir bisher in seiner Musik noch nicht gesehen haben, und das steht ihm sehr gut. "Only All the Time" hingegen spielt mit einem Retro-Groove aus den 1970er Jahren, der Countrypolitan mit Disco verbindet, und verleiht dem Album einen seiner originellsten stilistischen Wendepunkte, ohne dabei die lyrische Schärfe zu verlieren, die Davis zu Davis macht.
Gegen Ende des Albums kehrt Davis zu dem Herzen und der Weisheit zurück, die seine größten Hits geprägt haben. "Keeping the World Away" besteht aus reinem "Buy Dirt"-DNS, Familie, Glaube und einfache Freuden -, während "Know You Like That" und "Muddy the Water" Themen wie Nostalgie, Erlösung und das Leben mit Unvollkommenheit mit einer atmosphärischen Zärtlichkeit versehen. Der Titelsong "Learn the Hard Way" ist ein stiller Sturm aus bluesigen Gitarren und resignierter Vorausschau: "Ich bin dabei, meine eigene verdammte Medizin zu schmecken." Er fasst das Ethos des Albums treffend zusammen – Lektionen, die manchmal schmerzhaft gelernt wurden, aber immer mit einer Melodie, die es wert ist, in Erinnerung zu bleiben.
Fazit: Letztendlich ist "Learn the Hard Way" Jordan Davis’ bisher abwechslungsreichstes Album, nicht weil es seinen Kernsound aufgibt, sondern weil es sich nicht scheut, diesen zu erweitern. Die Mischung aus stadiontauglichen Hymnen, groovigen Experimenten, herzlichen Duetten und Kleinstadtweisheiten bietet für jeden Fan etwas.











