Tobey Lucas

Sie kommen und gehen - jene jungen nationalen Musiktalente, die gerade durch die in den letzten Jahren modern gewordenen Casting-Shows in Massen aus der Versenkung auftauchen und genauso schnell dorthin wieder verschwinden. Und immer wieder sind welche darunter, die entweder von sich selbst behaupten, Country Music sei ihre heimliche Leidenschaft oder aber irgendwer meint, einen Hauch dieser in ihrer Musik zu erkennen.

So vor einiger Zeit bei Jenny Bright oder letztes Jahr beim Voice Of Germany-Zeiten Chris Schummert. Von ersterer hört man inzwischen schlichtweg überhaupt nichts mehr, der andere hat sich mit seiner ersten Single-Auskopplung ganz klar dem Mainstream zugewandt.

Nun jedoch kommt aus der Schweiz ein neuer Stern am Firmament daher, der die Country-Welt wieder etwas hoffen lässt: Tobey Lucas heißt er und tourte kürzlich als Opener für den österreichischen Volks-Rock'n Roller Andreas Gabalier. Dabei zog der 30-jährige aus Zürich offensichtlich die Aufmerksamkeit nicht nur der Fans auf sich, die sehr wohl wahrnahmen, dass da nicht irgendein Anfänger auf der Bühne stand, sondern ein Musiker mit Erfahrung. Sein Repertoire umfasst die Bereiche Rockabilly, Blues und eben auch Country, die durchaus sinnhaften Texte schöpft er aus seiner eigenen Lebenserfahrung.

Dass er es mit Country Music sehr wahrscheinlich ernst meint, spiegelt sich in der Tatsache wieder, dass Tobey Lucas sich nicht auf dem Höhepunkt der medialen Aufmerksamkeit von irgendwelchen Produzenten einen Weg hat aufdrücken lassen. Er ging vielmehr seinen eigenen und beschloss 2012, ein Album mit 13 seiner eigenen Songs aufzunehmen. Hierfür reiste er jedoch bewusst nicht nach Nashville, sondern in die Headwest Studios nach Los Angeles, Kalifornien, wo schon Led Zeppelin oder Fleedwood Mac produzierten. Ein Mann also, der weiß, was er will.

Tobey Lucas ist definitiv ein Künstler, der voll und ganz hinter seinem Tun steht, Country Music nicht nur halbherzig vertritt und ihr Image in Europa etwas entstauben könnte. Hoffen wir einfach, dass er dran bleibt und die Steine, die ihm mit Sicherheit in den Weg gelegt werden, als Trittbrett nutzen wird.


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