Ostwind

Wer den gestrigen Abend mit irgendetwas anderem verbracht hat, als die Verleihung der Lola, die das Erste ab 22:45 Uhr ausstrahlte, anzuschauen, hat gut daran getan. Eine Verleihung, die an Dilettantismus kaum zu überbieten war. Dennoch gab es den einen oder anderen Lichtblick.

Durch die Gala führte der Schauspieler Jan Josef Liefers und nicht umsonst gibt es den Spruch "Schuster bleib bei deinen Leisten". Als Tatort-Kommissar sehenswert als Moderator eine völlige Fehlbesetzung. Es gab kaum eine Pointe, die Liefers nicht versemmelte. Spätestens als Liefers versuchte in Reimen den Film "Finsterworld" zu erklären, war nur noch Unverständnis in den Gesichtern der Anwesenden zu sehen.

Aber auch hinter der Kamera stimmte nichts und man fragt sich, ob die Mitarbeiter der Fernsehproduktion eine abgeschlossene Berufsausbildung haben oder einfach nur ein paar Hilfsarbeiter von der Straße engagiert wurden. Vom Licht bekam man Augenkrebs und die Bildregie schien völlig überfordert, darunter hatten Schauspieler wie Elyas M'Barek oder auch Jella Haase zu leiden.

Preise gab es auch, zum Beispiel für den Pferdefilm "", der als bester Kinderfilm ausgezeichnet wurde.

Lichtblick war Edgar: Zu allererst für sein Epos "Die andere Heimat", aber auch für seine kluge und perfekt gewählten Worte bei seiner Dankesrede. Der Film wurde für die beste Regie, bestes Drehbuch und bester Film des Jahres ausgezeichnet. Es waren die wenigen Momente von Intelligenz und Würde bei einer Show, die die deutsche Filmbranche eigentlich an den Rand der Verzweiflung bringen müsste.

Alle Gewinner finden Sie bei den Kollegen von Quotenmeter.de


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