George Strait

1992 spielte George Strait in "Pure Country" auf beeindruckende Weise die Hauptrolle des Country-Sängers Dusty Chandler, war seitdem aber in keinem Film mehr zu bewundern. Nach seiner jüngst erfolgten Aufnahme in die Country Music Hall of Fame und nach 54 Nummer-1-Hits auf der Habenseite gab Strait zu, dass er es in Betracht zieht, wieder nach Hollywood zu gehen.

"Ich spüre, wie es mir wieder in den Fingern juckt", sagte er über die Schauspielerei. "Wenn das richtige Angebot auftauchen würde, könnte ich damit Ernst machen. Ich muss das unbedingt wieder machen, weil ich es wirklich genossen habe. Es hat mir viel Spaß gemacht."

Zwischenzeitlich gibt es für Strait aber auch einiges, das ihn in musikalischer Hinsicht auf Trab hält. So hat er zwei neue Alben auf dem Markt und im Januar eine große Tour in den USAgestartet. Vergangenen November wurde er während der 40. CMA Awards in Nashville in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.

Am 3. Oktober 2006 veröffentlichte Strait "It Just Comes Natural", sein jüngstes, mit Platin ausgezeichnetes Album (sein 34.) auf dem Label MCA Records Nashville. "Give It Away", die erste Single aus diesem Album, bescherte ihm den 53. Nummer-1-Hit, als er auch gerade sein 25-jähriges Jubiläum beim Label und mehr als 62 Millionen verkaufte Platten (32 seiner Alben wurden mit Platin ausgezeichnet) verzeichnete. Strait ist der am dritthäufigsten ausgezeichnete Künstler aller Musikrichtungen hinter Elvis und den Beatles. Seine zweite Single "It Just Comes Natural" aus dem aktuellen Album war sein 54. Nummer-1-Hit. Strait führt die ewigen Billboard-Charts bei Country-Singles, die Platz 1 der Charts erreichten, an.

It Just Comes Natural CD Cover

Von anspruchsvollen Western-Swing und cleveren Kneipenhymnen über südstaatentypische Two-Step-Songs bis hin zu rauchigen Balladen - "It Just Comes Natural" bietet mit seinen 15 Songs all das und mehr. Da gibt es den klassischen Strait auf dem zeitlosen, ironischen "She Told Me So" von Bobby Braddock oder die sinnliche Ballade "That´s My Kind of Woman", die in Zusammenarbeit mit Dean Dillon, der seit jeher zu den Lieblings-Songwritern von Strait zählt, geschrieben wurde. Der täuschend einfache Titelsong aus der Feder von Jim Collins und Marv Green passt perfekt zu Straits glattem, ungekünsteltem Stil, genauso wie das lässige "One Foot in Front of the Other" von Cris Moore und Lee Roy Parnell, das einen sofort im Takt mitwippen lässt. Das eigenwillige "Texas Cookin´", das vom legendären Guy Clark geschrieben wurde, bezieht seine kulinarische Inspiration aus der Folkszene von Austin Mitte der Siebziger. Drei Cowboy-Lieder runden das Album mit 15 Juwelen des Meisters ab.

Strait hatte im letzten Jahr auch ein neues Weihnachtsalbum veröffentlicht, "Fresh Cut Christmas", das ausschließlich in Hallmark Gold Crown-Läden für nur 7,95 US-Dollar beim Kauf von drei Hallmark-Karten verkauft wurde - und reißenden Absatz fand. Hallmark berichtete, dass das Album allein in der ersten Woche eine Million Mal verkauft wurde.

Die Ladenkette verkaufte auch spezielle Musikkarten ("Say It With Music"-Karten), die Straits Interpretation von "O Christmas Tree", in der Albumversion abspielten.

Was die Aufnahme in die Hall of Fame angeht, sagte Strait, dass er "total überrascht" war, als er die Nachricht erhielt. Obwohl er dies eines Tages zu erreichen hoffte, glaubte Straitnicht, dass es zu einem Zeitpunkt passieren würde, den er als so früh in seiner Karriere empfindet. "Es ist eine so riesige Ehre", sagte er und fügte hinzu, dass es eine "hervorragende Idee" sei, einige Künstler auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in die Ruhmeshalle aufzunehmen.

Dennoch, so Strait, werde es ihm gerade erst bewusst, dass er jetzt als Mitglied der Hall of Fame zu den Legenden gehört. "Ich fange an, ein bisschen eingebildeter zu werden und die Leute ein bisschen anders zu behandeln, auf die Leute herabzusehen", witzelte er mit lautem Lachen.

Bild: David Stoeckline
Das ist allerdings nicht sehr wahrscheinlich.

"Mir wird langsam klar, dass dies die höchste Auszeichnung ist, die einem Künstler im Bereich der Country-Musik zuteil werden kann", sagte er in etwas ernsterem Ton. "Ich frage mich, wie zum Teufel ich das jetzt eigentlich noch toppen soll."

Sein langjähriger Produzent Tony Brown meint, dass ein Teil der Beliebtheit dieses fünfmaligen Gewinners der CMA-Kategorie "Bester Männlicher Sänger" daher rührt, dass er nicht versucht, das Rad neu zu erfinden. Er hat ein ausgeprägtes Gespür dafür, was für ihn als Künstler funktioniert, und er hält sich eng an das, von dem er weiß, das sein Publikum es hören möchte. Darum, so Brown, ist er auch nach all den Jahren immer noch ein bedeutender Künstler."

"Anders als einige Künstler, die aus Langeweile versuchen, sich neu zu erfinden, hat er nie das Bedürfnis dazu verspürt", erklärte Brown, der mit Strait an 15 Alben zusammenarbeitete. "Es macht Spaß, mit einem Künstler wie ihm zusammenzuarbeiten, weil er nicht versucht, über die Grenzen hinauszugehen. Er ist einfach gerne George Strait."

Laut Brown liegt ein Geheimnis für Straits Erfolg darin, dass "George immer ins Studio kommt und singt, als würde er vor 20.000 Leuten auftreten, was wiederum die Band inspiriert. Er hat immer noch dieses Feuer in sich."

Brown sagte, dass Straitfür jedes Album immer gerne auf dieselben Studiomusiker zurückgreife, und "wenn jemand nicht kann, stellt das immer ein Riesenproblem dar. Er fühlt sich dann wohl, wenn er von Leuten umgeben ist, mit denen er gerne zusammenarbeitet."

Nach einem Vierteljahrhundert im Geschäft findet Strait nach eigener Aussage immer noch alles daran erfreulich- mit Ausnahme des Reisens.

"Es macht immer noch jede Menge Spaß, wenn ich auf die Bühne gehe und die Shows abliefere", so Strait. "Es gibt kaum Worte dafür, um es zu beschreiben, weil das Publikum einfach - umwerfend ist. Das damit verbundene Reisen ist nicht gerade mein Ding, aber die Auftritte liebe ich und das Plattenmachen liebe ich auch."

Auf Tournee waren Straits Auftritte durchweg erfolgreich. Er hält mehr als 20 Besucherrekorde an Veranstaltungsorten in den ganzen USA.

Angesichts der 25 Jahre, die er schon auf Tour geht, und angesichts der Besucherrekorde, die seine Shows gebrochen haben, fällt es schwer zu glauben, dasser noch Lampenfieber hat. Dennoch gabStrait zu, dass er Schmetterlinge im Bauch hat, wenn die Pläne für jede Toursaison gemacht werden, und dass die Nervosität bleibt, bis der erste Gig in vollem Gange ist.

Bild: John Russell / CMA
"Dieser Tourauftakt ist immer ein bisschen nervenaufreibend", gab er zu. "Nach all den Jahren sollte man meinen, dass es automatisch läuft, aber man hat immer noch diese Zweifel. Man will es einfach nicht vermasseln. Aber wenn ich rausgehe und diesen ersten Song hinter mich gebracht habe, hat man das Gefühl, man hätte das ganze Jahr nichts anderes gemacht."

Straitstartete seine US-Stadiontour am 11. Januar 2007im Cajundome in Lafayette, Louisiana, was hieß, dass die Schmetterling sich im Oktober wieder bei ihm meldeten.

Der erste Tourabschnitt mit Ronnie Milsap als Support wird über 23 Termine umfassen und am 10. März enden. Letztes Jahr nahm Strait laut Billboard Boxscore mehr als 15 Mio. US-Doller aus 18 Stadionauftritten ein.

Nach sechs Monaten oder mehr, in denen er nicht unterwegs war, bereitet sich Strait für jede neue Tour vor, indem er mit seiner Ace in his Hole-Band probt, um "die Spinnweben abzuschütteln, alle Rädchen zu ölen und das Gefühl dafür zurück zu gewinnen", wie er meinte.

Auf die Frage, was er als Entertainer an sich habe, das ständig die Stadien füllt, antwortet Strait bescheiden: "Ich wünschte, ich wüsste es." Wenn man auf eine Antwort drängt, schreibt er es seiner "großartigen Band" zu, die sicherstellt, dass die Show "musikalisch sehr dicht" ist. Er führt auch die Vielzahl seiner Hits an, von denen er zehren kann, und die Tatsache, dass er und die Band versuchen, die Songs so zu performen, wie sie auf CD klingen - denn Strait ist davon überzeugt, dass das Publikum genau das will.

"Ansonsten habe ich keine Ahnung, woran es liegt", meinte er zu seiner Anziehungskraft.

Trotz der Schmetterlinge und seiner Witze darüber, "die Sache an den Nagel zu hängen", hat Strait keinerlei Pläne, das Touren in nächster Zeit aufzugeben. "Wir haben über viele Jahre viele Fans gehabt und die sind sehr treu", sagte er. "Ich mache so lange weiter, wie sie noch zu meinen Auftritten kommen."

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