BlackHawk - Greatest Hits & More

CD Cover: BlackHawk - Greatest Hits & More

Keine vier Monate sind vergangen, seit BlackHawk mit "Brothers of the Southland" ihr erstes Studioalbum nach 12-jähriger Abstinenz veröffentlichten. An die großen Erfolge vergangener Tage konnten Bandmitglieder Henry Paul und Dave Robbins mit dem Silberling nicht anknüpfen, aber das war auch gar nicht das primäre Ziel. Vielmehr ging es den beiden Musikern darum, das Erbe ihres verstorbenen Freundes Van Stephenson fortzuführen, mit dem sie die Band gemeinsam gegründet hatten. Doch auch wenn solch emotionalen Beweggründe wirklich aller Ehren wert sind, zählt für Plattenfirmen doch immer noch der Profit. Und genau darauf scheint es Loud & Proud Records, das neue Label von BlackHawk, jetzt auch abgesehen zu haben. Anders ist es jedenfalls kaum zu erklären, dass nun mit "Greatest Hits & More" ein Album herauskommt, das eigentlich nicht viel Neues zu bieten hat, und in nahezu identischer Form bereits seit fast 15 Jahren erhältlich ist. Doch der Reihe nach.

Angepriesen wird die neue Best-Of-Scheibe damit, dass elf Klassiker der Band neu aufgenommen und durch zwei neue Songs ergänzt wurden. Der Faktor der Rundumerneuerung ist sicherlich das größte Plus am ganzen Album. BlackHawk hatten bekanntlich ihre erfolgreichste Zeit in den 1990ern, und der Sound dieser Zeit ist mit dem heutigen natürlich nicht vergleichbar. Dank der Überarbeitung im Tonstudio klingen sämtliche Klassiker nun rockiger und fetter aus den Boxen. Fein justierten Ohren wird das ohne Zweifel auffallen, auch wenn die Veränderungen keinesfalls bahnbrechend sind. Ernüchterung wird bei den Fans aber definitiv auf der Suche nach neuen Songs aufkommen. Mit "Brothers of the Southland" und "Brighter" befinden sich lediglich die zwei besten Lieder des letzten Studio-Albums auf der Zusammenstellung. Nichts als aufgewärmte Kost also.

Trotz dieser Kritik gilt es festzuhalten, dass es an der Songauswahl absolut nichts zu mäkeln gibt. Jeder Charterfolg, den BlackHawk je zu feiern hatten, ist auf "Greatest Hits & More" festgehalten. Da wären zum Beispiel "Every Once In A While” und "Not Strong Enough to Say No”, die es 1994 bzw. 1995 jeweils bis auf Platz 2 der Billboard Hot Country Songs Charts schafften. Auch "There You Have It", "Like There Ain’t No Yesterday", "That’s Just About Right", "I Sure Can Smell The Rain” und "Down In Flames” tummelten sich einst in den Top 10 der Charts. Wer also bereits in den 1990ern die Country-Music-Szene verfolgte, kann sich hier auf einer wahren Nostalgietrip gefasst machen. Allerdings: Dafür ist ein anderes Album der Band mindestens genauso gut geeignet, nämlich das mit stolzen 15 Songs bestückte "Greatest Hits" aus dem Jahre 2000. Ganz Recht, es gab schon einmal die größten Lieder der Band auf eine CD gepresst. Und bis auf die beiden Songs von "Brothers of the Southland" beinhaltet "Greatest Hits & More" absolut gar nichts, was "Greatest Hits" nicht auch schon zu bieten hatte. Es ist ja irgendwie verständlich, dass das neue Label auch etwas vom Kuchen abhaben möchte. Für den Fan riecht das Ganze dennoch ein bisschen nach Abzocke und Geldmacherei – und hinterlässt einen faden Beigeschmack.

Fazit: Musikalisch gibt es an diesem Best-Of-Werk überhaupt nichts auszusetzen. Wer mit den Werken von BlackHawk noch nicht wirklich vertraut ist und sich einen Überblick verschaffen möchte, ist mit diesem Silberling bestens bedient, denn nahezu alle herausragenden Lieder der Band sind vertreten. Fans sollten nur zu diesem Album greifen, wenn sie sich die bekannten Hits in einem etwas satteren Soundgewand wünschen.

Label: Loud & Proud (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 27. Oktober 2014

  • Titelliste

01 Goodbye Says It All 08 Almost a Memory Now
02 Every Once in a While 09 Big Guitar
03 Down in Flames 10 Postmarked Birmingham
04 I Sure Can Smell the Rain 11 Postmarked Birmingham
05 That's Just About Right 12 Brighter (Bonustrack)
06 I'm Not Strong Enough to Say No 13 Brothers of the Southland (Bonustrack)
07 Like There Ain't No Yesterday


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