Kashus Culpepper heizt den Sommer 2026 mit seiner neuen EP "Act 1: Summer Nights" ein
Dieser Schwung gipfelte in seinem Debütalbum "Act 1" – einer genreübergreifenden Sammlung, die im legendären Muscle Shoals aufgenommen wurde und alle Facetten seiner musikalischen Prägung im Süden der USA zur Geltung brachte. Nun kehrt Kashus Culpepper mit "Act I: Summer Nights" zurück, einem vier Titel umfassenden Begleitwerk, das sich durch wärmere Grooves und eine unbeschwerte Stimmung auszeichnet. Mit drei neuen Eigenkompositionen sowie einer Cover-Version von Glen Campbells Klassiker "Southern Nights" erkundet der aus Alabama stammende Musiker auf dieser EP eine weitere Seite seines künstlerischen Schaffens, ohne dabei die gefühlvolle Ehrlichkeit aufzugeben, die ihn zu einem der meistdiskutierten Newcomer in der Country- und Americana-Musik gemacht hat. War "Act I" eine Einführung in die Tiefe von Culpeppers Talent, so fühlt sich "Summer Nights" wie der Soundtrack zur darauf folgenden Jahreszeit an.
Erneut in Zusammenarbeit mit dem Produzenten und Co-Autor Mike Robinson folgt Culpepper eher seinem Instinkt und seinem Gefühl als den Konventionen des Genres und schafft so eine EP, die zwischen Country, Soul, Jazz, Pop und R&B wechselt, ohne dabei jemals seine Wurzeln in Alabama aus den Augen zu verlieren, die allem zugrunde liegen, was er tut. Die vier Titel umfassende Sammlung bewahrt die instrumentale Integrität, die "Act I" so fesselnd machte – die Pedal-Steel-Gitarre schlängelt sich nach wie vor durch die Arrangements –, doch die Stimmung ist spürbar leichter und unbeschwerter. Es ist Musik, die wie geschaffen ist für lange Abende, offene Fenster und Sommer-Roadtrips, und doch bietet sie genug emotionale Tiefe und musikalische Raffinesse, um auch bei wiederholtem Hören zu begeistern.
Kashus Culpepper ehrt Glen Campbell
Die EP beginnt mit einer kühnen Neuinterpretation von Glen Campbells Klassiker "Southern Nights". Campbells Version bleibt eine der prägenden Platten der 1970er Jahre: beschwingt, freigeistig und angetrieben von ihrem ikonischen Honky-Tonk-Piano und der funkigen Basslinie. Anstatt einen geliebten Klassiker einfach nur nachzubilden, macht Culpepper den Song klugerweise zu seinem eigenen. Seine Version hat ein zügigeres Tempo, behält den verspielten Geist des Originals bei und profitiert gleichzeitig von einer reichhaltigeren, zeitgemäßeren Produktion. Der verträumte weibliche Hintergrundgesang, der Campbells Aufnahme ihren ätherischen Charakter verlieh, bleibt erhalten, doch hier wird das Schlagzeug zur dominierenden Kraft, die den Song mit größerer Dringlichkeit vorantreibt.
Einer der schönsten Momente des Stücks kommt in der Mitte, wenn alles kurz langsamer wird, bevor es wieder mit voller Kraft zum Leben erwacht, während das Arrangement auf seinen Höhepunkt zusteuert. Das ist ein geschickter Schachzug, der Culpeppers Selbstbewusstsein als Interpret unterstreicht. Anstatt den Song als heiliges Terrain zu behandeln, prägt er ihm seine eigene "Muscle Shoals"-Sensibilität und seinen unverkennbaren Alabama-Charakter auf – das Ergebnis ist eine Cover-Version, die dem Original alle Ehre macht und gleichzeitig ganz eigenständig überzeugt.
"Act 1: Summer Nights" ist ein luftiger und zugleich raffinierter Sommer-Soundtrack
"Lass mich dir ein bisschen von dieser Einsamkeit abnehmen", singt er und bringt diese Zeile sowohl zärtlich als auch überzeugend rüber. Es ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Text, der das zentrale Thema des Songs – Geduld, Verständnis und emotionale Bestärkung – auf den Punkt bringt. Um ihn herum schaffen die Musiker eine wunderbar entspannte Atmosphäre, abgerundet durch subtile Jazz-Einlagen und ein funkiges Gitarrensolo, das die Genregrenzen weiter verschwimmen lässt. Das Ergebnis ist ein Titel, der sich zugleich klassisch und zeitgemäß anfühlt: zu gleichen Teilen Country-Soul und sommerlicher Yacht-Rock-Coolness.
Während "Let Me Show You Love" Culpeppers romantische Seite zeigt, taucht "Miss You Much Longer" kopfüber in den Herzschmerz ein. Der Song beginnt unerwartet mit einem üppigen, fast Disney-artigen Streicharrangement, bevor er in etwas übergeht, das an die Selbstsicherheit und Raffinesse von Amy Winehouse auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erinnert. Es ist eine inspirierte Kombination, die irgendwie wunderbar funktioniert.
Die EP endet mit ihrem Höhepunkt, dem grandiosen "Til The Sun Goes Down". Während die vorangegangenen Titel verschiedene Facetten sommerlicher Romantik und Sehnsucht erkunden, umfasst dieser Abschluss-Track Drama in all seinen Formen. Aufgebaut um einen dunklen, theatralischen Rhythmus, der sich wie eine Kollision zwischen Fleetwood Mac, den Eagles und klassischem Heartland-Pop-Rock der 1980er anfühlt, präsentiert sich der Song sofort als etwas Besonderes.
Fazit: Mit "Act I: Summer Nights" beweist Kashus Culpepper, dass der Erfolg seines vorangegangenen Debütalbums kein Zufall war. Anstatt sich zu wiederholen, erweitert er sein künstlerisches Universum und lässt Einflüsse aus Jazz, R&B, Pop und Classic Rock einfließen, ohne dabei jemals die Authentizität aufzugeben, die ihn zu einem so fesselnden Künstler macht.










