Die Macher der Country Music wollen den deutschen Markt erobern

CMA Summit 2014

Am 17. März 2014 fand in London das zweite CMA (Country Music Association) Marketing Summit statt. Wie bereits im letzten Jahr reisten Vertreter der Plattenindustrie, der Medien sowie Künstler und Veranstalter aus ganz Europa und den USA an - nur Deutschland war wieder einmal deutlich unterrepräsentiert.

Von 121 Teilnehmern kamen gerade drei aus Deutschland, darunter zwei Mitarbeiter eines Tour-Veranstalters und ein Vertreter von CountryMusicNews.de. Neben verschiedenen Forumsgesprächen fand auch ein reger Austausch der Teilnehmer untereinander statt.

Zusätzlich zu den Teilnehmer waren alleine 15 Mitarbeiter des Direktoriums der Country Music Association angereist, darunter auch Sarah Trahern, die seit Kurzem die Generaldirektorin (CEO) der CMA ist. Auch andere Entscheidungsträger aus der Country Music waren gekommen, darunter fünf Mitarbeiter von AEG Europe, zwei von der ASCAP, vier von BBC Radio, zwei von der Big Machine Label Group, darunter auch der Präsident Scott Borchetta, ein Mitarbeiter der BMI, der Geschäftsführer von Proper Music, zwei Mitarbeiter von Sony Music, vier von Decca und sieben der Universal Music Group.

Bei den Gesprächen kam klar heraus, dass die Verantwortlichen Plattenlabel und Veranstalter sich zukünftig vermehrt auch um Deutschland kümmern werden. Den Fan der Nashville-Musik-Szene wird es freuen, denn er wird dadurch die CDs besser im Handel finden und mehr Künstler live auf Festivals und Konzerttourneen erleben können.

Unter die Räder könnten dabei einige der zurzeit bestehenden Country-Medien sowie einige der nationalen Künstler kommen. Die Zeiten ändern sich und wer nicht mit der Evolution geht, wird aussterben. So hart sich das auch anhören mag, aber einige Parallelen kann man in Großbritannien sehen. Künstler, die keine vernünftige Pressearbeit machen, am Equipment für Live-Auftritte sparen oder meinen, dass Fanpflege ein Fremdwort ist, werden gegen die geölten Marketingmaschinen der Plattenfirmen nicht gegenankommen. Die Plätze, die dadurch frei werden, werden neue aufstrebende Künstler einnehmen, von denen heute noch keiner Spricht. Nationale Künstler braucht die Szene, welche Namen zukünftig Deutschland, Österreich und die Schweiz repräsentieren werden, steht heute noch in den Sternen.

Es kann auch zu einer eheblichen Verschiebung in der Country-Medien-Landschaft kommen. Magazine, Radios etc., die mehr den eigenen Geschmack berücksichtigen, als den Geschmack der Leser, werden mittelfristig kaum noch eine Chance haben. Auch das zurücklehnen und alles auf sich zukommen lassen, wird zukünftig nicht mehr funktionieren. Wer sich jetzt nicht für die Musik an sich engagiert, wird auf der Strecke bleiben. Ein erster Schritt hierfür wäre es, an solchen Veranstaltung, wie das CMA Marketing Summit teilzunehmen. Deutschland ist einer der wichtigsten Musikmärkte der Welt und die Medienvertreter der Szene glänzen durch Abwesenheit. Die Medienvertreter sind auch die Sprachrohre der Fans und wenn die Vertreter der Szene diesen Event ignorieren, könnte der Eindruck entstehen, dass die Fans und Musikliebhaber in Deutschland keine Country Music hören wollen. Ein völlig falscher Eindruck!

Gewinner der neuen Strategien wird der Country Music Fan sein…und das ist auch gut so. Vermutlich in der kommenden Woche werden wir die nächsten drei Konzerte einer amerikanischen Country-Sängerin ankündigen und noch weitere werden in diesem Jahr folgen. CountyMusicNews.de hat seinen Hut für Tournee-Präsentationen in den Ring geworfen und er wurde mehrfach dankbar aufgehoben. Auch die Rückkehr der CMA Awards in deutsche Fernsehen ist in greifbare Nähe gerückt und es könnte sogar sein, dass die "CMA Country Christmas" in diesem Jahr auf 3SAT über die Bildschirme in Deutschland, Österreich und in der Schweiz flimmert.

Country-Fans, die sich bisher eine Reise zum "Country 2 Country" (C2C) Festival nach London oder Dublin nicht leisten konnten oder die Reisestrapazen nicht auf sich nehmen wollten, können auch in der Ferne ein Licht der Hoffnung sehen. Am 7. und 8. März 2015 findet das Festival in London und Dublin statt. Am 14. und 15 März 2015 zieht es dann weiter nach Stockholm und Oslo. Dazwischen wäre Platz in Deutschland und hier sind Hamburg oder Berlin in Gespräch. Allerdings steht noch nicht fest, ob das Festival für 2015 schon realisiert werden kann - für 2016 steht es aber ganz oben auf der Wunschliste der Veranstalter.


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