Joshua Hedley - Mr. Jukebox

CD Cover: Joshua Hedley - Mr. Jukebox

Das Debüt-Album "Mr. Jukebox" von Joshua Hedley befeuert die Diskussion um "wie Country muss Country sein".

In Zeiten, in denen Künstler wie Kylie Minogue mit dem neuen Album "Golden" ihren neuen Stil im Country sucht (und nicht findet), wirkt Joshua Hedley aus Nashville wie ein Hardliner. Er orientiert sich auf "Mr. Jukebox" am klassischen Stil der knackigen Dreiminüter, und er wird das Herz eines jeden erfreuen, dem aktueller Country zu sehr vom Weg abgekommen scheint. Für Joshua Hedley ist Country der Stil und nicht der Einfluss. Hier sind Crossover tabu, kein Pop, kein Rock, und sein cooler Look orientiert sich strikt an der dem Genre eigenen Tradition.

Mr. Jukebox ist sein Spitzname

Eigentlich ist Joshua Hedley ein alter Hase, steht er doch seit Jahren auf den Bühnen in und um Nashville, und hat mit Nikki Lane, Jonny Fritz und Kasey Musgraves berühmte Freunde. Sogar mit dem Rapper Yelawolf hat er zusammengearbeitet und kennt scheint's keine Berührungsängste.

Seinen eigenen, klassischen Stil hat er dabei immer durchgezogen, er orientiert sich an den 50ies und 60ies, nennt die frühen Alben von Willie Nelson und Johnny Paycheck als Einfluss. Das Titelstück "Mr. Jukebox" ist ein schöner Honky Tonk, bei dem kein Bein stillsteht. Es ist zugleich auch sein Spitzname, wird ihm doch nachgesagt, dass er wie eine Musikbox Country Classics ausspucken kann.

Im Song "Weird Thought Thinker" finden sich durchaus zeitgemäße Betrachtungsweisen, wenn er etwa mit Erstaunen vom eigenen Unterwegssein singt. In diesem charmanten Waltz, mit tollen Raw Hide Backing Vocals und Streichern, beschreibt er sich als rast- und heimatlos, als "always on the road", dennoch ist er dabei nie alleine, denn er hat Willie, Waylon und Haggard dabei. Aber komisch, "weird", erscheint ihm diese Lebensweise auch selber.

Die Songs und die Glaubwürdigkeit beeindrucken

Die zehn Songs könnten gut aus einer weit früheren Zeit stammen. Ihr bruchlos klassischer, neotraditioneller Stil ist definitiv für Menschen, die dieser ursprünglichen musikalischen Welt viel abgewinnen können.

Mit Charlie McCoy hatte er zudem einen Originalvertreter der Zeit im Studio, jemand, der bereits in den 60ies mit Elvis, Johnny Cash und Roy Orbison gearbeitet hat. Ansonsten wird seine erfahrene, eingespielte Band - die Pedalsteel darf nicht fehlen - von Streichern und Vibraphone unterstützt, und sie erschaffen einen komplexen und doch immer fokussierten Sound. Die Qualität der Songs und die Glaubwürdigkeit seiner Position sind dabei rundum beeindruckend.

Bei Third Man Records glaubt man noch an die Künstler

Erschienen ist das Album auf Third Man Records, dem Label von Jack White, womit er sich bereits den zweiten Country Act ins Haus geholt hat. Auch für Margo Price wurde hier bereits die Lanze gebrochen und der Beginn einer fantastischen Karriere markiert. Hier glaubt man noch an den Künstler und seine Kompromisslosigkeit und will zudem der Popwelt auch gerne zeigen, wo der Hammer hängt. Wo der Real Deal zu Hause ist.

Mit Joshua Hedley haben sie einen guten, neuen Repräsentanten, der aktuelle Popkünstler durchaus auch ein wenig zu beschämen vermag.

Fazit: Wer Country Music sagt und doch nur auf die Popcharts schielt, sieht hier alt aus.

Label: Third Man (Warner) VÖ: 20. April 2018
01 Counting All My Tears
02 Mr. Jukebox
03 Weird Thought Thinker
04 Let's Take a Vacation
05 These Walls
06 I Never (Shed a Tear)
07 This Time
08 Don't Waste Your Tears
09 Let Them Talk
10 When You Wish Upon a Star
11 Warrior

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