Eli Cook - Primitive Son

CD Cover: Eli Cook - Primitive Son

In Fachkreisen ist Blues Rocker Eli Cook über den Status des Geheimtipps schon lange hinaus. Der junge Mann aus Virginia hat einen innovativen, frischen Sound geschaffen, der laut eigenen Angaben eine Mischung aus John Lee Hooker, Muddy Waters, Soundgarden und Rage Against the Machine ist. Das klingt natürlich erst einmal abenteuerlich, prallen doch scheinbar sehr unterschiedliche musikalische Welten aufeinander. Kann das funktionieren? Die Antwort ist ein eindeutiges JA, und den Beweis dafür gibt es nun mit Cooks neuem Album "Primitive Son" auf die Ohren. 14 Songs ist der mittlerweile fünfte Silberling des Künstlers stark, und der Unterhaltungsfaktor ist dabei als nahezu konstant hoch einzustufen.

Die Marschrichtung gibt der Opener "War Horse" vor, der mit einem verspielten Gitarrenriff und einem wirklich dreckigen Sound erstmal die Gehörgänge freibläst. Ungeschliffen, aber trotzdem melodisch und im Refrain sehr eingängig kommt der Auftaktsong daher. Cooks raue und kratzige Stimme passt dabei ideal ins Gesamtbild. Kein Zweifel, der Junge hat was drauf, ist man bereits nach diesen ersten vier Minuten geneigt zu sagen. Die Mischung von klassischen Southern Blues- und modernen Rock-Elementen geht voll auf, so viel scheint sicher. Dieser Eindruck bestätigt sich dann sogleich beim folgenden Track "Revelator". Die Gitarre donnert ein Riff heraus, das vom Stil her an das Legendäre "Walk This Way" von Aerosmith erinnert und sich sofort im Gehörgang einbrennt. Zusätzlich angetrieben von einem peitschenden Bass und Cooks markantem Gesang, der hier noch besser zur Geltung kommt, ist dieses großartige Vollgas-Stück eines der absoluten Highlights der CD.

Nach dem verschleppt-gefälligen "Sweet Thing" und dem eingängigen "High In The Morning", die sich nahtlos an die vorigen Lieder anreihen, zeigt sich Cook dann bei "Won't Be Long" von einer ganz anderen Seite. Eine Acousticgitarre zaubert eine verträumte Melodie und als der Gesang einsetzt, fragt man sich zunächst, wer denn da auf einmal zum Mikro gegriffen hat. Erst mit der Zeit begreift man, dass es Cook selbst ist, dessen Stimme hier völlig neue Facetten aufzeigt und plötzlich sanft und wohlig klingt. Ein wirklich schöner Titel, bei dem der Künstler beweist, dass er auch ohne den Fuß auf dem Gas richtig gut ist.

Ein weiterer Glanzpunkt, bei dem Cook mit angezogener Handbremse punkten kann, ist "Swing A Little Harder". Zwar wieder mit eingestöpselter E-Gitarre, aber mit mehr Groove als Wucht macht der Song richtig Laune und sorgt für frischen Wind. Im Großen und Ganzen bleibt Cook seiner Linie aber selbstverständlich treu. Bluesige Rocker, die ein Stillsitzen beim Zuhörer nahezu unmöglich machen, geben sich die Klinke in die Hand. Von "Motor Queen" über "Be Your Fool" bis hin zu "Shake The Devil Down" (großartiger Bass, noch besseres Gitarrensolo!), da bleiben für den anspruchsvollen Liebhaber fetziger Klänge keine Wünsche offen.

Besonders hervorzuheben ist außerdem noch "The Great Southern Love", welches mit seiner schrillen Gitarre und Cooks wohl absichtlich etwas missratenen Ausflügen in höhere Gesangslagen für Unterhaltung vom Feinsten sorgt. Spätestens beim Refrain ist der Kopf auf Dauerrotation, so sehr rockt diese Nummer. Sehr stark! Nach fast genau einer Stunde endet dann mit "Burying Ground" das Hörvergnügen, und man versteht ein ganzes Stück besser, warum Cook so ein guter Ruf vorauseilt.

Fazit: Southern Blues meets Rock - diese Mischung gelingt Eli Cook auf "Primitive Son" ganz hervorragend. Für Fans satter Gitarrenklänge und ehrlicher, unverfälschter ein echtes Muss.

Label: Cleopatra (H'Art) VÖ: 9. Mai 2014

  • Titelliste

01 War Horse 08 Swing A Little Harder
02 Revelator (mit Vinny Appice & Jorgen Carlsson) 09 Shake The Devil Down (mit Harvey Mandel)
03 Sweet Thang (mit Tinsley Ellis) 10 Tall & Twisted
04 High In The Morning (mit Sonny Landreth & Reese Wynans) 11 The Great Southern Love Kill (mit Pat Travers & Artimus Pyle)
05 Won't Be Long 12 Amphetamine Saint (mit Eric Gales)
06 Motor Queen (mit Leslie West) 13 Primitive Son
07 Be Your Fool (mit Rod Piazza) 14 Burying Ground


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