Fiona Bevan - Talk to Strangers

CD Cover: Fiona Bevan - Talk to Strangers

"Talk to Strangers" ist der Titel des ersten Albums der britischen Singer-Songwriterin Fiona Bevan. Der blonde Lockenkopf aus der Grafschaft Suffolk ist ein wahres Multitalent und spielt Gitarre, Violine, Bass, Ukulele, Akkordeon und Harfe. Dazu hat sie eine Stimme, die nicht gerade von der Stange ist.

Zusammen mit ihrem Buddy, dem UK-Durchstarter Ed Sheeran, verfasste die Songschreiberin vor fast drei Jahren den Song "Little Things", der für die Boygroup One Direction zu einem Top-Hit avancierte. Eine erste und erfolgreiche Begegnung mit dem Musikgeschäft, in dem die Komponistin nun mit zwölf Eigenkompositionen durchstarten möchte. Die Sängerin bezeichnet ihr Debüt selbst als "verschleierten Pop".

Damit ist wohl gemeint, dass es sich bei den Songs nicht um Stücke handelt, die man auf Anhieb in den Pop-Charts vermuten würde, die aber doch recht schnell ihre Wirkung entfalten. "Dial D For Denial" ist so eine Nummer, die gekonnt zwischen Alternative und Pop agiert. Der Sound ist dabei primär Lounge-kompatibel, aber Stimme und Groove ziehen den Hörer trotzdem zeitnah in ihren Bann.

Nicht weniger spannend ist der Opener "Rebel Without A Care" geraten, der sich mit den Unruhen in London im Jahre 2011 befasst. Auch hier zeigt sich, dass Bevan ein Händchen für Hooks, Melodien und Harmonien hat. Das muntere "Pirates And Diamonds" und von einer Ukulele angetriebene "Slo Mo Tiger Glo" sind ebenfalls mit mehr Beats pro Minute ausgestattet und finden dementsprechend schnell ins Ziel.

Wie ein roter Faden zieht sich ein erdiger Sound durch die gesamte Produktion, die ganz bewusst mit analogem Equipment aufgenommen wurde. Für die Mischung von "Talk to Strangers" ist George Horn verantwortlich, der schon mit Paul Simon, Bob Dylan oder John Coltrane gearbeitet hat. Die Produktion übernahm zuvor Studio-Veteran Shawn Lee, der auch schon Musik für Serien und Videospiele produzierte. Auf einer richtigen Anlage entfaltet sich ein Sound wie auf früheren Schallplatten, der einem das angenehme Gefühl vermittelt, als wäre mal bei den Aufnahmen live dabei.

Bevans meist muntere Stimme ist immer aktiv beteiligt, trotzdem kommen langsamere Songs wie der Titeltrack oder "Gold" teils etwas schwerfällig daher. Hier fehlt es ein bisschen an einer zündenden Idee. Die quirlige Stimme der Britin, die mit Leichtigkeit auch bei den ruhigen Stücken im Vordergrund steht, muss man allerdings schon mögen, um sich mit dem Thema anfreunden zu können, denn manchmal stößt Bevan schon in sirenenartige Höhen vor.

Fazit: Popmusik mit Folk, Anspruch und einem besonderen Klang. Wer Musik von A Fine Frenzy oder Nina Nesbitt im Regal stehen hat, sollte probehören. Country-Fans werden hier allerdings nicht fündig werden.

Label: Navigator (rough trade) VÖ: 9. Mai 2014

  • Titelliste

01 Rebel Without A Cause 07 Monsoon Sundance
02 Slo Mo Tiger Glo 08 Exorcist
03 Us And The Darkness 09 Talk to Strangers
04 The Machine 10 Pirates And Diamonds
05 Gold 11 Forwards
06 Dial D For Denial 12 Last Days of Decadence


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