Nickel Creek - A Dottered Line

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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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"'Wenn O Brother, Where Art Thou?' die Tür zur Vergangenheit des Bluegrass für eine neue Generation geöffnet hat, sind Nickel Creek dazu entschlossen, dem Genre eine Zukunft zu geben." Das hat das amerikanische Magazin "Entertainment Weekly" einst über die Band gesagt.

Ganz schön dick aufgetragen, zugegeben. Doch nicht ganz zu Unrecht. Man muss sich nur mal die Geschichte dieses einzigartigen Trios vor Augen halten: Obwohl Chris Thile, Sara und Sean Watkins alles andere als alt sind, haben sie ihre Band schon vor sage und schreibe 25 Jahren gegründet. Damals waren sie süße acht, beziehungsweise elf Jahre alt. Sie galten nicht weniger als: die Wunderkinder des Bluegrass. Zum absoluten Durchbruch kam es, als die inoffizielle Königin des Bluegrass, Miss Alison Krauss, den traditionellen Dreier 2000 unter ihre Produktions-Fittiche nahm und das dritte, selbstbetitelte Album aufnahm. Die Folge waren zwei Grammy®-Nominierungen und überschwänglich euphorische Kritiken in den Feuilletons der Welt.

Nach weiteren Genre-Hits, Grammys und noch mehr Lob von allen Seiten entschlossen sich die Mitglieder 2007 getrennte Wege zu gehen. Auf unterschiedlichen Kursen waren sie aber alle mehr oder weniger wieder erfolgreich. Sara Watkins veröffentlichte zwei Solo-Alben und arbeitete mit The Decmerists zusammen, ihr Bruder Sean gründete zwei Bands (Fiction Family und WPA) und Chris Thile schließlich sorgte mit den Punch Brothers für eine kleine musikalische Sensation. Eine kleine Sensation ist auch das Comeback der Drei. Gemeinsam mit Produzent Eric Valentine (Queens Of The Stone Age) hat sich das aus San Diego stammende Trio in Los Angeles an die Sessions gemacht. In angeblich kaum zwei Wochen waren die Aufnahmen im Kasten. Die Stimmung muss gut gewesen sein, alles sei leicht von der Hand gegangen. Die dazu gewonnenen neuen Erfahrungen der drei Mitglieder seien der Arbeitsweise im Studio zugute gekommen – und sie haben hörbar das musikalische Ausdrucksspektrum von erweitert.

Natürlich ist immer noch die moderne, etwas spröde Auslegung von Bluegrass und Folk ihre Markenzeichen. Davon kann man sich gleich im Opener "Rest of My Life" und der nachfolgenden ersten Single-Auskopplung "Destination" überzeugen. Doch die Band kann auch anders. Zum Beispiel in "Hayloft", eine Cover-Version des Mother Mother's-Song. Hier kommen Computersounds und Electro-Elemente ins traditionelle Spiel, sorgen befremdliche Beats für Stirnrunzeln. Auch wenn der Refrain mit sorgsam schönen Melodien wieder einigermaßen versöhnt, bleibt der Titel ein Fremdkörper.

Weitaus besser fallen da schon die herrlich-süße Folk-Ballade "Love of Mine" und das etwas sperrige, von einer Fiddle dominierte "Elephant In The Corn" aus. Bei der Wahl ihrer zweiten Cover-Version bewiesen sie aber ein glückliches Händchen: "Where Is Love Now" von Sam Phillips bewahrt einerseits die wehmütige Atmosphäre - erstrahlt in dem neuen, fantastischen Vocal-Arrangement allerdings in völlig neuem Glanz. Nach zehn Titeln ist dann auch schon Schluss. Etwas dürftig, nach einer über siebenjährigen Pause.

Fazit: Nickel Creek sind zurück - und das in alter Form. Aber auch mit neuen Sounds und Songs. Ein starkes Comeback mit Ecken und Kanten.

Label: Nonesuch (Warner) VÖ: 28. März 2014

  • Titelliste

01 Rest of My Life 06 21st of May
02 Destination 07 Love of Mine
03 Elsie 08 Elephant In The Corn
04 Christmas Eve 09 You Don't Know What's Going On
05 Hayloft 10 Where Is Love Now


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