Josh Kelley - Georgia Clay

CD Cover: Josh Kelley - Georgia Clay

Josh Kelley - Freunde des Boulevards dürften den 188 Zentimeter großen Sänger vielleicht schon kennen. Nicht wegen seiner Musik, sondern eher wegen seiner Hochzeit Ende 2007 mit Hollywood-Schauspielerin und "Grey's Anatomy"-Star Katherine Heigl. Musikalisch ist bisher eher sein jüngerer Bruder Charles Kelley mit seiner Gruppe Lady Antebellum aufgefallen. Das soll sich für Josh mit dem Schritt in Richtung Country nun ändern.

Seine neue Rolle im Country-Geschäft scheint er auch wirklich ernst zu nehmen. Wirft man einen Blick auf das Video zum Titelsong "Georgia Clay" - einer durchaus hittauglichen, kleinen Hymne an die wilde Jugendzeit - lässt der Künstler darin kaum eins der immer noch gängigen Klischees aus. Ob der alte Chevrolet Silverado, mit dem er durch die Landschaft düst, das Posieren mit der Acoustic-Gitarre am Lagerfeuer oder das Outfit mit Boots, Westernhemd und Jeans - Josh Kelley macht als moderner Cowboy optisch zweifellos eine sehr ansehnliche Figur.

Die musikalische Laufbahn des Mannes aus Georgia begann schon mit elf Jahren, als er erstmals zur Gitarre griff und wenig später mit seinem Bruder die Band "Inside Blue" gründete. Nach dem Ende der Gruppe und einer ersten, eigenen Independent-Veröffentlichung 2001 folgten in den Jahren von 2003 bis 2008 vier Studio-Alben bei verschiedenen Labels im Bereich Rock-Pop, aus denen es die Stücke "Only You" und "Amazing" es immerhin in die Top Ten der Adult Top 40 Tracks Charts schafften.

Doch so richtig wohl fühlte Kelley sich in dem Bereich wohl nicht mehr. "Ich war noch nie so stolz auf das, was ich jetzt geschrieben habe. Ich bin endlich in einem Genre angekommen, in dem ich Texte schreiben und damit Geschichten erzählen kann", erklärt er stolz über sein erstes Album für Countryfans. Seit 2010 nahm er die Songs für sein Debüt auf. Kelley zeigte sich dabei als Songschreiber wirklich sehr aktiv, indem er allein oder mit Hilfe bekannter Autoren wie Craig Wiseman alle elf Stücken verfasste.

Musikalisch liegt das Endprodukt eindeutig im derzeitigen Country-Mainstream. Man hört also immer mal wieder die typischen Instrumente, insgesamt betrachtet bleiben diese jedoch recht häufig im Hintergrund, um mögliche Käufer aus anderen Bereichen nicht gänzlich abzuschrecken. Eine mittlerweile leider fast übliche Vorgehensweise. So fällt das Album letztlich so aus, wie man es vorher schon hätte erwarten konnte. Ein versierter und erfahrener Sänger bringt ein paar Balladen, eine Handvoll schnellerer Songs und einen Song für das nächste Trinkgelage. Klingt nicht sonderlich aufregend oder innovativ - und das ist es auch nicht.

Den Anhängern ruhigerer Kost sei das nette Liebeslied "Baby Blue Eyes" und das groß angelegte Album-Finale mit "Don't You Go" empfohlen, die unter den recht vielen Balladen positiv auffallen. Mit Country haben beide Songs allerdings nicht viel zu tun. Da ist "Learning You" schon etwas näher dran - doch auch die Pedal Steel Guitar kann den langweiligen Song nicht retten.

Sobald das Tempo aber etwas anzieht und dadurch der Country-Faktor ansteigt, singt sich Kelley schnell wieder in den grünen Bereich. So sind vor allen Dingen "Great Idea", aber auch "Gone Like That" und "Ain't Letting Go" gelungene Nummern, die man einfach gerne einmal im Radio hören würde. Eigentlich auch klar, dass es "Raining Whiskey" etwas (feucht-)fröhlicher und groovender zur Sache geht. Dazu bietet der rockige Song auch überaus interessante Anregungen für die Gestaltung einer Open Air-Party ("It's raining Whiskey on me and on my Friends - so raise your Cups let them fill right up").

Fazit: Eine weitere Mainstream-Produkion aus Nashville, bei der Countryklänge bis auf einige Ausnahmen etwas zu kurz kommen. Die letzten Alben von vergleichbaren Künstlern wie Luke Bryan oder Chris Young sind besser.

Label: MCA Nashville (in Deutschland nicht erschienen) VÖ: 22. März 2011
01 Georgia Clay
02 A Real Good Try
03 Gone Like That
04 Baby Blue Eyes
05 Naleigh Moon
06 Two Cups of Coffee
07 Rainin' Whiskey
08 Great Idea
09 Learning You
10 Ain't Lettin' Go
11 Don't You Go

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