Ernest legt mit "Deep Blue" ein überzeugendes Album des Jahres vor
Seitdem schreibt Ernest weiterhin für andere Künstler und hat bislang drei Studio-Alben veröffentlicht – sein Debüt, "Flower Shops (The Album)" aus dem Jahr 2022 und "Nashville, Tennessee" aus dem Jahr 2024. Da er als eigenständiger Künstler noch nicht den Erfolg gefunden hat, den er verdient, veröffentlicht Ernest heute sein viertes Studio-Album "Deep Blue".
Als Künstler, der im Laufe seiner bisherigen Karriere eine unglaubliche Vielseitigkeit bewiesen hat, will Ernest mit "Deep Blue" unser Sommer-Soundtrack werden. Die Sammlung aus 13 Songs ist unbestreitbar Country und bleibt Ernests Wurzeln treu, ist aber von den Wellen, der Küste und allem, was mit Strand und Sonnenschein zu tun hat, beeinflusst.
Tritt Ernest in die Fußstapfen von Kenny Chesney?
Das Album beginnt mit "Lorelei", das einen sofort an einen sonnenverwöhnten Strand am weiten blauen Ozean versetzt. Ernests Stimme erinnert an die Größen des Genres; er klingt, als hätte er in seiner Blütezeit neben George Strait Musik machen sollen. Die Instrumentierung dieses Tracks und des gesamten Albums ist eine Hommage an den klassischen Country und hält sich deutlich von aktuellen Country-Trends fern.
Die sonnige Stimmung setzt sich mit dem mitreißenden Refrain von "Edge of the U.S.A." fort, bei dem man sich unweigerlich nach einem kühlen Getränk sehnt und Ernest beweist mit dem wunderschönen "What's a Little Rain", dass er auch kraftvolle Midtempo-Nummern meistern kann. Bei "Lucky" wendet sich Ernest dem verträumten Country zu und reduziert die Arrangements auf das Wesentliche, um zu zeigen, was für ein rohes Talent er ist, während Ernests Stimme im beschwingten, akustisch geprägten "Quit While We’re Behind" vor Soul nur so strotzt – und wer es nicht besser wüsste, würde denken, dies sei ein Klassiker von Strait.
Manchmal ist "Deep Blue" sentimental und wehmütig, aber es ist niemals langweilig
In der zweiten Hälfte des Albums hält Ernest es auf dem verträumten "Somewhere in the Caribbean" weiterhin entspannt, bevor er seine Stimme auf dem beatlastigen "End of the Night" in den Vordergrund rückt. Ein weiteres Highlight ist das uptempo-geladene "Deep Blue", ein Song, in dem Ernest eine Trennung überwindet, die ihn fast zu Fall gebracht hätte. Die Texte haben Biss und sind ein großartiges Beispiel für Ernests Fähigkeiten als Songschreiber. Im letzten Abschnitt des Albums lässt Ernest im emotionalen "If I’m Not Careful" den Country der 70er Jahre aufleben und liefert mit dem wunderbaren "Same Moon" eine Ballade, die wie ein echter Klassiker klingt.
"Bevor er sich verabschiedet, liefert Ernest mit dem fantastischen "Boat Named After You" ein weiteres Highlight, in dem er davon erzählt, wie er mitten auf dem Meer auf einem Boot sitzt, das nach einer Ex benannt wurde. Der Song hat einen Hauch von Traurigkeit, doch die Produktion ist mitreißend und eingängig. Für den letzten Titel des Albums, "Time is a Thief", arbeitet Ernest mit Lukas Nelson an dem nachdenklichen "Time is a Thief" zusammen. Könnte dies der Beginn einer neuen Ära der Highwaymen sein?
Fazit: "Deep Blue" von Ernest ist eine Hommage an echte Country Music. Hier gibt es nichts Zynisches und nichts, was auf Social-Media-Algorithmen ausgerichtet ist – nur gute, ehrliche Country Music, bei der man sich verdammt gut fühlt.










