Seit Drake Milligan vor drei Jahren in America's Got Talent erstmals in Erscheinung trat und dieses nicht mal gewann, arbeitete der Sänger hart an sich und der Preis, den er am Ende erhielt, wog wohl mehr, als der, den er bei irgendeiner Talentshow je hätte gewinnen können. Nämlich den, sich als ernst zu nehmender Künstler zu etablieren. Auf diesem Weg ist er mittlerweile längst und mit seinem nun zweiten Album "Tumbleweed" hat er hier den nächsten Schritt gesetzt.
Seinen Elvis-Einfluss hat Drake Milligan auf "Tumbleweed" behalten und hebt sich so auch ein wenig von der Masse der Nashville-Interpreten ab. Seine Mischung aus Roots Country, Western Swing, Rockabilly und seinem eigenen Songschreiber-Stil schafft etwas, das im Jahr 2025 trotz der gerade stattfindenden Retro-Welle nicht an jeder Ecke zu finden ist.
Mit "Tumbleweed" ist Drake Milligan ein zusammenhängendes Stück Texas Country gelungen, in das er komplett alle Energien seiner Heimat einfließen lässt. Mit einigen Songs, wie "Hearts Together", "Talk Texas" oder "Girl Like You" nimmt er den Hörer direkt mit auf die Tanzfläche irgendeiner ländlichen Bar.
Die Fiddle ist jeweils der beste Part.
Drake Milligan erzählt von seinen Begegnungen und kann Herzschmerz ausdrücken. Der Einfluss eines George Strait ist auf dem kompletten Album unüberhörbar. Stücke wie "Girl Like You" oder "Good as Gone" hätte dieser in seinen jungen Jahren sicher auch auf eines seiner Alben gepackt oder würde sie heute noch aufnehmen.
"Tumbleweed" enthält die gesamte Fülle, die es für ein Country-Album braucht. Einen aufstrebenden jungen Mann, der die Themen eines gebrochen Herzens mit Drinking Songs kombiniert, mit Balladen, Walzer und Texas Swing ebenso locker jongliert und alles zusammen eben die beste Kombi ergibt, die es braucht, um jemanden wie Drake Milligan weiter nach oben zu pushen. Achtziger-Pop-Shine-Retro-Country kombiniert mit Pedal Steel und Fiddle-Poesie verkauft sich gerade gut und er passt in dieses Schema. Nicht, weil er sich zwanghaft hineinpresst, sondern, weil er trotz seines jungen Alters hineingewachsen ist. Und dies mag der Schlüssel zu seinem derzeitigen Erfolg sein. Kein Verstellen, sondern die Musik einfach so spielen können - alt angehaucht und eben auch modern. Genau das bringt Drake Milligan auch auf "Tumbleweed" rüber.
Wer Drake Milligan bei seinem Auftritt im Rahmen des German American Volksfests auf der US Army Base in Grafenwöhr, Bayern Anfang August erlebt hat, konnte dort bereits vorab die Deutschland-Premiere eines seiner Songs des neuen Albums erleben. Dem internationalen Publikum des Fests stellte er mit seiner Band "Slow Dancing to a Fast Song" vor und er und seine grandiosen Musiker überzeugten damit an diesem Abend.
Im laufenden Jahr tourte Drake Milligan unter anderem mit Lainey Wilson, Blake Shelton und Luke Bryan, doch nun, nachdem "Tumbleweed" auf dem Markt ist, möchte er dieses auch entsprechend promoten und startet am 11. November 2025 eine Album-Release-Tour in Nashville, die ihn im März 2026 auch nach Europa führen wird. Seine deutschen Fans können ihn dann am 7. März 2026 wieder beim C2C in Berlin erleben.
Wohin der Weg von Drake Milligan letztlich noch führen wird, wird sich zeigen. Bisher ist er seinem Stil treu geblieben und kann auch bei "Tumbleweed" erneut auf Produzent Trent Willmon vertrauen. Die aktuellen Veröffentlichungen der Singles "Tumbleweed" sowie "Old Flames, Old Whiskey" gaben ihm ebenfalls recht und er ist weiter dabei, seine eigene Linie zusammenzubauen. Doch was er in der relativ kurzen Zeit geschaffen hat, ist enorm und Drake Milligan ist gemeinsam mit anderen jungen Sängern bereit, in die Fußstapfen derer zu treten, die nun langsam, doch stetig die große Bühne verlassen werden.
Fazit: Drake Milligan schwimmt auf der derzeit angesagten Welle des Retro-Country und Traditionalisten sollten dieses Album unbedingt in ihre Playlist packen. Mit "Tumbleweed" nimmt seine Karriere gerade weiter Fahrt auf.