Die Drake-Milligan-Show in Köln war tief in der traditionellen Country Music verwurzelt

Drake Milligan in Köln

Drake Milligan ist einer der überzeugtesten Traditionalisten der modernen Country-Szene. Es lässt sich nicht leugnen, dass er im wahrsten Sinne des Wortes ein echter Entertainer ist. Am Montagabend im Carlswerk Victoria in Köln entführte er das Publikum von der industriellen Kulisse in die Honky-Tonks von Texas.

Drake Milligan hat im Kölner Carlswerk Victoria eine hervorragende Show hingelegt

Drake Milligans volle, twangige Baritonstimme, seine stimmliche Kraft und seine unverkennbare, von Elvis Presley beeinflusste Bühnenpräsenz kamen bei dem gestrigen Konzert voll zur Geltung. Doch bevor der Country-Sänger seinen Auftritt hinlegte, betrat Koen Vael die Bühne.

Koen Vael gibt mit einem intimen akustischen Auftakt den Ton an

Koen Vael ist ein junger, aufstrebender Country-Künstler aus der Kleinstadt Steenbergen in Nordbrabant, Niederlande. Er eröffnete den Abend mit einem akustischen Solo-Set und spielte eine Auswahl seiner eigenen Songs, darunter "Good as Gone", "Steady on the Gun", "Blue Motel No. 9" und "Hate Me".

Vael fügte seinem Set außerdem ein paar stimmungsaufhellende Cover-Versionen hinzu, darunter Don Williams’ "Tulsa Time" und "Long Haired Country Boy" von der Charlie Daniels Band. Die bekannten Songs trugen dazu bei, die Atmosphäre aufzulockern, und schufen sofort eine Verbindung zwischen dem Publikum und dem jungen Künstler.

Anfangs war auf der Bühne noch eine leichte Nervosität zu spüren, doch im Laufe des Sets fand Koen Vael zunehmend Zugang zum Publikum. Bei den späteren Songs wirkte er immer entspannter und selbstbewusster, sodass seine Persönlichkeit und sein musikalisches Können voll zur Geltung kamen.

Zudem hatte er Gelegenheit, sein Gitarrenspiel in einem ausgedehnten Akustik-Solo unter Beweis zu stellen, was eindrucksvoll verdeutlichte, dass sich Vael nicht nur als Sänger und Songschreiber weiterentwickelt, sondern auch ein versierter Gitarrist ist. Als Vorband bot sein reduzierter Auftritt einen intimen Einstieg in den Abend und gab einen vielversprechenden Einblick in das Schaffen eines jungen Künstlers, der sich gerade erst in der internationalen Country-Szene etabliert.

Drake Milligan liefert eine der besten Shows für "Feel-Good"-Classic-Country-Songs

Aus den Lautsprechern dröhnte Roy Orbisons "Oh, Pretty Woman" als letzte Einstimmung, während die Bühnenlichter blitzten. Dann, als "Tumbling Tumbleweeds" von The Sons of the Pioneers den Raum erfüllte, betrat die sechsköpfige Band die Bühne und startete das Set mit Milligans wohl größtem Hit, "Sounds Like Something I’d Do". Schon nach wenigen Akkorden stürmte Milligan selbst mit seiner Rickenbacker um den Hals auf die Bühne und sorgte sofort für eine energiegeladene Atmosphäre, die sein breites Spektrum als Performer unter Beweis stellte.

Der Eröffnungssong brachte den Abend richtig in Schwung, und die Energie ließ nie wirklich nach, selbst bei den langsameren Stücken nicht. Sein Gesang war durchweg kraftvoll und dennoch mühelos und bewegte sich souverän zwischen klassischem Country-Crooning und rockigen Hymnen.

Es folgten "Bad Day to Be a Beer" und "Tipping Point", womit er den Anfang des Sets mit einigen seiner bekanntesten Songs bestritt. Das war eine kluge Entscheidung, die das Publikum sofort in ihren Bann zog und Drake Milligan von seiner allerbesten Seite präsentierte.

Milligan strahlt in seiner Art sehr stark das Flair von Elvis aus, mit einer natürlichen Selbstsicherheit und stimmlichen Nuancen, die auch in Memphis nicht fehl am Platz wären. Seine selbst bekundete Liebe zum klassischen Country zeigt sich auch in der Art und Weise, wie er sowohl an seine Musik als auch an seine Darbietung herangeht. Nur sehr wenige Country-Sänger verfügen heutzutage über diese Art von authentischer Bühnenpräsenz. Milligan hat eine Ausstrahlung und einen Stil, die an die Country-Sänger einer früheren Ära erinnern, was ihn zu einem besonders faszinierenden Künstler macht, dem man gerne zusieht.

Es ist schwer, einen einzelnen Höhepunkt herauszustellen, da die Energie den ganzen Abend über bemerkenswert konstant blieb. Für die Show an einem Montag war der Saal im Carlswerk Victoria zu etwa drei Vierteln seiner Kapazität von 1.600 Plätzen gefüllt, doch die Bedeutung des Besucherandrangs war unübersehbar. Es war ein starker Auftritt für die Country Music in Köln.

Songs wie "Over Drinkin’ Under Thinkin’", "Hating Everything She Tries On" und "How Much Beer", aus dem Album "Tumbleweed", sorgten für ausgelassene Stimmung. Während "She" verließ Milligan die Bühne und sang mitten im Publikum, wodurch der Sänger seinen Fans noch näher kam.

Das fast zweistündige Set war abwechslungsreich und gut aufgebaut und hielt das Publikum stets bei Laune. Drake Milligan spielte auch ein großartiges Cover; einer der Höhepunkte war eine rockige Interpretation von Dolly Partons "9 to 5". Er meisterte den Song absolut souverän, brachte noch mehr Energie in den Saal und stellte dabei erneut seine stimmliche Kraft und seine beeindruckende Bühnenpräsenz unter Beweis.

Das Publikum war den ganzen Abend über begeistert und fand eindeutig einen Draht zu Drake Milligan und seiner Musik. Die Show in Köln war mehr als nur ein unterhaltsames Konzert – sie zeigte, was traditioneller Country auf der Bühne noch immer bewirken kann. Ohne zu zögern lieferte Drake Milligan eine überzeugende Werbung für die Country Music in Deutschland – und zeigte, warum es in der modernen Szene noch immer viel Platz für authentischen, traditionellen Country gibt.

Es war das letzte Konzert von Drake Milligan im Rahmen seiner aktuellen Tournee. Er wird aber sicher wiederkommen. Wer bis dahin Lust auf mehr Live-Musik hat, den empfehlen wir unseren Terminkalender, mit vielen Künstlern, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz Konzerte geben.

vgw
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