Thelma & James - Starting Over

CD Cover: Thelma & James - Starting Over
 

Die Debüt-EP "Starting Over" von Thelma und James ist ein beeindruckendes erstes Kapitel für das verheiratete Duo, dessen Übergang von Solokarrieren zu einem gemeinsamen kreativen Projekt sowohl mutig als auch zutiefst persönlich wirkt. Wie in ihrer Hintergrundgeschichte hier beschrieben, sind die beiden - Jake Etheridge und Mackenzie Porter - keine Unbekannten im Rampenlicht von Nashville, aber hier betreten sie einen Raum, der rauer, organischer und bodenständiger ist als viele ihrer früheren Mainstream-Country-Produktionen. In diesen sieben Tracks verweben sie Einflüsse aus Folk, Americana, Gospel und 90er-Jahre-Indie-Rock zu einem Sound, der intim und doch weitläufig, melancholisch und doch hoffnungsvoll ist.

Die Debüt-EP "Starting Over" von Thelma & James ist ein rohes, genreübergreifendes Vergnügen

Die Debüt-EP "Starting Over" von Thelma und James ist ein beeindruckendes erstes Kapitel für das verheiratete Duo, dessen Übergang von Solokarrieren zu einem gemeinsamen kreativen Projekt sowohl mutig als auch zutiefst persönlich wirkt. Wie in ihrer Hintergrundgeschichte hier beschrieben, sind die beiden - Jake Etheridge und Mackenzie Porter - keine Unbekannten im Rampenlicht von Nashville, aber hier betreten sie einen Raum, der rauer, organischer und bodenständiger ist als viele ihrer früheren Mainstream-Country-Produktionen. In diesen sieben Tracks verweben sie Einflüsse aus Folk, Americana, Gospel und 90er-Jahre-Indie-Rock zu einem Sound, der intim und doch weitläufig, melancholisch und doch hoffnungsvoll ist.

Thelma und James haben keine Angst, ihren Sound über traditionelle Grenzen hinaus zu treiben

"Loser" führt die EP in eine weitere Richtung und greift Einflüsse aus dem Indie-Rock und Alt-Country der 90er Jahre auf. Das Wortspiel - sowohl "loser" als auch "lose her" zu singen - verankert einen Song über das Ertränken von Sorgen in Alkohol und Erinnerungen. Echo-geladene Vocals und eine Wand aus Gitarren verleihen dem Track ein breites, fast filmisches Gefühl. Im letzten Drittel toben sich die E-Gitarren in einem Sturm aus Verzerrungen aus und erinnern an den Geist von The Jayhawks oder Sister Hazel mit einem Hauch von Ryan Hurds Country-Rock-Flair aus dem Mittleren Westen. Es ist der lauteste und raueste Moment der EP und zeigt, dass Thelma und James keine Angst haben, ihren Sound über traditionelle Grenzen hinaus zu treiben.

Mit "Parking Lot Prayers” kehrt das Duo Thelma & James zu einer gospelartigen Reflexion zurück. Hier übernimmt Jake Etheridge die zentrale Rolle und drückt die Erschöpfung und Verzweiflung eines Mannes aus, der am Ende seiner Kräfte ist: "Throw me a bone, could you send me a sign?" Mackenzie Porters Harmonien umhüllen ihn wie eine Bitte um Gnade, und der langsame Aufbau des Songs hin zu einem gospelartigen Crescendo wirkt kathartisch und erlösend. Es ist eine Erinnerung daran, dass Hoffnung und Verzweiflung oft Hand in Hand gehen und dass der Glaube - sei es spirituell oder aneinander - eine Rettungsleine sein kann.

"Starting Over" reflektiert nicht nur zerbrochene Beziehungen

Von dort aus neigt sich das Album mit "Nostalgic for Nothing" und dem zarten, von der Geige getragenen "First Love" zu klirrendem, energiegeladenem Americana. Ersteres hat mit seinen vielschichtigen Texturen, Banjo-Läufen und Mundharmonika-Breakdowns Anklänge an Shawn Mullins und The Thorns, während letzteres eine ergreifende Meditation über dauerhafte Hingabe bietet. Der Text "When we’re in our 80s I hope it takes me first, love” (Wenn wir 80 sind, hoffe ich, dass es mich zuerst erwischt, meine Liebe) fängt die Balance zwischen Sentimentalität und Aufrichtigkeit der EP ein.

Wenn der Titelsong erklingt, sind Jake und Mackenzie bereit, die Fäden zusammenzuführen – "Starting Over" reflektiert nicht nur zerbrochene Beziehungen ("Nur weil du die Tür geschlossen hast, heißt das nicht, dass du damit abgeschlossen hast"), sondern auch ihre eigene Reise der Neuerfindung. Der traurige Ton des Songs wird durch die Einheit ihrer Stimmen im Refrain unterstrichen, eine klangliche Metapher für die Stärke, die sie ineinander gefunden haben.

Fazit: Letztendlich ist "Starting Over" ein treffender Titel. Für Thelma & James bedeutet er sowohl eine kreative Wiedergeburt als auch einen mutigen Schritt weg von den sicheren Grenzen des Mainstream-Country.

vgw
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