Hank Snow

Hank Snow gehört zu den wichtigsten Pionieren der Country-Musik. Vor 80 Jahren - am 11.10.1936 - unterschrieb der Kanadier seinen ersten Plattenvertrag.

Dass Shania Twain einen kanadischen Reisepass besitzt, ist bekannt. Dass aber auch Country-Pionier Hank Snow aus Kanada, genauer gesagt, aus der Provinz Nova Scotia, stammt, wird gerne mal vergessen. Dabei gehört der am 9. Mai 1914 geborene und am 20. Dezember 1999 in Tennessee gestorbene Sänger und Songschreiber zu den richtig Großen des Genres. Er ist nichts weniger als: eine Legende, eine Ikone, ein Pionier.

Hank Snows Karriere kam langsam in die Gänge

Wie bei so vielen anderen Stars auch, kam auch seine Karriere nur sehr langsam in die Gänge. Richtig Fahrt nahm sie am 11. Oktober 1936 auf - mit der Unterzeichnung seines ersten Plattenvertrags.

Er war 22, als er die Unterschrift auf das Dokument setzte. 22 Jahre, in denen er schon mehr erlebt hat, als ihm lieb war: einen gewalttätigen Stiefvater, mit zwölf Jahren riss er von zu Hause aus; er arbeitete für vier Jahre als Schiffsjunge auf einem Frachter, später folgten - wieder an Land - Gelegenheitsjobs aller Art.

Mit 15 hörte Hank Snow schließlich erstmals eine Schallplatte von Jimmie Rogers - eine Erfahrung, die sein Leben verändern sollte. Hank Snow kaufte sich eine billige Gitarre und schaffte sich die Songs seines Idols drauf. In Halifax, wo er seit 1933 lebte, nutzte er jede Gelegenheit für einen Auftritt; irgendwann landete er bei einem lokalen Radiosender als "Hank, The Yodelling Ranger". Ein schlecht bezahlter Job. Und dennoch lukrativ, denn Hank Snow erhielt so die gewünschte und nötige Aufmerksamkeit, die Folge war ein Plattenvertrag bei RCA Viktor. Nach der Unterzeichnung vergingen noch gut zwei Wochen, bis er in einem Tonstudio in Montreal erstmals Aufnahmesessions machen durfte.

Mit "I'm Movin’ On" eroberte er Nashville im Sturm

Sein Debüt, die Eigenkompostion "Prisoned Cowboy I Lonesome Blue Yodel", floppte grandios. Doch damals hatten die Plattenfirmen mit ihren Schützlingen noch mehr Geduld. Aufbauarbeit und kontinuierliche Karriereplanung gehörten noch zur Philosophie eines jeden Labels. Auch im Falle von Hank Snow zahlte sich die Geduld aus. Die nächste Single erreichte schon mehr Musikfreunde, die Übernächste noch mehr. Schritt für Schritt, Single für Single ging es für den jungen Hank Snow die Karriereleiter hoch. Schon bald bekam er eine eigene Radioshow, erst in Montreal, später in New Brunswick. Es ging voran. Es ging aufwärts. Zumindest in Kanada.

Doch schon damals war in der Country-Szene das gelobte Land Amerika, und das Mekka hieß auch damals schon Nashville. Nach verschiedenen, eher glanzlosen Anläufen im Mutterland des Genres wurde Ernest Tubb auf den jungen Kanadier aufmerksam und ermöglichte ihm einen Auftritt in der Grand Ole Opry. Es hätte sein Durchbruch sein können. Hätte. Doch bei Hank Snow klappte in seinem frühen Karrierestadium so gut wie nichts auf Anhieb. Und so konnte er das verwöhnte Opry-Publikum bei der Premiere nicht überzeugen. Erst als er 1949 mit seinem Top-10-Hit "Marriage Vow" einen Bestseller im Repertoire hatte, schnitt er in der so ruhmreichen wie einschüchternden Grand Ole Opry richtig gut ab. Nun war das Feld bereitet.

Und mit "I’m Movin' On" hatte er wenig später schließlich den Song im Ärmel, mit dem er ganz Nashville im Sturm erobern sollte: Fast ein halbes Jahr hielt sich der Track auf der Spitzenposition der Country-Charts. Dabei war es nur der Vorbote von vielen, vielen weiteren Hank-Snow-Hits, die bis in die 1980er Jahre folgen sollten. Darunter etliche Meilensteine der Country-Geschichte, wie: "Silver Bell", "Chasin' A Rainbow", "Down At The Pawn Shop", "Come The Morning", "Easy To Loe", "Trouble In Mind", "It Takes Too Long", ...

Hank Snow wurde in die "Nashville Songwriters Hall of Fame" (1978), in die "Country Music Hall Of Fame" (1979) aufgenommen, 1994 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Saint Mary's University Halifax. Eine Bilderbuchkarriere, deren erstes Kapitel vor 80 Jahren, am 11. Oktober 1936 geschrieben wurde.

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