Hugh Jackman: Ich habe mich sozusagen bei Neil Diamond selbst eingeladen

Hugh Jackman und Kate Hudson in Song Sung Blue

Vor 25 Jahren erlebten sowohl Hugh Jackman als auch Kate Hudson ihren großen Durchbruch. Er als Superheld Wolverine in "X-Men", sie als Groupie Penny Lane in "Almost Famous – Fast berühmt".

Interview zu "Song Sung Blue" mit Hugh Jackman und Kate Hudson

Nun standen der Australier und die Kalifornierin das erste Mal gemeinsam vor der Kamera in. In dem Musikfilm "Song Sung Blue" vereinen sie sich als Liebespaar zum Gesangduo Lightning & Thunder, um ABBA, Patsy Cline und vor allem Neil Diamond auf der Bühne zu ehren. Es ist die wahre Geschichte von Mike und Claire Sardina, die damit ab 1995 die die vereinigten Staaten tingelten. Wir trafen Kate Hudson und Hugh Jackman zur Europapremiere von "Song Sung Blue" in Berlin.

Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben, wenn Sie sich etwa nach einem harten Tag, einer schweren Zeit etwas aufmuntern lassen wollen?

Hugh Jackman: Aufmunternd? Bill Withers "Lovely Day" bringt mich auf jeden Fall wieder in Schwung. Das ist mein Lieblingssong, bevor ich auf die Bühne gehe. Ich höre in Phasen, in denen ich oft auftrete, viel Musik. Manchmal drei Monate lang jeden Tag den gleichen Song. Dann ist da noch Colin Hay, der mich mit "Men at Work" mal über eine schwere Zeit brachte.

Kate Hudson: Ach, da gibt es so viele Songs von Robyn über The Cure bis zu The Smiths. Meine Kinder lieben The Smiths. Wir hören sie oft, und ich finde, das bringt gute Stimmung. Großartig und aufmunternd sind auch The Who und natürlich The Beatles. Es ist also schwer für mich, mich auf einen einzigen Song reduzieren zu müssen.

Was hat Sie für "Song Sung Blue" in die richtige Stimmung gebracht?

Hugh Jackman: Neil Diamond selbst. Ich höre ihn oft, und am Set von "Song Sung Blue" lief seine Musik die ganze Zeit. Überall lagen Gitarren, weil ich lernte, Gitarre zu spielen. An jedem Ort gab es auch ein Keyboard. Alle haben gesungen. Alles war also voller Musik.

Welche Rolle spielte Neil Diamonds Song "Sweet Caroline" in Ihrem Leben, bevor der Film entstand?

Hugh Jackman: In Sydney war ich früher oft in einer Kneipe, wo ein Typ den Song beim Karaoke sang. Er wurde dadurch berühmt. Bis zu 300 Leute kamen an solchen Karaoke-Abenden, um diesen Typen zu sehen. Auch ich war begeistert. In England hörte ich den Song dann im National Theatre in einem Stück über die englische Fußballmannschaft.

Kate Hudson: "Sweet Caroline" hörte ich das erste Mal in einem Film. In "Beautiful Girls" gibt es eine Bar-Szene am Klavier, wo alle "Sweet Caroline" singen. Das war quasi meine erste Begegnung mit Neil Diamond.

Haben Sie ihn denn für diesen Film auch mal persönlich treffen können?

Kate Hudson: Er wohnt tatsächlich dort, wo ich aufgewachsen bin in Colorado – nur zehn Minuten voneinander entfernt. Aber ich hatte weder ihn noch seine Familie je getroffen, was seltsam ist in so einer kleinen Stadt. Aber als ich erfuhr, dass er unseren Film gesehen hat, fragte ich nach, ob ich ihn in Colorado mal besuchen könnte.

Wie reagierte er?

Kate Hudson: Er sagte zu und ich ging rüber. Wir saßen auf seiner Veranda und tranken Limonade. Er liebt unseren Film, und ich erzählte Hugh davon, schickte ihm von uns Bilder. Hugh antwortete nur: "Ich rufe ihn jetzt an und komme auch."

Hugh Jackman: Ich habe mich sozusagen selbst eingeladen. Neil und ich haben dann Karaoke zusammen gesungen. Das war großartig.

Fällt Ihnen das Singen auf der Bühne leichter als vor der Kamera?

Hugh Jackman: Für den Film wurde größtenteils auf einer Bühne gesungen, was dann mitgefilmt wurde. Deshalb habe ich mich sehr wohlgefühlt. Es gibt die Szene, in der wir zum ersten Mal singen. Ich liebe sie, weil wir live gesungen haben. Wir haben alles live aufgenommen und dann nochmals alles im Studio wiederholt.

Wie lange mussten Sie üben, um Ihren Gesang zu zweit in Einklang zu bringen?

Kate Hudson: Zwei Wochen. Wir haben zuerst alles im Studio aufgenommen. Unser erstes Treffen fand im Aufnahmestudio statt.

Hugh Jackman: Dort kamen auch die anderen Schauspieler dazu und wir begannen zuerst draußen in einem Raum zu proben. Regisseur Craig Brewer ist eher ein jazziger Regisseur, der es mit dem Proben überhaupt nicht übertreiben wollte. Aber was das Finden unserer Stimmen als Mike und Claire zum Duo Lightning & Thunder angeht, war es klug, uns ins Aufnahmestudio zu holen, weil es ein so intimer Ort ist.

Kate Hudson: Man lernt sich also wirklich gut kennen, und wenn man die Kopfhörer aufhat, hört man jedes kleinste Detail vom anderen. Bei Neils Songs haben wir sehr miteinander harmonisiert, nachdem wir herausgefunden hatten, wie wir nach Ansicht von Craig klingen sollen. Wir haben quasi unsere eigenen Versionen von Neils Songs gestaltet.

Können Sie sich erklären, warum Lighting & Thunder als Neil-Diamond-Tribute-Duo so erfolgreich war?

Hugh Jackman: Anfangs sah es gar nicht so aus, als hätte es funktionieren können. Ich sprach darüber mal mit Eddie Vedder von der Rockband Pearl Jam, warum er Lightning & Thunder 1995 auf die Bühne holte. Er antwortete, ein befreundeter Musiker aus Milwaukee meinte damals zu ihm: "Ihr müsst sie engagieren. Sie werden eine Verbindung zu jedem Publikum herstellen. Ihr denkt, ich bin verrückt, aber es ist mir todernst."

Kate, zu Ihrer Filmtochter sagen Sie in einer Szene: "Du siehst überall Magie, weil du noch jung bist. Ich nicht mehr." Welches Gefühl haben Sie noch zur Magie?

Kate Hudson: Ich fühle mich einfach jeden Tag so glücklich. Wirklich! Ich sehe es in meiner Tochter. Ich weiß nicht, ob es genetisch bedingt ist, aber ich schaue sie einfach an und liebe buchstäblich alles. Ich schaue ins Licht, ich schaue nach draußen und denke: "Wow, das Licht ist gerade so wunderschön." Ich glaube, in allem steckt Magie.

Hugh Jackman: Ich glaube, wir beide neigen zum Licht. Bei dieser Frage dachte ich sofort an Weihnachten, und das ich wie Kate immer noch dafür zu haben bin. In dieser Hinsicht sind wir beide hauptsächlich miteinander verbunden.

Kate Hudson: Ich glaube sogar, dass wir deshalb Künstler geworden sind. Zu Menschen, die Schwierigkeiten haben, kann ich schnell eine Verbindung herzustellen. Ich verspüre den Wunsch, ihnen zu helfen und etwas von dem zu teilen, was ich sehe oder fühle. Was ich an unserem Film so liebe, ist die Tatsache, dass mir Menschen zur Seite standen, mich überrascht und mir geholfen haben. Ich denke, darum geht es in unserem Film. Diese beiden sind wirklich sehr hartnäckig, was ihren Traum angeht, und beide retten sich gegenseitig.

Der Film "Song Sung Blue", mit Hugh Jackman und Kate Hudson startet am heutigen Donnerstag, den 8. Januar 2026 in den Kinos.

vgw
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