CD Cover: Damien Maze - Long Way Home

Mit "Long Way Home" legt Damien Maze sein Debüt vor.

Mit "Long Way Home" ist das Tonträger-Debüt der kanadischen Country-Hoffnung Damien Maze betitelt. Eine Heimkehr, die klassischen Modern Country bietet, schnörkellos, gefühlvoll und eingängig. Einziges Manko: eine fünf Songs starke EP wird dem Talent quantitativ nicht gerecht.

Kanada ist ein guter Platz für Country Music, das weiß man nicht erst seit Shania Twain. So fördert der nordamerikanische Bruder der USA mit steter Regelmäßigkeit außerordentliche Talente zu Tage. Aktuelles Beispiel: der aus der im Bundesstaat Ontario liegenden Kleinstadt Saint-Pascal-Baylon stammende Damien Maze - 28 Jahre alt, smart, mit Roots-Country-erprobter Stimmer gesegnet und, wie es seitens seiner Plattenfirma heißt, seit Lebzeiten ein Fan des Nashville-Sounds. So richtig viel schiefgehen kann da eigentlich nicht.

"Long Way Home": Klassischer Modern-Country

Und tatsächlich. Schon der Opener und Titeltrack seiner fünf Songs umfassenden Debüt-EP "Long Way Home" fährt so ziemlich alles auf, was guten Country-Sound auszeichnet: sonnige Melodien, lässiger aber strammer Groove, ein eingängiger Refrain und dazu eine durch und durch entspannte Grundstimmung. Dazu kommen geschickte harmonische Wendungen und instrumentale Klasse. Basierend auf diesen professionellen Zutaten entfaltet der 28-jährige Rookie eine stimmliche Souveränität, die den erstaunten Hörer sofort an Kenny Chesney denken lässt. Von der Klangfarbe gehen die beiden glatt als Doppelgänger durch- für den jungen Damien Maze alles andere, als eine schlechte Bezugsgröße.

Damien Maze: ein stimmlicher Doppelgänger von Kenny Chesney

Es ist aber nicht nur die warme Stimme, die an Chesney erinnert. Auch in Punkto Haltung und Lässigkeit kann es der kanadische Newcomer mit dem Country-Star aufnehmen. Sogar dann, wenn es darum geht, eine Ballade mit der nötigen Portion Gefühl und Schwermut aufzuladen - wie er in dem Titel "Nobody's Like You" beweist. Auch wenn bei dem Song alle Emotions-Register bis zum Anschlag gezogen werden, schafft es Maze, nicht im Kitsch zu versinken. Eine stattliche Leistung für einen Neuling.

Wie es scheint, liegen dem gut aussehenden Sänger ohnehin gefühlsbetontere Momente etwas mehr, als rabiate Songkost. Nicht dass das munter rockende "Redneck Holiday" misslungen wäre, keinesfalls, aber so ganz kauft man ihm diese Aussteiger-/Redneck-und-mir-alles-egal-Attitüde nicht ab. Auch die etwas härtere, mit deftigen Gitarren-Riffs versehene Schwarzbrenner-Ode "Moonshine" fällt gut, aber nicht brillant aus. Hörbar wohler fühlt sich Maze da schon in dem gut gelaunten, exzellent für das Autoradio taugliche "Come On Over". Erneut ein Titel, der sich auf jedem Kenny Chesney-Album gutmachen würde.

Fazit: Damien Maze legt mit "Long Way Home" ein gelungenes Debüt hin, auch wenn er sein Potential noch nicht ganz ausreizt.

Label: AGR Television VÖ: 15. September 2017
01 Long Way Home
02 Moonshine
03 Come On Over
04 Nobody's Like You
05 Redneck Holiday

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