Bob Wayne - Bad Hombre

CD Cover: Bob Wayne - Bad Hombre

Auf dem siebten Album von Bob Wayne, "Bad Hombre", ist eine Cover-Version von Aviciis "Wake Me Up".

Bob Wayne ist wohl das, was man als echten Freak bezeichnen würde. Seine Live-Shows sind legendär, seine Art, die Menschen zu unterhalten schräg und unkonventionell und dabei absolut liebenswert. So derb er sich nach außen gibt, so "brav" ist im Gegensatz seine Musik, die als wunderbar leicht und bodenständig Country daher kommt. Was auch immer der Grund sein mag, dass Bob Wayne hierzulande bei den Country-Fans noch nicht so die rechte Aufmerksamkeit bekommen hat, es sollte sich ändern. 2016 war er als Opener mit The BossHoss in deren Dos Bros-Tour und begeisterte auch dort.

Bob Waynes Cover-Klassiker

Bob Wayne ist bekannt für seine Cover-Versionen von Pop- und Rock-Songs. Nach seinem "Hits The Hits"-Album, in dem er sich unter anderem an "Skyfall" von Adele und "All About That Bass" von Meghan Trainor heranwagte, nahm er sich jetzt auf "Bad Hombre" den aus 2013 stammenden Hit "Wake Me Up" des schwedischen DJs und Musikproduzenten Avicii vor, gesungen von Soulsänger Aloe Blacc. Bob Wayne machte daraus eine erstklassige Bluegrass-Nummer, eins der Highlights auf "Bad Hombre".

Single "Still Truckin'" als Homage an Red Simpson

Bob Wayne bezeichnet sich im Song "Working Class Musician" genau als diesen, den hart arbeitenden Künstler, der durch die Welt tingelt und bei allem Verzicht dankbar ist, ein solches Leben führen zu dürfen. Der Sänger ist so gut wie das ganze Jahr über auf Tournee und saugt alle Begegnungen und Geschichten auf, um sie in Liedern umzusetzen.

Als Songschreiber ist er beeinflusst von den kleinen Dingen, beschreibt die Menschen in den Orten, durch die er kommt. Einen echten Trucker-Song hat er dabei auch auf Lager und veröffentlichte "Still Truckin'" als erste Single aus "Bad Hombre". Bob Wayne schrieb "Still Truckin" als Homage an einen seiner musikalischen Helden, Red Simpson, der 2016 verstarb. Red Simpson war in den 1960er Jahren vor allem eben mit Trucker-Songs erfolgreich und Bob Wayne setzte ihm somit ein kleines Denkmal.

Die Geschichten in Songs auf "Bad Hombre"

"Bad Hombre" ist zutiefst klassische Country Music in sämtlichen Nuancen.

Bob Wayne erzählt nach ehrlicher Südstaaten-Art Geschichten von Liebe, dem Bösen und Erfahrungen mit dem Gesetz der Straße. Die 13 Lieder des Albums sind herrlich beladen mit Fiddle, Banjo und aller vielfältigen Geschicklichkeit, die Country Music hergibt. Niemals schweift Bob Wayne ab, bleibt auf dem traditionellen, leicht wilden Pfad. Diese Art liebt man an ihm, der Outlaw begeistert und beschreibt sich mit "Bad Hombre" selbst, wobei er alles andere als ein "böser Mann" ist, eher ein Kind gebliebener, der es liebt, zu provozieren.

Seine Erzählungen vom Grasrauchen und diversen anderen "bösen" Dingen, kombiniert mit der Wiederholung des F-Worts, mögen manchen abhalten, sich seiner Musik zu nähern. Doch gerade in Songs wie "Hell Yeah" zeigt Bob Wayne sein vielleicht wahrstes Ich, wobei man ihm auch die Ballade "Fairground In The Sky" mit Duett-Partnerin Kristina Murray abnimmt. Der Text allerdings ist ehr düster und traurig. Kristina Murray begleitet ihn gesanglich auch in "Mr. Bandana".

Fazit: Der Outlaw-Sänger Bob Wayne ist hierzulande noch immer eher unbekannt, doch mit "Bad Hombre" überzeugt er nun hoffentlich auch den letzten Fan guter Country Music von seinem Können.

Label: People Like You (Sony) VÖ: 5. Mai 2017
01 Hell Yeah
02 Mr. Bandana
03 Still Truckin'
04 420 Bound
05 Hangin' Tree
06 Take Back The USA
07 The Last Breath You Take
08 Fairground in the Sky (mit Kristina Murray)
09 Devil's Backbone
10 Kiss My Ass Fod Bless The USA
11 80 Miles From Baghdad
12 Working Class Musician
13 Wake Me Up

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