Jason Eady - Jason Eady

CD Cover: Jason Eady - Jason Eady

Jason Eady hat seinen inneren Frieden gefunden - und ihn auf seinem neuen Album in sehr persönlichen und intimen Songs vertont.

Im Video zur famosen Vorab-Single "Why I Left Atlanta" wird das hektische, oberflächliche Stadtleben den entspannten Leben auf dem Land gegenübergestellt. Hier eine Horde trinkender Mädels im Nachtleben, dort ein einsamer Mann, der mit seinem Traktor das Feld bestellt. Hier der Rausch samt Kater, dort die innere Einkehr mit Seelenfrieden.

Warm und entspannt

Zurück zur Natur, zurück zu den Wurzeln: Das ist auch das Motto des selbstbetitelten, inzwischen sechsten Albums des talentierten Songwriters Jason Eady.

Eadys Kompositionen strahlen auf den zehn Songs dieser Platte eine Wärme und Entspanntheit aus, wie sie nur jemand haben kann, der nah bei sich ist. Dazu passt auch die Handschrift des Produzenten Kevin Welch, dessen Fokussierung auf warmen, unmittelbaren Klang den Gesamteindruck stimmig abrundet. Man hört die Finger auf dem Griffbrett der Gitarre und das Ein- und Ausatmen vor dem Mikro. Das schafft Nähe.

Mit Jason Eady quer durch die Stile

Musikalisch beschränken sich Jason Eady und seine Band auf akustische Instrumente. Soundspielereien, wie sie zum Teil noch auf dem Vorgänger zu hören waren, gibt es hier nicht. Auch das trägt entscheidend zum neuen, entschleunigten Sound bei.

Was nicht heißt, dass das Album langweilig ist. Im Gengenteil: Im Stile des "O Brother, Where Art Thou?"-Soundtracks wandert Jason Eady durch Bluegrass, Country, Folk und Americana.

In "Drive" zum Beispiel treibt ein Banjo das Tempo an, in "Black Jesus" wird zweistimmig geschunkelt und in "Rain" wird zur singenden Violine sentimental geträumt. Besonders ans Herz geht die Ballade "Where I've Been", das Eady - wie den Großteil dieser Platte - mit weiblicher Zweitstimme vorträgt und in dem es um die Sehnsucht nach Ruhe, Frieden und Gelassenheit geht, die man nur in der Liebe finden kann.

Schonungslose Beichte

In "40 Years", dem letzten Song des Albums, zieht Jason Eady ein Fazit, eine Art Zwischen-Resümee seines bisherigen Lebens. Es ist eine schonungslose Beichte, die auch deshalb nahe geht, weil sie die Fehltritte und Schmerzen, die der Sänger erlebt hat, nicht verleugnet. Trotz der erlittenen Narben schaut Jason Eady voller Wohlwollen auf sein Leben zurück, und voller Vorfreude in die Zukunft. Der letzte Ton, der verklingt, wirkt noch lange nach.

Fazit: "Jason Eady" ist ein sanftes und warmes Album mit Nachgang und Tiefe geworden. Eine Platte mit Musik, die etwas bedeutet. Laid back gespielt, auf hohem Niveau - und vor allem: grundehrlich.

Label: Old Guitar (Alive) VÖ: 21. April 2017
01 Barabbas
02 Drive
03 Black Jesus
04 No Genie in This Bottle
05 Why I Left Atlanta
06 Rain
07 Where I've Been
08 Waiting to Shine
09 Not Too Loud
10 40 Years

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