Austin Snell findet seinen Weg auf der neuen EP "Colors"
2024 veröffentlichte Austin Snell sein Album "Still Bleeding", 2025 folgte die EP "Home Sweet Hell". Bereit für ein neues Kapitel, veröffentlicht Snell heute die neue EP "Colors", eine Sammlung von sieben Songs, die er alle mitgeschrieben hat.
Das Vorgehen ist verwunderlich, denn wohl niemand in der Geschichte der Country Music hat mehr für das Genre getan als Dale Watson. Er hat es vielleicht nie auf den "Mount Rushmore" der Country-Legenden geschafft oder von Küste zu Küste ausverkaufte Konzerthallen gefüllt. Aber wenn man ihn dort oben auf der Bühne in der örtlichen Honky-Tonk-Bar sieht – mit seiner Tolle, dem hochgeschlagenen Kragen –, wie er wie ein Profi zwischen den Lone-Star-Jingles hin und her wechselt, könnte man schwören, dass er den alten Größen in nichts nachsteht.
Für "Colors" hat Snell mit einigen der besten Songschreiber in Nashville zusammengearbeitet, darunter Laura Veltz, Jimmy Robbins und Jaxson Free sowie den Künstlerkollegen Tucker Beathard und Larry Fleet.
Austin Snells bisher verletzlichstes, ungeschütztestes Projekt
"Colors" verschwendet keine Zeit, um im Eröffnungstrack "Daddy’s Eyes" persönlich zu werden. Snell singt über die Unterschiede zwischen ihm und seinem Vater, erkennt aber auch die Gemeinsamkeiten an, betont jedoch, dass er nicht in dessen Fußstapfen treten wird. Es ist eine kraftvolle und unverfälschte Aussage und der beste Song dieser Sammlung.
Auf der gesamten EP zeigt sich Snell unerschrocken ehrlich. Er hat schon immer offen über seine eigenen Kämpfe gesprochen, und genau diese bilden das Fundament dieser Songauswahl. "Everything But OK" tendiert zu einem kommerziellen Country-/Rock-Sound und ist damit einer der offensichtlichsten Radiohits auf diesem Album. Snells Stimme hat eine Rauheit und Schärfe, die gut zu dieser Art von Produktion passt und sie steckt voller Emotionen.
"Colors" ist die bisher stärkste Sammlung von Songs von Austin Snell
"Circles" beschäftigt sich mit dem destruktiven Kreislauf, in den wir uns hineinbegeben, und die Frustration darüber, nicht ausbrechen zu können, strahlt aus den Texten.
"My Favorite Scar" erinnert ein wenig an Keith Urban, wenn dieser sich erlauben würde, etwas weniger ausgefeilt zu sein, während "You Being You", einer der drei vor der EP veröffentlichten Songs, mit seinem stampfenden Beat und dem eingängigen Refrain perfekt ins Mainstream-Country-Radio passt.
Die EP endet mit "Colors", einem Song, der sich langsam aufbaut und nach sechs Songs, die sich mit düstereren Themen beschäftigen, ein wenig Optimismus vermittelt.
Fazit: Mit "Colors" findet Austin Snell wirklich zu sich selbst. Hier gibt es Tiefe und Bandbreite und die Mischung aus Country und Rock passt gut zu ihm.










