Kaylee Bell - Cowboy Up

CD Cover: Kaylee Bell - Cowboy Up
 

Kaylee Bell wuchs in Waimate auf, einer kleinen Stadt auf der Südinsel Neuseelands, wo sie im Alter von vier Jahren mit dem Singen begann und mit acht Jahren Gitarre lernte. Von Country-Musikwettbewerben in der Familie bis hin zu frühen Songwriting-Versuchen, inspiriert von Country-Legenden, die sie aus der Songsammlung ihrer Großeltern kannte, sind Bells Wurzeln tief in der Tradition des Geschichtenerzählens verankert.

"Cowboy Up" ist eine furchtlose Sammlung von Knallern von Kaylee Bell

Mit 21 Jahren zog Kaylee Bell nach Australien, nachdem sie den renommierten Toyota Star Maker Award gewonnen hatte und hat sich seitdem eine Karriere aufgebaut, die Kontinente verbindet. Sie war Vorband für große Acts wie Ed Sheeran und Kane Brown, erzielte weltweite Streaming-Erfolge und wurde zu einer der meistgestreamten Country-Künstlerinnen Australasiens. Ihre Durchbruchssingle "Keith" - eine Hommage an Keith Urban - wurde zu einer viralen Hymne und stürmte die Charts in den USA, Großbritannien und Australien.

Das morgen erscheinende Album "Cowboy Up" ist Bells bisher persönlichstes Projekt. Es befasst sich mit Themen wie Resilienz, Identität, Selbstwertgefühl und Mutterschaft und verbindet Country-Pop-Flair mit kühnen, bodenständigen Geschichten. Das von Tom Jordan (von Seaforth) produzierte Album enthält emotional aufgeladene Songs wie den Titelsong "Cowboy Up", ihr kraftvolles Cover "Torn" und "Heartbeat", das kurz nach der Entdeckung ihrer Schwangerschaft geschrieben wurde. Nach ihren jüngsten hochkarätigen Tourneen, Chart-Meilensteinen und historischen Zertifizierungen (darunter als erste unabhängige australische Country-Künstlerin, die mit "Keith" ARIA Gold erhielt) beginnt Kaylee Bell dieses neue Kapitel selbstbewusster, ehrlicher und dynamischer denn je.

"Cowboy Up" kurz, aber kraftvoll

Kaylee Bell verschwendet keine Zeit, um den Ton ihres zweiten Albums "Cowboy Up" anzugeben. Der Titelsong beginnt mit fröhlichen Akustikgitarrenklängen und gleichmäßigen Percussion-Klängen, bevor Bells Stimme das Kommando übernimmt: "Du hast die Sterne aufgehängt, ich habe den Mond aufgehängt." Es ist ein Song, der sich zu einem Bluegrass-angehauchten Refrain entfaltet, eine Art Line-Dance-meets-Hymne-Moment, der das Publikum zum Mitstampfen animieren soll. Aber hinter dem luftigen Banjo und den fröhlichen Rhythmen verbirgt sich eine pointierte Botschaft, denn Bell fordert ihren Liebsten auf: "Cowboy Up or Cowboy out!" Es ist eine unbeschwerte Übermittlung eines ernsten Ultimatums, das klangliche Verspieltheit mit emotionaler Tiefe verbindet.

Die gleiche Mischung aus Frechheit und Kraft findet sich auch in "Ring On It" wieder, einem Track, der pure Shania-Twain-Energie versprüht. Bells Stimme schneidet scharf durch die hämmernden Percussions und E-Gitarren, während sie klagt: "Je länger das so weitergeht, desto weniger werde ich nachgeben." Es sind acht Jahre vergangen, und sie hat genug vom Warten. Mit seinem hymnischen Gesang, dem kraftvollen Refrain und der arena-tauglichen Melodie scheint "Ring On It" für den Radioerfolg prädestiniert zu sein - und für die Art von Publikumsliebling, der ihre Live-Shows zum Strahlen bringen wird. Wie Twain in ihrer wildesten Phase vermittelt Bell Empowerment mit einem Augenzwinkern, was es sowohl unterhaltsam als auch beeindruckend macht.

Die feurige Stimmung setzt sich mit "Red Dirt Romeo" fort, einem Banjo- und Gitarren-Rocker, der im Stil von Keith Urban vorwärtsprescht. Aufgebaut auf einer sich wiederholenden Gitarrenlinie und knackigen Texten, erzählt er die Geschichte, wie sie sich in ein Cowboy-Klischee verliebt, von dem sie weiß, dass sie es nicht wollen sollte, dem sie aber nicht widerstehen kann. "Ich habe, was ich brauche, und ich möchte, dass du mein Red Dirt Romeo bist", fleht sie, gefangen im Drama der Sehnsüchte einer Kleinstadt. Mit seinen "Woh oh"-Hintergrundgesängen und dem ausladenden Refrain wird der Track zu einem Sturm aus Leidenschaft und Kraft, der Bell sowohl stimmlich als auch thematisch von ihrer wildesten Seite zeigt.

Karley Scott Collins mit Identität und Zynismus in der Liebe auseinander

"The Thing About Us" bietet keine Verlangsamung, sondern steigt zu einer weiteren optimistischen Ode an die Liebe auf, die irgendwo zwischen Sugarland und Keith Urban angesiedelt ist. "Das ist eine Liebe für die Ewigkeit", erklärt Bell, getragen von den Klängen von Banjo, Gitarre und guter Laune. Es ist der Soundtrack für lange Sommerfahrten und unbeschwerte Verandatänze, ein weiteres Beispiel für Bells Talent, Ohrwürmer zu kreieren, die sich sofort im Kopf festsetzen. Die gleiche Wärme und Freude findet sich auch in "Walk in Tennessee Tonight" wieder, wo sie singt: "Let’s get a little lost right on the edge of town." Mit seiner Mischung aus Banjo, E-Gitarren und gleichmäßigen Percussions ist es ein Song, der das Leben in einer Kleinstadt und die ländliche Romantik feiert, vorgetragen mit Bells charakteristischer Leidenschaft und ansteckender Energie.

Das Tempo ändert sich leicht mit Bells Cover von Natalie Imbruglias "Torn" im Campfire-Stil, einer reduzierten, akustisch geprägten Version, die sich nahtlos in die Ästhetik des Albums einfügt. Anstatt sich wie ein eigenständiges Cover anzufühlen, wurde es neu interpretiert, um Bells Sound zu entsprechen - roh, herzlich und perfekt platziert, um den Zuhörern eine Verschnaufpause zu gönnen. Diese nachdenkliche Pause dauert jedoch nicht lange, denn "Song for Shania" bricht mit fiddlegetriebener Freude herein. Bell spürt ihre musikalischen Wurzeln auf und huldigt ihrem Kindheitsidol mit Zeilen wie "I feel like Shania, every single time". Es ist funkig, mitreißend und eine herzliche Verbeugung vor der Künstlerin, die ihr beigebracht hat, sowohl Rockstar als auch Mutter zu sein, und verbindet vergangene Inspiration mit gegenwärtiger Identität. Es reiht sich auch neben Bells Durchbruchssong "Keith" ein und lässt einen sich fragen, um wen es wohl in dem dritten Teil der Tribut-Trilogie gehen könnte!

Der letzte Titel "Heartbeat" ist das emotionale Herzstück des Albums. Er entstand, nachdem Bell erfahren hatte, dass sie schwanger war, und ist die einzige echte Ballade des Projekts, getragen von zarter Akustikgitarre und klagender Geige. "Zwei blaue Streifen neben dem Nachttischlicht überraschten uns beide", singt sie und begegnet der Ungewissheit des neuen Lebens mit Ehrlichkeit und Anmut. Von der Vorbereitung des Kinderzimmers bis zur Konfrontation mit ihren Ängsten legt Bell alles offen und beendet das Album mit einer ergreifenden, persönlichen Note.

Fazit: Mit nur acht Songs ist "Cowboy Up" kurz, aber kraftvoll: eine atemlose, furchtlose Sammlung von Knallern im Stil von Shania Twain, Keith Urban und Sugarland, ausgeglichen durch einen Schlusssong, der auf das nächste Kapitel in ihrem Leben und der Karriere von Kaylee Bell hinweist. Leute, die Karriere dieser Cowgirl ist definitiv auf dem Vormarsch!

vgw
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