First Time Flyers - Bound to Break

CD Cover: First Time Flyers - Bound to Break
 

First Time Flyers sind eine britische Country-Band, die aus den erfahrenen Musikern Tim Prottey-Jones, Vicki ManserJake Morrell und Poppy Fardell besteht. Jeder dieser Künstler bringt einen reichen Erfahrungsschatz aus namhaften Bühnen wie der Grand Ole Opry in Nashville, dem Ryman Auditorium und dem Londoner West End mit.

First Time Flyers steigen mit ihrem Debütalbum "Bound to Break" auf

Ihre gemeinsame Reise der First Time Flyers begann mit der gemeinsamen Vision, herzliche Geschichten mit fesselnden Harmonien zu verbinden, was schließlich zur Gründung der Band führte. Seit ihrem Debüt beim C2C Festival im Jahr 2023 haben sie sich schnell zu einer prominenten Größe in der britischen Country-Szene entwickelt, ihre erste Headliner-Tournee ausverkauft, als Vorgruppe für Bruce Springsteen im BST Hyde Park gespielt und einen Platz in der Playlist von BBC-Radio 2 ergattert.

Das Debüt-Album "Bound to Break" markiert einen bedeutenden Meilenstein in ihrer musikalischen Reise. Das Album zeigt ihre Entwicklung als Künstler und verbindet Elemente aus Country, Pop und Rock mit reichhaltigen Harmonien und zeitlosen Songtexten. Titel wie "Primadonna" und "Jump" sind Beispiele für ihre Fähigkeit, mitreißende, radiotaugliche Hits zu schreiben, die ein breites Publikum ansprechen. Mit ihrer ambitionierten Headliner-Tournee durch Großbritannien, die später in diesem Monat beginnt, sind First Time Flyers bereit, ihren Platz als eine der spannendsten Bands der britischen Country Music zu festigen.

Bound to Break: Wenn Liebe eine Droge ist, dann bin ich dabei.

"Bound to Break" explodiert mit ansteckender Energie mit "Jump", einem Track, der mit seinem gewaltigen perkussiven Rhythmus, Western-Vibes und Fingerschnipsen sofort den Ton angibt. Poppy und Vickis Gesang treibt den Song mit Zeilen wie "I'm stubborn because I just won't walk away" voran, während die dynamische Darbietung des Duos die Aufregung und das Risiko einfängt, alles in eine Beziehung zu investieren: "Wenn Liebe eine Droge ist, dann bin ich dabei." Es ist eine perfekte Einführung in die charakteristische Mischung der Band aus poplastigem Country mit großen Hooks und einer Energie, die wie für Live-Auftritte gemacht ist.

Die Dynamik setzt sich mit "Primadonna" fort, einer verspielten, aber pointierten Auseinandersetzung mit toxischem Verhalten von Männern. Poppy und Vicki übernehmen erneut die Führung, unterstützt von Jake und Tims geschickter Instrumentalisierung und Harmonien. "You can say what you wanna but, primadonna, don't waste my time" (Du kannst sagen, was du willst, aber, Primadonna, verschwende nicht meine Zeit) fängt die Frustration darüber ein, von einem namenlosen Prominenten versetzt worden zu sein, während die Chorstimmen "woh ohs" und ein umwerfendes Gitarrensolo den Song zu einem unwiderstehlichen, radiotauglichen Country-Pop-Hit machen. Der Track ist ein Beispiel dafür, wie First Time Flyers Storytelling mit eingängigen Refrains verbinden.

Mit "Happier" beginnt sich die Stimmung zu wandeln, wobei das Album klassische Fleetwood Mac- und Lady A-Vibes vermittelt. Jake eröffnet den ersten Vers und baut nach und nach einen stimmungsvollen, nachdenklichen Refrain auf, mit der Frage: "Alles, was ich nie sehen wollte, war, dass du glücklich bist. Bist du glücklicher?" Der Track ist eine Meisterklasse in Sachen Selbstreflexion nach einer Trennung und beschäftigt sich mit Themen wie Reue und anhaltenden Gefühlen. Mit seiner Gitarrenbegleitung und der Atmosphäre des Sonnenuntergangs in Laurel Canyon ist es ein Song, der Herzschmerz mit musikalischer Raffinesse in Einklang bringt.

"Looking Back Now" und "Almost" setzen diesen nachdenklichen Bogen fort. Ersterer ist eine pianogetragene Ballade, die sich zu einem mitreißenden Arrangement entwickelt, wobei der Text "Being driven somehow drove us into the ground" die bittersüße Spannung einfängt, die entsteht, wenn man Träume auf Kosten der Liebe verfolgt. "Almost" entwickelt sich zu einer großen, klagenden Ballade, die von Poppy und Vicki angeführt wird, während Jake mit seinem ergreifenden Gesang im zweiten Vers beiträgt. Beide Titel zeigen die Begabung von First Time Flyers, melancholisches Storytelling mit geschickter Pop-Country-Instrumentierung zu verbinden.

First Time Flyers vermitteln eine ausgelassene Stimmung

Die Energie kehrt zurück in Songs wie "Walk the Line", "Trouble", "Already Out" und "Out of Your Mind", in denen Rhythmen im Westernstil, galoppierende Drumbeats und Banjo-Melodien ein Gefühl von Bewegung und Spaß vermitteln. "Walk the Line" stellt Tanzbewegungen geschickt den Risiken einer Beziehung gegenüber: "Two Stepping" wird zu einer Metapher für den Schritt in die Liebe, was auch eine Anspielung auf Johnny Cash und seinen Klassiker "Folsom Prison Blues" ist, um das Thema "Walk the Line" fortzusetzen. "Out of Your Mind" hält die Live-Energie hoch, komplett mit Handklatschen, wechselnden Gesangsstimmen und der treibenden Frage "Will you ever be mine?" Diese Songs unterstreichen das ansteckende Charisma und das Live-Potenzial der Band. Ein Highlight des Albums ist "Already Out", welches sehr stark an "A Bar Song (Tipsy)" von Shaboozey erinnert. Hier vermitteln First Time Flyers eine ausgelassene Stimmung mit Erwähnungen von Schnäpsen, Whiskey und einer großen Nacht. Der Chor sorgt für Party-Stimmung und der galoppierende Western-Pop lässt einen "Hell Yeah” rufen, wenn die Band fordert: "Denk nicht an morgen, trink aus der Flasche."

Die sanftere, nachdenkliche Seite des Albums kommt in "Before the Wind Changes", "Do You Remember?" und "First Dance" zum Vorschein, wo Themen wie Herzschmerz, Selbstermächtigung und zärtliche Momente im Mittelpunkt stehen. Harmonien und mehrstimmiger Gesang glänzen, sei es in kontemplativen Gedanken wie "What if I stay like this forever" oder in einem zarten A-cappella-Moment, der die Intimität eines ersten Tanzes bei einer Hochzeit einfängt. Diese Titel bilden einen Ausgleich zu den Up-Tempo-Nummern und zeigen die Vielseitigkeit und emotionale Tiefe der Band. Besonders "Do You Remember" ist ein Highlight. Hier wendet sich die Band einem atmosphärischen, von den 80ern inspirierten Pop mit bluesigen Untertönen zu. Geschickte Harmonien, sich abwechselnde männliche und weibliche Gesangsstimmen und einige knackige Blues-Gitarrenriffs tragen zu einem weiteren Song bei, der vor Emotionen und der Angst nach einer Beziehung nur so strotzt und genau dort trifft, wo er hin soll.

Fazit: "Bound to Break" von den First Time Flyers ist nicht nur ein Debüt-Album, es ist ein Statement, es ist ein Stinkefinger gegenüber allen Zweiflern und es ist ein Weckruf an die britische Musikszene, dass Country/Western/Pop/Rock nicht nur aus Nashville kommen muss. Allerdings fehlt ein wenig die Eigenständigkeit.

vgw
Anmelden