Produzent und Songschreiber Chips Moman gestorben

Chips Moman gestorben

Chips Moman prägte als Songschreiber und Produzent in den 60ern und 70ern mit seinem Memphis-Sound die Country Music entscheidend.

Lincoln Wayne "Chips" Moman arbeitete mit den ganz Großen des Showgeschäfts und überlebte all diese Stars, wie Elvis Presley, Gene Vincent oder Waylon Jennings. Doch nun folgte Chips Moman, nur einen Tag nach seinem 79. Geburtstag, dem 13. Juni 2016, in seiner Heimatstadt La Grange, Georgia, ihnen, nachdem er der Musikwelt so vieles hinterlässt.

Geboren am 12. Juni 1937 und aufgewachsen im Süden der USA, lernte er bereits im jungen Alter das Gitarrenspiel und zog schon bald zu seiner Tante nach Memphis, Tennessee, wo Chips Moman zunächst als Anstreicher jobbte.

Die frühen Jahre von Chips Moman

Als er einst als Teenager in Memphis ankam, ahnte Chips Moman vermutlich selbst nicht, dass er später mit Legenden des Music-Business zusammenarbeiten und selbst eine werden würde, bis hin zum Grammy-Gewinner. Doch schon einige Jahre später hatte Chips Moman sich in der Szene einen Namen gemacht. Seinen Traum als Musiker verfolgte Chips Moman eisern und begleitete bald Künstler, die im legendären Sun Studio unter Vertrag standen, unter anderem Warren Smith und Johnny Burnette. Schon 1959 war er Mitglied der legendären Bluecaps, der Begleitband von Gene Vincent. Für das damalige Label Stax Records produzierte er den Song "Gee Whiz (Look At His Eyes)" für die Künstlerin Carla Thomas.

1962 verließ er Stax und eröffnete sein eigenes Studio in Memphis. Im American Sound Studio arbeitete er mit Aretha Franklin, Neil Diamond und anderen, schließlich entstand dort 1969 der Song "In The Ghetto" von Elvis Presley. Mitte der Siebziger zog Chip Moman zunächst nach Atlanta, schließlich nach Nashville, wo er mit Bobby Emmons auch "Luckenbach, Texas" schrieb. Hier zählten dann Künstler, wie Tammy Wynette, Roy Orbison, Ronnie Milsap oder Jerry Lee Lewis zu seinen Partnern. Doch irgendwann zog es Chips Moman zurück nach Memphis, im Alter schließlich in seine Heimat Georgia, nach West Point, in die Nähe von La Grange.

Chips Moman: Der "fünfte Highwayman"

Als Waylon Jennings, Johnny Cash, Willie Nelson und Kris Kristofferson sich zu den legendären "Highwaymen" zusammen fanden, wurde Chips Moman als ihr Produzent liebevoll als "der fünfte Highwayman" betitelt. Er war auch am Schreiben des Welthits "Luckenbach, Texas" 1977 beteiligt und produzierte "Always On My Mind", für das Willie Nelson 1982 den CMA Award erhielt. 1976 erhielt Chips Moman zusammen mit Larry Buler den Grammy für den Country-Pop-Song ""(Hey, Won't You Play) Another Somebody Done Somebody Wrong Song".

Chips Momans Vermächtnis

Musiker, die mit Chips Moman gearbeitet haben, beschreiben ihn als besonderen Menschen. So erzählt Mickey Raphael, langjähriges Bandmitglied von Willie Nelson, Chips Moman habe der Welt nicht nur Hits, wie "In The Ghetto" oder "Suspicious Minds" hinterlassen, er habe immer gewusst, wie er als Produzent alle Musiker zusammenfügen müsse. Als wahrer "Führer" habe er immer die Gabe gehabt, sogar eine Band mit bis zu 11 Musikern auf einmal auf einer Aufnahme zusammenfügen zu können. Es habe bei ihm nie Egoisten gegeben, dennoch habe er jedem stets genug Raum gelassen sich zu entfalten, er selbst zu sein. Und er hörte jedem einzelnen zu. Chips Moman sei einfach ein großartiger Produzent gewesen.

Chips Moman wurde 1990 in die Georgia Music Hall of Fame aufgenommen, 2014 auch in die Memphis Music Hall of Fame. Er hinterlässt seine Frau Jane, seine Tochter Monique und Sohn Casey.


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