Hank Williams Jr. vergleicht Barack Obama mit Adolf Hitler

Hank Williams, Jr.

Nach seiner gewagten politischen Äußerung am Montagmorgen in der Livesendung "FOX & Friends" strahlt ESPN das Eröffnungsvideo zum Monday Night Football von Hank Williams, Jr. bereits nicht mehr aus (seit dem Spiel Tampa Bay gegen Indianapolis).

"Erinnern Sie sich an das Golfspiel?" fragte Bocephus den Co-Moderator und meinte damit den Golf-Gipfel von Präsident Obama und Repräsentantenhaussprecher John Boehner diesen Sommer, als die nationale Finanzkrise ihren Höhepunkt erreicht hatte. "Das war einer der größten politischen Fehler aller Zeiten… Ehrlich! Das war so, als würde Hitler Golf mit (dem israelischen Premierminister Benjamin) Netanjahu spielen!"

FOX-Moderatorin Gretchen Carlson erinnerte den Sänger daran, dass Adolf Hitler zu den meistgehassten Menschen der Weltgeschichte zählt. Doch er lenkte nicht ein. "Ja, das stimmt", erwiderte Hank Jr. "Aber ich nenne die Dinge eben beim Namen."

Auf die Aufforderung, seinen kontroversen Vergleich näher zu erläutern, erwiderte Hank Jr., seiner Ansicht nach seien Präsident Obama und Vizepräsident Joe Biden "der Feind" und verglich sie dann mit der Komikertruppe "The Three Stooges".

In einer öffentlichen Erklärung erläuterte ESPN den Fans, wieso der Country-Sänger an diesem Montag erstmals während einer NFL-Spielzeit in den letzten 20 Jahren zum Auftakt des "Monday Night Football" nicht zu sehen sein würde.

"Hank Williams, Jr. ist zwar kein ESPN-Mitarbeiter, uns ist jedoch klar, dass er durch sein Mitwirken am 'Monday Night Football' eng mit unserem Unternehmen verbunden ist", lautet eine Mitteilung auf der Website des Senders. "Wir sind von seinen Bemerkungen sehr enttäuscht und haben daher beschlossen, den Eröffnungssong nicht auszustrahlen."

Hank Jr. ist seit langem als ausdrücklicher Anhänger der Republikaner bekannt, hatte im Jahr 2000 den Wahlkampf von George W. Bush und 2008 John McCain unterstützt. Der Country-Superstar hatte sogar davon gesprochen, 2012 für einen der Sitze im US-Senat für den Bundesstaat Tennessee zu kandidieren.

Nach einer Welle der Entrüstung in den US-Medien hat sich der Country-Sänger nun entschuldigt. "Manche Leute vertreten deutlich ihre Meinung und werden häufig falsch verstanden", beteuert Hank Williams, Jr. am Tag nach seinen umstrittenen Äußerungen, die am Montag bei "FOX and Friends" zu hören waren.

Hat Bocephus den Präsidenten also wirklich mit dem Nazi-Führer verglichen, der für einen der schlimmsten Völkermorde der Weltgeschichte verantwortlich ist? Auch er selbst gibt zu, dass die Aussage etwas daneben war. "Meine Analogie war extrem, aber ich wollte damit etwas deutlich machen", behauptet der Country-Sänger. "Ich habe nur versucht zu erklären, wie dumm mir das vorkam - wie hanebüchen diese Kombination war. Die beiden sind absolute Gegensätze, es war einfach nicht nachvollziehbar. Sie sind nicht auf gleicher Augenhöhe und werden es auch niemals sein. Ich habe das Amt des Präsidenten immer respektiert."

Obwohl Hank Jr. sich entschuldigt hat, macht er weiterhin keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit mit aktuellen politischen Vorgängen.

"In jedem Medienbericht wird die Tea Party als rassistisch und extremistisch dargestellt - doch bei solchen Vergleichen gibt es keine Empörung und keinen Aufschrei", sagt er. "Die Arbeiterklasse leidet, und offenbar ist das allen egal. Wenn sich beide Parteien am neunten Loch abklatschen, während alle anderen arbeitslos sind, dann verärgert das viele Leute. Es muss sich etwas ändern. Die Politik muss sich ändern."

Am 5. Oktober rudert Hank Williams Jr. nach seinen umstrittenen Äußerungen weiter zurück.

"Politik und Sport haben mich schon immer brennend interessiert, und diesmal ist es mit mir durchgegangen", teilt er auf seiner Website mit. "Bei der Vorstellung, dass sich die Vorsitzenden der beiden Parteien auf dem Golfplatz vergnügen und abklatschen, während so viele Familien kaum über die Runden kommen, ist mir einfach der Kragen geplatzt, und ich habe eine dumme Äußerung abgegeben. Es tut mir sehr leid, wenn ich damit jemandem zu nahe getreten bin. Ich möchte allen danken, die mich unterstützen. Diese Zeilen stammen nicht von einem Pressesprecher."

Seine Äußerungen haben Hank Jr. sowohl Kritik als auch Unterstützung anderer berühmter Personen eingebracht, darunter Whoopi Goldberg, Moderatorin der US-Pennel-Talk-Show"The View", die meint, so viel negative Reaktion habe er nicht verdient.

"Hank hat schon immer provoziert", erklärt sie. "Er ist Musiker, und Musiker provozieren eben. Denken Sie nur an all die Football-Spieler und Musiker, die sich einen Fehltritt erlaubt oder etwas getan haben. Welche Maßstäbe legen wir denn an, wenn wir nicht sagen können: 'Hör mal zu, das ist nicht in Ordnung', sondern jeden sofort abservieren?"

Bislang ist nicht bekannt, ob ESPN seinen Eröffnungssong für die restlichen NFL-Begegnungen dieser Spielzeit verwenden wird oder nicht.

Hank Williams Adolf Hitler

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