Grand Ole Opry in der Kritik

Morgan Wallen

Der Auftritt von Morgan Wallen in der Grand Ole Opry sorgt für Schlagzeilen

Ein Jahr war es relativ ruhig um Morgan Wallen, der 2021 ein mehr als kompliziertes Jahr hatte. Im Februar des vergangenen Jahres stand der Sänger in den Medien, da ein Video von ihm im Netz auftauchte, in dem er das N-Wort benutzte. Nach 11 Monaten trat Wallen jetzt in der Grand Ole Opry auf.

Dass der Auftritt von Morgan Wallen nicht ohne mediale Spuren an der Grand Ole Opry vorbeiziehen wird, war wohl im Vorfeld klar. Womöglich gab es auch deswegen bezüglich des Auftritts keinerlei öffentliche Ankündigungen. Die Personalie Wallen ist auch nach rund einem Jahr keine einfache. Im Februar 2021 tauchte von dem Sänger ein Video auf, in welchem er sich rassistisch äußerte, auch unter Verwendung des N-Worts. Wallens Weg zurück auf die große Bühne der Grand Ole Opry war keineswegs nur ihm zuzuschreiben, denn er kam beim Auftritt von Ernest, der auch beim Label Big Loud unter Vertrag steht, als Überraschung mit ins Scheinwerferlicht. Wallen und Ernest verbindet musikalisch bereits längere Zeit einiges, denn Ernest, der sein Debüt in der Grand Ole Opry feierte, schrieb bereits bei Wallens erfolgreichem Album "Dangerous: The Double Album" mit. Wallen kam an diesem Abend zu Ernest auf die Bühne, da sie eine neue Kollaboration performten, "Flower Shops".

Mediales Feuerwerk und das Schweigen der Beteiligten

Kurze Zeit nach dem Auftritt schwappte die Kritik aus den Sozialen Netzwerken schnell auf die großen News-Häuser in Amerika über. Berichte von FOX News, CNN, The Hill, Billboard, News Channel 5 und weiteren Broadcastern erhöhten den Druck auf alle Beteiligten. Diese, Verantwortliche der Grand Ole Opry und Morgan Wallen selbst, äußerten sich bisher zu der Thematik nicht. Eine der Leitfiguren der Kritik auf Twitter war Holly G, die die Black Opry, eine Organisation, die farbige Künstler und Fans aus der Country Music unterstützt. Sie schrieb in einem offenen Brief an die Opry und verkündete diesen via Twitter. Darin finden sich Vorwürfe, dass die Grand Ole Opry sich im Vorfeld klar zu Rassismus positionierte und "es dafür keinen Platz in der Grand Ole Opry" gäbe. Neben Charley Pride ist jedoch Darius Rucker das einzige afro-amerikanische Mitglied der Grand Ole Opry.

Über die gesamte Branche hinweg kritisierten Künstler von Jason Isbell über Joy Oladokun, Allison Russel, Rissi Palmer oder Will Hoge den Auftritt von Morgan Wallen und die Opry. Erwähnt werden muss an dieser Stelle trotzdem, dass Wallen mit "Dangerous: The Double Album" eines der erfolgreichsten Alben des Jahres 2021 auf den Markt brachte. Das Problem scheint ein tiefergehendes in der gesamten Musikindustrie zu sein. Natürlich distanzierte sich das Laben Big Loud nach dem Vorfall im Februar 2021 von Wallen, setzte seinen Vertrag auf Eis, er wurde von der WME (William Morris Agency) aus deren Talente-Listen gestrichen und seine Songs wurden teilweise national von Radio-Playlist gestrichen, jedoch waren das wohl alles nur "Strafen auf Zeit". Bereits im August 2021 brachte Big Loud die neue Single von Morgan Wallen "Sand in my Boots" in die Country Radios und Wallen veröffentlichte die Pläne zu einer 46-Tage-Tournee, die bereits auf weitere Tage ausgeweitet wurde - Aufgrund hoher Nachfrage.


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