Die Nashville Night betont die Städte-Partnerschaft von Magdeburg und Nashville

Nashville Night 2.0 in Magdeburg

Für eine Nacht holten die Gastgeber Clifford Brown & The Getaway erneut Nashville-Feeling nach Magdeburg. Die Nashville Night 2.0 war emotional ein sensationeller Erfolg. Die Städtepartnerschaft der beiden Metropolen betonte zum einen die Faszination für Country Music. Zum anderen auch die kulturelle und bunte Vielfalt, die Menschen vereinen kann.

Nashville lag für eine Nacht in Magdeburg an der Elbe

Der US-amerikanischen Songschreiber Daryl Wayne Dasher aus Tennessee und Will Kincaid aus Dallas, Texas brachten ihren Spirit und wurden von den einheimischen Clifford Brown & The Getaway begleitet. Das deutsch-slowakische Duo 2Gether erwies sich als passende Ergänzung dazu.

Um es vorwegzunehmen: Bei dieser Veranstaltung hat wirklich alles gestimmt. Wenn es die perfekte Organisation gibt, dann war sie bei der Nashville Country Night spürbar. Nicht, weil es vielleicht auch hier den ein oder anderen kleinen Stolperstein gegeben hätte, sondern weil man ihn überwunden hat. Durch Menschlichkeit und Fürsorge.

Die Grundidee, diese Veranstaltung wieder aufleben zu lassen, stammte von Bandleader Philip Clifford Brown selbst. Er ist es auch, der letztendlich die finanzielle Verantwortung trägt (dazu später mehr), doch ohne die Rückendeckung seiner Band, befreundeter Musiker und anderer unendlich wichtiger sozialer Kontakte aus Magdeburg hätte diese Nacht niemals zu dem werden können, was sie am Ende war - ein Projekt, auf das alle beteiligten zurecht stolz waren.

Durchdachtes musikalisches Konzept

"Man ist aufgeregter, wenn man die Veranstaltung selbst macht", so Katharina Schwanz, Sängerin von Clifford Brown & The Getaway, gegenüber CountryMusicNews.de, vor der Show. Verständlich. Monate der Vorbereitung lagen hinter ihr und dem Team. Wochen, in denen ein Konzept erstellt worden war, Gespräche geführt, ein Erwartungsmanagement vielfältiger Stimmen einbezogen. Das Stresslevel an diesem Abend war entsprechend hoch, doch mit dem Alten Theater und der Entscheidung für eine Konzertbestuhlung war definitiv die richtige Entscheidung getroffen worden. Bis auf die gewohnten Hartnäckigen, war das Publikum glücklich mit der Möglichkeit, die wertvolle Musik in der Verbundenheit zu genießen.

Beim Line-Up hatte man sich bewusst dafür entschieden, keinen starren Ablauf zu wählen, bei dem ein Künstler nach dem anderen sein Programm abspult, sondern dies vielmehr ineinander fließen zu lassen. Eine Idee, die beim Publikum ankam und auch zeigte, dass Bindungen entstehen können.

Duo 2Gether lebt seine Leidenschaft für Country Music aus

Das junge Duo 2Gether, bestehend aus Noah-Benedikt aus Magdeburg und seiner Partnerin Melissa Mandy aus der Slowakei ist europaweit musikalisch aktiv. Eher im Pop-Rock-Bereich zu Hause, durften sie bei der Nashville Night auch mal ihre Leidenschaft für Country Music ausleben. Noah-Benedikt sei auch Fan der Musik von Hunter Hayes oder Florida Georgia Line, wie er uns verriet. Als Special für diesen Abend hatten sich die beiden dann einen Klassiker ausgesucht – "Islands in the Stream", bei dem sie von der Getaway-Band begleitet wurden und zeigten, dass durchaus auch junge Musiker diesem Song eine berührende Ehre erweisen können.

Will Kincaid bietet "Amarillo By Morning" ganz wundervoll mit Blues Harp

In seiner Heimat Dallas, Texas, ist Will Kincaid mit gleich mit zwei Bands auf Tournee. Eine davon hat sich ausschließlich auf George Strait spezialisiert. Doch wenn wir von Heimat sprechen, die nämlich lag für ihn viele Jahre im Nordosten des Harzes, in Aschersleben. Von 2001 bis 2005 war er von seiner Firma mit Sitz in Nashville, nach Europa versetzt worden. Sogar sein Sohn sei hier geboren worden, erzählte er in noch immer fast perfektem Deutsch. In Magdeburg habe er damals dann auch ein amerikanisches Café mit seiner Familie geführt und noch immer habe er hier einige freundschaftliche Kontakte, obwohl er seit 2005 bereits wieder in Dallas lebe. Begleitet wurde er für sein Set ebenfalls von Clifford Brown & The Getaway, wobei beim unverkennbaren Intro von "Amarillo By Morning" ganz wundervoll die Blues Harp die Fiddle ersetzte.

Daryl Wayne Dasher begeistert mit eigenen Songs

Als hätten sie schon tausende Male mit ihm auf der Bühne gestanden, bereicherten die Gastgeber musikalisch ebenfalls Daryl Wayne Dasher aus Nashville. Dass dieser es sicher gewohnt ist, mit der Elite von Country- und Folk-Musikern zu arbeiten, mag sein, doch seine überwiegend eigenen Songs an diesem Abend waren für die Magdeburger hörbar kein Problem und das ganze letztlich das, was man vom Motto dieser Veranstaltung erwartete.

Clifford Brown & The Getaway überzeugen wie gewohnt

Doch auch ohne amerikanische Unterstützung überzeugten Clifford Brown & The Getaway ohne Frage wie gewohnt. Die Band bietet all das, wie man sich authentischen, modernen Country Sound wünscht. Auch die Songauswahl im eigenen Set war perfekt, mit beispielsweise "I Never Lie" (Zach Top), "Choosin' Texas" (Ella Langley) oder "Mr. Lonely" (Midland). Außerdem wurde ihr aktueller neuer eigener Titel "Night Owl" erstmals einem öffentlichen Publikum präsentiert.

Vor dem endgültigen Finale mit der Zugabe aller Künstler gemeinsam beendete Philip Clifford Brown den Abend mit einem gerechtfertigten Dank an all jene, die die zweite Nashville Country Night auf und hinter der Bühne sowie durch ihr Wirken im Vorfeld unterstützt hatten. Dass dieses Format damit bewiesen hat, dass es steht, ist gesetzt. Wer könnte hier zweifeln oder wäre nicht dankbar, ein solches Projekt in seiner Stadt zu haben?

Stadt Magdeburg - wo war die Wertschätzung?

Man könnte jetzt meinen, wer einen solchen Schatz in den Händen hält, wie zum einen die Music City USA zur Partnerstadt zu haben, der macht was draus. Als die Städtepartnerschaft im Jahr 2003 besiegelt wurde, brachte das MDR-Fernsehen darüber eine Spezial-Ausgabe der Sendung "MusicCity USA". Wo waren die lokalen Medien bei der nun bereits zweiten Wiederholung der Nashville Country Night?

Karsten Lösecke aus dem Orga-Team und selbst Künstler, der für die Gewinnung der Fördermittel der Veranstaltung beauftragt war, erklärte, er habe dafür drei Anträge bei der Stadt gestellt. Alle drei seien abgelehnt worden.

Ganz ignorieren mochte man das Event dann trotzdem nicht. Die Oberbürgermeisterin und ihre Vertretung waren verhindert. Doch Thorsten Kroll aus dem Dezernat Finanzen und Vermögen ließ es sich nicht nehmen, kurz seinen Dank an das kulturelle Ehrenamt auszudrücken. Die MVGM (Messe- und Veranstaltungsgesellschaft GmbH) werde auch von der Stadt unterstützt erklärte er auf Nachfrage unserer Redaktion. Doch "der Kulturtopf ist eher für die Hochkultur", so Thorsten Kroll. Dass Magdeburg, was das Eventprogramm betrifft, mit anderen Städten mithalten kann, steht außer Frage. Doch hätte man auch die Möglichkeit ergreifen können und die Einzigartigkeit nutzen, eben Partnerstadt der Country-Weltstadt zu sein und Menschen zu haben, die dieses Potential erkannt haben und eben darauf aufbauen.

Country Music ist nicht das, was im Anfängerkurs für Reihentanz in der Volkshochschule stattfindet. Country Music ist das, was gestern Abend auf genau dieser Bühne im Alten Theater dargeboten wurde.

Neue Chance für die Nashville Night 3.0 im Jahr 2027

Unabhängig davon, ob die Stadt Magdeburg aufwacht und den zuständigen Behörden klar wird, welche unglaubliche Chance in der Partnerschaft zu Nashville steckt, ist für Phillipp Clifford Brown klar, es wird im kommenden Jahr wieder eine Veranstaltung geben.

Konkrete Planungen laufen und hierfür ist er mit Christian Szibor in Kontakt. Er ist Geschäftsführer der Festung Mark, einem Kultur- und Veranstaltungszentrum an der alten Stadtmauer in Magdeburg. Was er der Musiker genau vorstellt? "Noch etwas mehr Honky-Tonk-Format.". Wir sind auf jeden Fall gespannt, denn das Kapitel Nashville Country Night Magdeburg findet sicher seine Fortsetzung.

Die Nashville Night 3.0 in Magdeburg werden wir, sobald die Informationen bekannt ist, genau wie viele andere Konzerte und Festivals, in unserem Terminkalender veröffentlichen.

vgw
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