Gangstagrass und Bashed Potatoes begeistern im Kölner Blue Shell
Die Kölner Band Bashed Potatoes eröffnete den Abend mit großartigen Gesangsharmonien und abwechslungsreichen Instrumentalsoli. Bashed Potatoes ist eine fünfköpfige Progressive-Bluegrass-Band aus Köln. Das 2021 gegründete Quintett verbindet traditionelle akustische Wurzeln des amerikanischen Südens mit Einflüssen aus Jazz, Rock, Klassik und Barockmusik. Die Gruppe besteht aus versierten Multi-Instrumentalisten aus Deutschland, den USA und Neuseeland.
Die Musiker lernten sich 2015 bei der monatlichen Jam-Session Cologne Bluegrass Bash in einem lokalen Pub Manni's Rästorang kennen. Einige Jahre später schlossen sie sich offiziell zu einem Tournee-Ensemble zusammen. Bekannt für ihre präzisen Gesangsharmonien und dynamischen Akustiksoli, drehen sich ihre Auftritte typischerweise um ein einziges gemeinsames Mikrofon im traditionellen Bluegrass-Stil.
Sie veröffentlichten ihr Studioalbum "All You Can Eat" bei House Master Records. Ihr Repertoire umfasst eine Mischung aus energiegeladenen Instrumentalstücken, modernen "Newgrass"-Songs und Eigenkompositionen.
Der Übergang zwischen der Vorgruppe und dem Headliner verlief auf ungewöhnliche Weise. Die Banjo- und Geigenspieler der Headliner-Band schlossen sich Bashed Potatoes für eine Jam-Session an, wodurch der Wechsel weitaus interessanter und mitreißender wurde als ein gewöhnlicher Bühnenumbau.
Gangstagrass beweist, dass Genre-Mischungen funktionieren
Was haben Bluegrass und Hip-Hop miteinander zu tun? Laut Gangstagrass eine ganze Menge.
Was inspirierte diese einzigartige Mischung aus Bluegrass und Hip-Hop? Als Rench (Oscar Owens) das Projekt ins Leben rief, griff er auf seine eigene musikalische Prägung zurück. Er wuchs in den 1980er Jahren auf und kam mit viel Country- und Honky-Tonk-Musik in Berührung, während gleichzeitig Hip-Hop einen enormen Popularitätsschub erlebte. Für ihn fühlte sich die Kombination beider Stile völlig natürlich an.
Er suchte nach Menschen, die sich für beide Genres und Kulturen begeisterten. Die Fusion funktionierte, weil beide Stile bemerkenswert offen für Experimente sind. In gewisser Weise profitiert Bluegrass von zusätzlichen Percussion-Elementen, während Hip-Hop durch Melodien und die Klangtextur von Live-Instrumenten bereichert wird. Die beiden Genres ergänzen sich überraschend gut.
Die Band wurde 2006 auf der Grundlage von Renchs bahnbrechender Vision gegründet und erlangte schnell Aufmerksamkeit, als ihr Song "Long Hard Times to Come" als Titelsong für die Fernsehserie "Justified" ausgewählt wurde. Der Titel wurde später für einen Emmy nominiert, was die Bekanntheit der Band weiter steigerte. Es folgten weitere Alben, und die Fangemeinde wuchs stetig. Ihr Auftritt bei "America's Got Talent" sorgte jedoch für einen zusätzlichen Schub und half ihnen, wieder an Schwung zu gewinnen, nachdem die Pandemie die weltweiten Tourneen zum Erliegen gebracht hatte.
Nach einer kurzen Umbaupause betrat Gangstagrass die Bühne und legte mit "Bound to Ride" los, gefolgt von "Barnburning" und "Long Hard Times". Die Besetzung bestand aus zwei Sängern, Akustikgitarre, Geige und Banjo, ergänzt durch einen mit Pedalen erzeugten Bass und Schlagzeug.
Der Rhythmus war mitreißend, und wer Musik schätzt, die über strenge Genregrenzen hinausgeht, hätte kaum einen besseren Ort finden können. Das Konzept an sich ist nicht ganz neu – Snoop Doggs "My Medicine" mit Willie Nelson hatte bereits gezeigt, dass Country-Einflüsse und Hip-Hop nahtlos miteinander verschmelzen können –, doch Gangstagrass treibt die Idee noch viel weiter voran und baut eine ganze musikalische Identität rund um diese Fusion auf.
Die Band spielte außerdem eine Coverversion von "Man of Constant Sorrow". Zu den herausragenden Songs des Abends gehörten: "The Only Way Out Is Through", "Appalachia Love", "Red Sky Morning", "Up High Do Or Die" und "Ante Up".
Die Kombination aus Bluegrass-Virtuosität, Hip-Hop-Rhythmen und energiegeladener Bühnenpräsenz sorgte für einen unvergesslichen Auftritt und bildete den passenden Abschluss eines Abends, der sowohl was die Temperaturen als auch die Musik betraf überraschend cool war – und das mitten in einer Sommerhitzewelle.
Viele Konzerte weiterer Künstler findet man in unseren Terminkalender.









