Der Wechselgesang von Hazmat Modine und die ständigen Instrumentalsoli sorgten für Abwechslung in der Harmonie in Bonn
Unter der Leitung von Wade Schuman und Erik Della Penna verschmilzt Hazmat Modine globale Einflüsse zu ihrem unverwechselbaren New Yorker Schmelztiegel-Sound. Während die tiefsten Wurzeln der Band bis in die ländlichen amerikanischen Blues-, Jazz- und Jug-Band-Traditionen der 1920er und 1930er Jahre zurückreichen, schöpft ihre Musik auch aus Appalachian und Old-Time-Folk, Western Swing, Country, Rockabilly, Bohemian Jazz, karibischen Rhythmen und westafrikanischen Musikelementen.
Ihre Geschichten werden in fantasievolle Kompositionen eingewoben und durch eine ungewöhnliche Instrumentenbesetzung aus Sousaphon, Saxophon, Trompete, Mundharmonika und Violine zum Leben erweckt, unterstützt von Gitarre und Percussion. Eine charismatische Bühnenpräsenz verleiht der Darbietung eine weitere Dimension. Der Wechselgesang und die ständigen Instrumentalsoli sorgten für Abwechslung, hielten die Musik frisch und fesselten das Publikum den ganzen Abend über.
Hitzewelle macht Hazmat Modine und Besuchern zu schaffen
Die Temperatur im Saal der Harmonie war drückend, da Bonn von einer Hitzewelle heimgesucht wurde. Die Hemden der Zuschauer waren durchnässt und die Musiker legten gelegentlich Pausen ein, um sich mit Handtüchern den Schweiß vom Gesicht zu wischen. Dennoch verlor die Show nie an Schwung.
Es war ein außergewöhnlich heißer Maiabend in Bonn, über der Stadt hingen Unwetterwarnungen, doch das konnte die Menge nicht abschrecken. Die Harmonie war bis auf den letzten Platz gefüllt, und das Publikum wurde mit einer Performance belohnt, die so vielseitig, lebendig und authentisch war wie die Stadt, die den einzigartigen Sound der Band inspiriert hat.
Ein Konzert von Hazmat Modine ist ein Erlebnis für alle, die Musik suchen, die jenseits des Massenproduktionsrhythmus entsteht. Die Aufführung vermittelt zudem das Gefühl einer Zeitreise. Die Mischung der Band aus frühem amerikanischen Blues, Jazz, Folk-Traditionen und globalen Einflüssen beschwört Klänge aus einer anderen Ära herauf, wirkt dabei jedoch niemals nostalgisch oder museal. Stattdessen werden diese Traditionen neu interpretiert und lebendig in die Gegenwart übertragen. Die Lautstärke war erfrischend moderat – selbst für empfindliche Ohren waren keine Ohrstöpsel nötig. Es war laut genug, um die Energie einer Live-Performance zu vermitteln, blieb dabei aber angenehm im erträglichen Rahmen.
Hazmat Modine zuzuhören fühlt sich oft an wie eine musikalische Reise durch Zeit und Raum. Ihre Songs tragen Anklänge von Flussschiffen, staubigen ländlichen Kreuzungen, überfüllten New Yorker Straßen und fernen Kontinenten in sich, die alle im selben Moment nebeneinander existieren. Für die Dauer des Konzerts wurde das Publikum durch Jahrzehnte und Kulturen transportiert, ohne jemals Bonn zu verlassen.
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