Flo Rider sorgt in Geiselwind für Aufmerksamkeit

Flo Rider live in Geiselwind

Seit 45 Jahren zählt das Trucker- und Country-Festival am Autohof Strohofer an der A3 in Oberfranken immer wieder zu Pfingsten zum festen Treffpunkt. Hier kommen Menschen zusammen, die sich aus den verschiedensten Bereichen der Szene finden und doch am Ende Eins werden.

Flo Rider beim Jubiläumsevent in Geiselwind – eine Perle inmitten des Festivals

Auch am vergangenen Pfingstwochenende strömten wieder die Massen zum Autohof in Geiselwind. Das gut organisierte Festival bot an vier Tagen ein reichhaltiges Familienprogramm, auf dem gesamten Festplatz, mit zahlreichen Attraktionen, Verkaufsständen, Aktionen für Kinder, einem Country-Gottesdienst und dem eigentlichen Highlight natürlich – den Show-Trucks. Besonders wenn die Dunkelheit über dem Platz hereinbricht und deren Lichter blinken und leuchten, bieten diese eine beeindruckende Kulisse. Viele Besucher kommen während des Wochenendes oft auch nur wegen des Programms um die Halle und nehmen dabei eine der Bands auf der Außenbühne mit.

Country Music auf der Showbühne in der Eventhalle

Die Veranstalter in Geiselwind kennen ihr Publikum und mit den Jahren hat sich herauskristallisiert, was dort ankommt. Warum also Experimente wagen, wenn sich ein gewisses Erfahrungsfeld etabliert hat und KünstlerInnen die Halle Jahr um Jahr füllen?

Doch möchte man eben auch starkem Nachwuchs eine Chance geben und der kommt in der aktuellen Saison aus Schwäbisch-Hall. Erst seit knapp zwei Jahren steht Flo Rider mit seiner Band in dieser Form auf der Bühne und sorgt seither bereits für gewisse Aufmerksamkeit.

Flo Rider – der Nachwuchs, der für Aufmerksamkeit sorgt

Der Gedanke, sich diesen starken Künstler zu buchen, war sicher ein guter, doch hat man dabei überlegt, ob das Publikum des Trucker-Treffens auch die geeignete Zielgruppe sein würde?

Flo Rider und seine Band legten mit Beginn ihres Sets am späten Nachmittag einen kraftvollen Start hin, den sie durchweg halten konnten. Die nur sehr wenigen Zuhörer in der großen Halle waren ein bewusstes und dankbares Publikum. Vielleicht suchten diese auch einfach Ruhe vor der Hitze und dem Getümmel draußen, einen Ort zum Wohlfühlen und Genießen und den gab ihnen Flo Rider. Zuhören, Gedanken ordnen und die Emotionen regeln. Das ist es auch, was er mit seiner Musik tun möchte. Oft sind ein paar wenige Menschen, die bewusst wahrnehmen tausendmal besser als eine grölende Masse. Insofern – bis dahin alles richtig gemacht.

Wer sich der Musik hingeben konnte, für die hatte Flo Rider ein Programm mit überwiegend eigenen Songs dabei, wie "Hell or High Water", "Piece of Mind" oder seinen aktuellen Hit "Turn Around", der erst wenige Tage zuvor veröffentlicht wurde. Aufgefüllt wurde seine Setlist mit Covern, wie "Tennessee Whiskey” von Davin Allan Coe oder einer Country-Version von The Weeknds "Blinding Lights", aus dem Jahr 2019.

Der Country-Sänger hatte die hohe Aufmerksamkeit des feinen Publikums und konnte seine Inhalte vermitteln. Es wurde jedoch auch klar – Flo Rider gehört eher auf die Art Bühne, wo noch besser gelingen kann, die Menschen in seine Musik einzubeziehen. Denn sie ist es wert. Dann braucht es auch keinen Johnny Cash-Song als Zugabe, weil man meint, hier jetzt irgendjemanden zufriedenstellen zu müssen, denn das Konzertpublikum, das ihn hören wollte, war durchaus glücklich mit den Akustik-Stücken, mit Blues Harp und Gitarre, mit Aussage dahinter und den Emotionen, die sie auslöst. In Geiselwind war er am vergangenen Sonntag eher eine verlorene Perle. Doch jene, die sie gefunden hatten, durften dankbar sein.

Viele Konzerte weiterer Künstler findet man in unseren Terminkalender.

vgw
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