Eric Clapton kehrt nach acht Jahren in die Lanxess Arena zurück

Eric Clapton live in Köln

Er ist eine Legende und einer der einflussreichsten Gitarristen der Musikgeschichte – nicht nur wegen seiner Welthits, Songs wie "Tears in Heaven", "Layla" oder "Cocaine". Die Rede ist von Eric Clapton. Auch mit 80 Jahren geht der Weltstar noch auf Tournee und stand nach acht Jahren Pause wieder auf der Bühne der Lanxess Arena.

Weltstar Eric Clapton spielt in Köln in der Lanxess Arena

Seine einzigartige Karriere begann bereits Anfang der 1960er Jahre. Damals hatte er sich nach einem abgebrochenen Studium zahlreichen Bands angeschlossen. 1970 veröffentlichte der Musiker dann sein erstes Solo-Album. In den 1990er Jahren startete er nochmal richtig durch, "Unplugged" verkaufte sich 26 Millionen Mal und wurde damit zu seinem erfolgreichsten Album. Eric Clapton hat in seiner Karriere bereits 18 Grammys erhalten und wurde gleich dreimal in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Seine "Crossroads Guitar Festivals", zu denen er immer wieder auch Country-Künstler erreichten Kult-Status. Am 15. Mai 2026 gab er nun in der Lanxess Arena ein Konzert.

Musikerkollegen Andy Fairweather-Low eröffnet den Abend

Der Abend begann mit einem Auftritt seines langjährigen Freundes und Musikerkollegen Andy Fairweather-Low und seiner Band "The Low Riders", bestehend aus einem Kontrabassisten, einem Schlagzeuger und zwei Saxophonisten. Mit einer kurzen Einleitung – "Eric hat mir 30 Minuten gegeben, es wird nicht viel mehr zu sagen geben. Leg los, Henry" –, die an den Schlagzeuger gerichtet war, läutete die Band den Abend ein.

Die folgende halbe Stunde führte das Publikum durch ein lebhaftes Set, das in den Klängen der 1950er und 1960er Jahre verwurzelt war und Instrumentalstücke mit Gesangsdarbietungen vermischte. Songs wie "Hymn 4 My Soul", "Got Me a Party" und ein instrumentales Mashup aus "Tequila", "Peter Gunn" und "Apache" schufen eine warme und beschwingte Atmosphäre. Die Band hatte sichtlich Spaß und schaffte es, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, was für einen starken und unterhaltsamen Auftakt des Abends in der Lanxess Arena sorgte.

Für Andy Fairweather-Low – den ehemaligen Frontmann der 1960er-Jahre-Popband Amen Corner und langjährigen Tour-Begleiter von Roger Waters, Eric Clapton und Edie Brickell – war der Auftritt auf der Bühne mit seiner eigenen Band sowohl herzerwärmend als auch bereichernd.

Ein Kapitel Musikgeschichte mit dem 81-jährigen Eric Clapton

Als die Lichter im Saal gedimmt wurden und Eric Claptons Band (Doyle Bramhall II (Gitarre), Sonny Emory (Schlagzeug), Chris Stainton (Keyboard), Nathan East (Bass), Tim Carmon (Hammond B3 Orgel), Katie Kissoon (Backing Vocals) und Sharon White (Backing Vocals)) ihre Plätze einnahm, verwandelte sich die gespannte Erwartung in tosenden Applaus. Eric Clapton betrat ruhig die Bühne, trat auf seinen charakteristischen Perserteppich, legte seine schwarze Fender Stratocaster um und versetzte das Publikum ohne große Einleitung mit einer sechsminütigen Version von "Badge" zurück ins Jahr 1969.

Ohne Pause ging die Band über in die 1970er-Neuinterpretation von "Key to the Highway" von Charles Segar, geprägt von Gitarrensoli-Wechseln zwischen Clapton und Doyle Bramhall II, untermalt von Passagen auf der E-Orgel.

"I'm Your Hoochie Coochie Man" erinnerte alle daran, dass Claptons Verbindung zum Blues nach wie vor den Kern seines Schaffens bildet. Chris Staintons Klavierspiel, Tim Carmons Orgel-Fills und Bramhalls prägnante Gitarrenlinien schufen einen reichhaltigen musikalischen Hintergrund für Claptons Lead-Spiel.

Musikalischer Wendepunkt in der Lanxess Arena

"I Shot the Sheriff" brachte eine deutliche Wende in der musikalischen Ausrichtung mit sich und sorgte für Begeisterung in der gesamten Arena. Die Band fand perfekt in den Groove, und Claptons ausgedehntes, jam-artiges Schlusssolo wurde zu einem der prägenden Momente des elektrischen Sets.

Der Akustikteil ist stets ein Höhepunkt moderner Clapton-Konzerte. Allein auf der Bühne mit einer Martin-Gitarre lieferte er eine eindringliche Version von Robert Johnsons "Kind Hearted Woman Blues", wobei seine Stimme beeindruckende hohe Töne erreichte, die für einen 81-jährigen Künstler von bemerkenswerter Kontrolle zeugten.

Die Band kehrte zurück, Nathan East wechselte zum Kontrabass und die Favoriten aus der Akustik-Ära gingen weiter. Auf "Nobody Knows You When You're Down and Out" folgte das emotionale "Golden Ring" mit einem wunderschönen Slide-Gitarrensolo von Doyle Bramhall II. Eine erweiterte Version von "Layla" hob das Akustik-Set noch weiter hervor, wobei das Publikum im Takt mitklatschte, während die Band Soli austauschte, bevor der Song unter tosendem Applaus endete.

Das emotionale "Tears in Heaven" beendete das Akustik-Set in einem etwas schnelleren, von Reggae geprägten Arrangement. Diese Songs haben nach wie vor eine enorme emotionale Kraft, und Clapton interpretierte sie mit Zurückhaltung und Aufrichtigkeit.

Wenn die Magie bei einem Live-Konzert zum Tragen kommt

Der letzte elektrische Teil begann mit dem kristallklaren Klang von "Holy Mother" und steigerte sich allmählich zu "Crossroads". Für langjährige Clapton-Fans ist dies oft der Moment, in dem die Magie bei einem Live-Konzert wirklich zum Tragen kommt – und in Köln war dies zweifellos der Fall. Die Lautstärke stieg noch einmal an, ebenso wie die Energie in der Arena.

Wieder ohne Pause ging die Show mit "Little Queen of Spades" weiter, und zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Lanxess Arena dem Moment voll und ganz hingegeben. Die Band klang locker, kraftvoll und absolut eingespielt. Der Song bot jedem Musiker eine weitere Gelegenheit, mit beeindruckenden Soli hervorzutreten.

J.J. Cales "Cocaine" beendete das Hauptset und markierte den Moment, in dem das sitzende Publikum endlich aufstand und zur Vorderseite der Bühne strömte. Eric Clapton und die Band lieferten einen letzten Ausbruch scharfer, funkiger Lead-Soli, bevor sie unter ohrenbetäubendem Applaus von der Bühne gingen.

Zugabe! Zugabe! Zugabe!

Nach einer kurzen Pause kehrte die Band auf die Bühne zurück. Eric Clapton – der sich den ganzen Abend über, abgesehen von einem einzigen "Danke!", kaum an das Publikum gewandt hatte – beendete das fast anderthalbstündige Konzert mit einer schwungvollen Version von Bo Diddleys "Before You Accuse Me" und lieferte damit eine letzte Dosis purer Energie, bevor die Lichter angingen.

Eric Clapton ist immer noch da. An Abenden wie diesem fühlt sich das wie ein Geschenk an. Seine Stimme ist nach wie vor kraftvoll und seine Gitarrensoli wirkten den ganzen Abend über präzise und inspiriert.

Die meisten der gespielten Songs waren Neuinterpretationen und Cover-Versionen und keine traditionelle "Best of Clapton"-Setlist. Stattdessen fühlte sich das Konzert so an, als würde Clapton den Meistern Tribut zollen, die ihn geprägt haben, und gleichzeitig dieses musikalische Erbe mit seinem eigenen Repertoire verbinden. Die Bühnenproduktion blieb schlicht – keine aufwendige Lichtshow oder theatralische Elemente jenseits der großen Bildschirme –, sodass die Musik selbst im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand. Der Beitrag der siebenköpfigen Band, darunter zwei Backgroundsängerinnen, spielte während der gesamten Vorstellung eine wichtige Rolle.

Die Eric Clapton Konzerte hierzulande sind ausverkauft. Viele Konzerte weiterer Künsler stehen in unseren Terminkalender.

vgw
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