Danny Myler feiert beim Kölner Konzert eine Party mit Freunden

Danny Myler Zur Laube in Köln

In einer kleinen, unscheinbaren Ecke Kölns, weit entfernt von den großen Veranstaltungsorten und dem pulsierenden Nachtleben der Stadt, lieferte Danny Myler einen Auftritt, der bewies, wie wenig es braucht, um ein bedeutungsvolles Live-Musikerlebnis zu schaffen.

Danny Myler spielt in der Kölner Gaststätte "Zur Laube"

In der Gaststätte "Zur Laube", einem Ort, der eher wie ein Wohnzimmer in der Nachbarschaft als wie ein Konzertsaal wirkt, betrat Danny Myler die Bühne mit einer Schlichtheit, die den gesamten Abend prägte. Die Kulisse war minimalistisch – ein kleiner Bereich in einem bescheidenen Gästezimmer, niedrige Decken, eine leicht erhöhte Bühne und einfache Beleuchtung. Es gab keine visuellen Ablenkungen, keine Produktionselemente, die um Aufmerksamkeit buhlten. Alles richtete sich auf die Künstlerin. Die Schlichtheit des Veranstaltungsortes ermöglichte es ihrer Musik, ohne Störungen im Mittelpunkt zu stehen. Die intime, gemeinschaftsorientierte Atmosphäre diente letztlich eher als Kulisse, für Mylers Auftritt als Hauptattraktion. - Genau dort blieb der Fokus.

Begleitet von ihrer Band und ihrer Akustikgitarre setzte Danny Myler auf einen reduzierten Sound, der Klarheit vor Komplexität stellte. Verwurzelt in klassischen und modernen Country-Traditionen, wechselten ihre Songs zwischen gleichmäßigen, beschwingten und mittelschnellen Rhythmen und langsameren, eher introspektiven Momenten. Selbst innerhalb der Arrangements der kompletten Band ließ die Musik Raum zum Atmen.

Danny Myler präsentiert viele eigene Songs

Der Abend bot eine umfangreiche Setlist mit 27 Songs, die in zwei Sets unterteilt war und größtenteils aus Mylers eigenem Material bestand, darunter "Drunk Enough", "Everything But Time", "Hard Morning", "Make The Onions Cry", "Louisiana", "The Story of Joe" und "Stay for the Cake".

Ergänzt wurde das Set durch eine Handvoll sorgfältig ausgewählter Cover-Versionen, die sich ganz natürlich in den Fluss der Darbietung einfügten, darunter "Much Too Young", "Mama Tried", "All My Exes Live in Texas", "Your Good Girl’s Gonna Go Bad" und "The Cowboy in Me".

Was am meisten auffiel, war ihre Fähigkeit, den Raum zu beherrschen. In solch engen Räumlichkeiten gibt es keine Distanz, hinter der man sich verstecken könnte – keine wirkliche Barriere zwischen Künstlerin und Publikum. Danny Myler nahm diese Intimität an und präsentierte ihre Songs mit einer direkten, ungefilterten Präsenz, die jeden einzelnen eher als gemeinsames Erlebnis, denn als bloße Darbietung wirken ließ.

Zwischen den Songs sprach sie kurz und gab Einblicke in ihren Hintergrund und die Geschichten ihrer Musik. Diese Momente waren auf die beste Art und Weise ungeschliffen – natürlich, ungezwungen und im Einklang mit der Umgebung.

Das Publikum reagierte mit Aufmerksamkeit. In einem Raum wie diesem sind selbst kleine Energieverschiebungen spürbar und während des gesamten Auftritts blieb der Raum ruhig und konzentriert. Vor allem die ruhigeren Songs strahlten eine Art Stille aus, die in größeren Veranstaltungsorten selten erreicht wird. Die entspannte Atmosphäre im Raum wurde im Laufe des Abends immer deutlicher und einige Zuschauer traten auf die Tanzfläche, um bei den lebhafteren Stücken ein wenig Line Dance zu tanzen.

Das Ergebnis war ein Konzert, das nicht auf Größe oder Spektakel setzte, sondern auf Präsenz und Verbundenheit. Danny Mylers Auftritt zeigte, dass "reduziert" im richtigen Rahmen nicht gleichbedeutend mit "mangelhaft" ist, sondern mit "authentisch".

Wer aus dem Süden der Republik kommt, kann Danny Myler gemeinsam mit Cat Lion und Flo Rider bei der Munich Country Night erleben. Für das Konzert gibt es noch Restkarten, die man online bestellen kann. Natürlich steht das Konzert, gemeinsam mit vielen anderen Konzerten und Festivals, auch in unserem Terminkalender.

vgw
Anmelden