Ein selbstbewusster und fesselnder Abend mit Samantha Fish in Köln

Samantha Fish in der Kantine in Köln

Samantha Fish ist eine amerikanische Gitarristin und Singer-Songwriterin aus Kansas City und zweifellos eine der besten zeitgenössischen Blues-Künstlerinnen. Obwohl sie oft als Bluesmusikerin kategorisiert wird, schöpft Fishs Musik aus einer Vielzahl von Stilen, darunter Rock, Country, Funk, Bluegrass und Balladen.

Samantha Fish spielt in der ausverkauften Kantine in Köln mit Support von der Zac Schulze Gang

Derzeit ist Samantha Fish auf Tournee, um ihr exzellentes Album "Paper Doll" zu promoten, und so war es keine Überraschung, dass mehr als die Hälfte des Sets aus energiegeladenen Stücken aus diesem Album bestand. Gitarrenlastiger Blues bleibt der Kern ihres Sounds, obwohl einige ihrer Studioaufnahmen subtile Synthesizer-Elemente enthalten, die ihre musikalische Palette erweitern. Bei dieser Tournee lag der Schwerpunkt jedoch eindeutig auf der kraftvollen Rock-Energie und den unverwechselbaren, bluesigen Riffs, die ihre Live-Auftritte auszeichnen.

Die Zac Schulze Gang gibt Vollgas mit Bluesrock

Bevor Samantha Fish die Bühne betragt machte die Zac Schulze Gang, ein Trio, das bluesigen Rock ’n’ Roll spielte, den Auftakt. Die Kombo zog Publikum sofort in seinen Bann zog und es die nächsten dreißig Minuten nicht mehr losließ. Von dem Moment an, als sie die Bühne betraten, legte die Band einen Gang zu und nahm bis auf einen einzigen langsameren Titel kaum Tempo raus.

Die Band hat sich bereits einen beeindruckenden Ruf erarbeitet und mehrere Auszeichnungen gewonnen, darunter den UK Blues Emerging Band of the Year Award 2024 und den Young Artist of the Year Award 2025. Derzeit promotet das Trio sein Debüt-Studioalbum "Straight to It", das im September 2025 veröffentlicht wurde.

Während des gesamten Sets lieferte Zac Schulze rasante Gitarrenklänge auf einer schwarzen Fender Stratocaster und wechselte kurz zu einer Telecaster, um eine mitreißende Version von Dr. Feelgoods "She Does It Right" zu spielen. Für das überwiegend männliche Publikum mittleren Alters fühlte sich die Performance wie eine Rückkehr zu früheren Zeiten an, als Songs weit über drei oder vier Minuten lang waren und Gitarrensoli herrlich lang sein konnten.

Highlights: "High Roller", "Walking the Dog", "Woman", "Hole in my Pocket".

Es war erfrischend zu sehen, wie junge Musiker diesen energiegeladenen, gitarrenlastigen Musikstil aufgriffen.

Samantha Fish mit kraftvoller Stimme, wie auch ihre Gitarre

Während des gesamten Sets von Samantha Fish gab es kaum Pausen. Der Auftritt begann mit maximaler Energie, als die Band direkt mit dem Titelsong "Paper Doll" loslegte, der von einem starken Slide-Gitarren-Riff getragen wird. Der ausverkaufte Saal – von Wand zu Wand voll – war von der ersten Note bis zum letzten Akkord voll dabei.

Einer der faszinierendsten Aspekte von Fishs Auftritt ist ihre beeindruckende Bühnenpräsenz. Sie steht selbstbewusst und dennoch natürlich vorne auf der Bühne und verbindet eine starke, feminine Ausstrahlung mit einer wilden, visuell beeindruckenden Haltung. Ihre Songs sind voller einprägsamer Hooks und wie geschaffen für Live-Auftritte. Der Publikumsliebling "Poor Black Mattie" (RL Burnside) zum Beispiel zeigte ihr kraftvolles Slide-Spiel auf der Zigarrenkiste und hielt das Publikum in Bewegung.

Samantha Fish bewies auch, dass ihre Stimme ein ebenso kraftvolles Instrument ist wie ihre Gitarre. Ihr Gesang hob sich deutlich vom treibenden Backbeat der Band ab und verlieh der Performance zusätzliche Intensität.

Während der gesamten Show spielte Samantha Fish über einen Mesa/Boogie-Verstärker und wechselte zwischen mehreren Gitarren, darunter eine weiße Gibson SG, eine silberne Gibson ES-335, eine Delaney und eine Supro Belmont. Jedes Instrument verlieh dem Sound einen etwas anderen Charakter, von rauchigem Blues bis zu rauem Rock. Für einen Song holte sie eine Stogie Blues-Zigarrenkisten-Gitarre hervor, die dem Set einen rohen, urwüchsigen Touch verlieh.

Samantha Fish wurde von einer dreiköpfigen Band mit Schlagzeug, Bass und Orgel begleitet, während sie die Gitarrenparts ganz alleine übernahm. Für die Zugabe erschien Zac Schulze wieder an der Seite der Bühne, die Gitarre umgeschnallt, und schloss sich Samantha und der Band für die Zugabe an. Das Publikum erkannte ihn sofort und der Jubel verdoppelte sich.

Zu den Höhepunkten des Abends gehörten: "I’m Done Runnin’", "Bulletproof", "Fortune Teller", "Dream Girl", "Better Be Lonely", "Black Wind Howling" und eine verlängerte, kraftvolle Version von "Going Down South".

Eine große Auswahl an Konzerten und Festivals gibt es in unserem Terminkalender finden.

vgw
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